"Der Landkreis Kronach ist in Bayern führend bei der Wildunfallprävention", lobte Peter Hagemann, Betriebsleiter vom Forstbetrieb Rothenkirchen der Bayerischen Staatsforsten. 180 Wildwarnreflektoren auf 3,5 Kilometern entlang der KC 5 zwischen Rothenkirchen und Buchbach. Wildwarnreflektoren lenken das Licht von Fahrzeugen in Richtung Wald und erschrecken das Wild, damit es in diesem Moment nicht über die Straße rennt. Die bei Buchbach angebrachten Reflektoren haben außerdem noch einen Schwamm, auf dem ein den ganzen Tag über sehr wirksamer Duftzaun aufgebracht werden kann, erläuterte der Rothenkirchner Revierleiter Alexander Kelle.

Seit Jahrzehnten sei im von Klaus Riedel koordinierten Projektteam Wildunfallprävention im Landkreis Kronach zur sehr viel geschehen. "Wir von den Bayerischen Staatsforsten haben große Verantwortung, weil wir große Waldflächen haben", betonte Hagemann. "Wir nehmen gerne die Erkenntnisse des Projektteams auf und reagieren darauf vor Ort mit entsprechenden Maßnahmen." Dank einer Bachelorarbeit des jungen Forstmanns Fabian Mainardy sei alles nun auch noch auf eine wissenschaftliche Basis gestellt. Es gebe jetzt einfach Möglichkeiten, an besonders gefährdeten Straßenbereichen Maßnahmen zu ergreifen, um das Wild am Queren der Fahrbahn zu hindern oder dieses Überqueren entscheidend zu verzögern.

Es seien bereits vor einiger Zeit an der KC 5 Maßnahmen ergriffen worden, die nun ausgeweitet wurden. Ähnliche Maßnahmen sollen auch auf anderen Straßenabschnitten und demnächst auch im Landkreis Lichtenfels begonnen werden. Alexander Kelle, Motor der jetzigen Aktivitäten, freute sich über die Mitwirkung so vieler.

Über die Jägerschule entstand der Kontakt zum Kulmbacher Verein "Schau hin", von dem mehrere Mitglieder aktiv beim Montieren der Wildwarnreflektoren anpackten."Die Zusammenarbeit zwischen Jägern und Polizei im Landkreis Kronach funktioniert toll", betonte er weiter. Diese Aktion erhöhe die Sicherheit des Straßenverkehrs, freute sich der Leiter der Polizeiinspektion Ludwigsstadt Markus Löffler. Die Wildunfälle beschäftigen gerade den nördlichen Teil des Landkreises Kronach. 2016 gab es hier 224 Wildunfälle, 2017 waren es 218 und im ersten Halbjahr 2018 ereigneten sich 97 Wildunfälle. "Umso mehr befürworten wir diese Aktion."