Die Woco-Gruppe investiert in die Kronacher Niederlassung derzeit eine Millionensumme. Denn auf dem ohnehin schon 10 000 Quadratmeter großen Gelände entsteht eine Halle mit weiteren 2500 Quadratmetern. Darin sollen Montage und Versand untergebracht sein, erklärt Werkleiter Rudi Grebner.

Die Baustellenfahrzeuge wuseln herum. Denn die Zeit drängt. Obwohl erst im März der erste Spatenstich war, soll die Montage noch in diesem Jahr umziehen. Und direkt angegliederte "Loadhouses" sorgen dann in Zukunft dafür, dass die Kundenteile direkt von der Fertigstellung ausgeliefert werden können. "Wir optimieren durch die neue Halle die Abläufe und sparen Wege", sagt Grebner und freut sich schon auf die Zukunft.
Der Standort Kronach hat sich in der Woco-Welt zu einer festen Größe etabliert.

Keramik und Porzellan, mit dem unter dem Namen Kronacher Porzellanfabrik Stockhardt & Schmidt-Eckert vor genau 100 Jahren die Erfolgsgeschichte des Unternehmens begann, sind längst passé. Kunststoff ist die Zukunft.

Fullservice wird geboten
80 Prozent des Umsatzes basieren auf Teilen für die Autoindustrie. Ob Geräuschdämpfer oder Sound-Optimierer, Öleinfüllstutzen oder Fußhebelwerke sowie luft- und wasserführende Bauteile - all diese Sachen macht Woco. Zu den Kunden gehören Volkswagen, Daimler, BMW, Volvo, Ford oder General Motors. Allerdings fertigt Woco Kronach auch Teile für die Elektroindustrie. Doch wenn der heutige Werkleiter an die Vergangenheit denkt, muss auch er schmunzeln. Denn natürlich gehören heute keine Trockenhauben für Friseure, keine Radiohüllen oder Fernbedienungen mehr zum Produktportfolio.

"Wir bieten hier in Kronach einen Fullservice an und betreuen Kunden in der kompletten Projektrealisierung. Wir optimieren die Werkzeuge, machen die Feinabstimmung und die Bemusterung", erklärt Grebner. Aktuell laufen wieder Anfragen, ob Experten aus den Kronacher Werken nach Mexiko entliehen werden können. "Wir haben hier gute Leute und eine hohe Facharbeiterdichte", sagt Grebner.

Das Gros der Fachkräfte sind Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk, Industriemechaniker, Mechatroniker, aber auch Logistik-Fachkräfte, Elektriker und Azubis im industriellen und kaufmännischen Bereich hat Woco Kronach. Die Chancen stehen gut für die jüngeren und die älteren Leute. "Wir übernehmen eigentlich auch alle. Bei uns steht niemand direkt nach der Prüfung auf der Straße. Wir übernehmen immer jeden ein halbes Jahr", sagt Grebner und betont, dass es ihm ein besonderes Anliegen ist, den jungen Menschen eine Chance zu geben. "Sie sollen in Ruhe die Ausbildung machen und dann in den Beruf - ohne Druck - hineinschnuppern können", lautet die Maxime des Werkleiters. "Das Schöne bei uns ist es, dass man überall hin kann. Überall, wo Autos hergestellt werden, haben wir auch Niederlassungen", sagt Grebner und betont, dass das für junge Menschen eine Chance für eine internationale Karriere bietet.

Fachbereich Akustik
Besonders gut aufgestellt ist Woco in allen akustischen Angelegenheiten. Denn Woco entwickelt Abdeckungen und Autoteile, die Geräusche reduzieren oder optimieren. Das bedeutet: Woco trägt einen besonderen Teil dazu bei, dass die Autos auch so klingen, wie sie sollen. Man kann Geräusche herausfiltern oder einbauen. "Wir können auch lauter", sagt Grebner lachend, betont aber, dass das eigentlich nicht so oft gewünscht wird. Doch ein eigenes Soundlabor in der Zentrale kann Geräusche genau dahingehend verändern, wie die Kunden es möchten. Und so sorgt die Technik dafür, dass der unverkennbare Sound der Automarke erhalten bleibt.

Meistens geht es darum, den Sound klangvoller oder einfach leiser zu machen. Eine besondere Herausforderung sind immer Geräuschdämpfer, die direkt auf dem Turbolader oder im heißen Bereich des Motors angebracht werden. Sie werden teilweise aus Duroplast gefertigt. "Duroplast, hier Phenolformaldehyd, wird chemisch vernetzt, das ist aufwendiger, aber der Vorteil ist, dass das Material unschmelzbar und unbrennbar ist", erklärt er.