Am Sonntag fand der Einführungsgottesdienst für Pater Kray in der Pfarrkirche St. Sebastian in Neuses statt. "Jede Einführung ist auch ein hoffnungsvolles Zeichen. Dass noch ein Priester da ist, der die Pfarrgemeinde leitet, ist nämlich keineswegs selbstverständlich", meinte dabei Dekan Michael Dotzauer zu Beginn der heiligen Messe. Alleine heuer habe das Dekanat drei Priester verloren. Auf Dauer wisse man nicht mehr, woher man die Geistlichen nehme solle.

"Wir sollten dankbar sein, den neuen Priester würdigen, schätzen und unterstützen. Er muss manche Aufgaben abgeben, um andere - wichtigere - ausüben zu können. In seiner knapp bemessenen Zeit sollte er tun können, wofür er da ist und wofür man ihn braucht", machte der Dekan deutlich. Auch in der momentan schwierigen Situation, in der sich das ganze Dekanat befinde, dürfe man sicher sein, von Gott geführt zu werden.


"Priester aus Leidenschaft"



"Du bist Priester aus Leidenschaft und Berufung", stellte der Dekan an Kray gewandt heraus. Dann verlas er dessen bischöfliches Ernennungsdekret. Die Urkunde, von Erzbischof Ludwig Schick unterzeichnet, nennt zu Pater Krays bisherigen Kirchengemeinden Küps, Thonberg und Mitwitz nunmehr auch die Kirchengemeinden Neuses, Breitenloh und Theisenort mit Johannisthal.

Mit fester Stimme legte Kray das Versprechen ab, seine Amtspflichten gewissenhaft und in Treue zu Kirche, Papst und Bischof zu erfüllen. Hans Schrepfer überreichte ihm namens der kirchlichen Gremien die Kirchenschlüssel und hieß ihn herzlich willkommen.


Hilfe zugesichert



Wie der Pater in seiner Predigt gestand, habe er in den vergangenen Monaten so manches Stoßgebet gen Himmel gerichtet. "Für sieben Kirchengemeinden zuständig zu sein, das wird schwierig", räumte er ein. Aber in Vertrauen auf Gottes Hilfe und mit Unterstützung seiner Mitstreiter wolle er es wagen. So hätten ihm neben den drei Diakonen Jürgen Fischer, Diethard Nemmert und Georg Zenk weitere Gottesdiensthelfer sowie die Pfarrsekretärinnen, die Mitglieder der Kirchengremien und andere ehrenamtlich Tätige ihre Mitarbeit zugesagt. Hierfür zeigte er sich sehr dankbar.

Die Glückwünsche der evangelischen Kirche übermittelte Pfarrerin Susanne Treber. "Jede Einführung öffnet eine Tür in die Zukunft und erlaubt erste Blicke auf das Kommende. Begegnungen, die unter dem Segen Gottes stehen, können Himmelstüren öffnen", war sie überzeugt.


Dankbarkeit, aber auch Sorge



Kronachs Dritter Bürgermeister Hans Simon (SPD) gratulierte namens der Stadt Kronach, während Winfried Lebok seitens der Neuseser Vereine die Bereitschaft zur Zusammenarbeit bekundete.

Der Vorsitzende des Dekanatsrats, Heinz Hausmann, forderte die Gläubigen auf, ihren Anteil für eine lebendige Gemeinde zu leisten. Vor 20 Jahren sei im Dekanat ein priesterloser Gottesdienst noch Utopie gewesen - viel schneller als gedacht sei diese tatsächlich eingetreten.

Die Dritte Bürgermeisterin von Küps, Helga Mück (FW), sprach von gemischten Gefühlen. "Neben tiefer Dankbarkeit sehe ich auch mit Sorge auf die von Ihnen auf sich genommene immense Bürde, die hoffentlich - auf Dauer gesehen - nicht zu groß für Sie werden wird", meinte sie an Kray gewandt.

Der Pater ergriff abschließend noch einmal selbst das Wort. "Die Schlüssel für die einzelnen Kirchen sind für mich nicht nur Zugang zu den herrlichen Gotteshäusern, sondern auch Zugang, um Sie persönlich kennen zu lernen. Doch dafür brauche ich Zeit. Ich bitte Sie, mir diese Zeit zum Eingewöhnen zu geben", so Kray, der - wie er ausführte - nicht mit einem "fertigen Programm" an seine neuen Aufgaben herangehe.

Nach dem Gottesdienst wurde ihm von verschiedenen Gruppierungen ein herzlicher Empfang bereitet. Dabei hießen ihn auch die Kindergarten-Kinder in Neuses willkommen.