Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kulmbach unter Federführung von Sachgebietsleiter Stephan Poersch führte jetzt in Steinwiesen-Birnbaum eine von insgesamt fünf Pflanzaktionen in den Landkreisen Kulmbach und Kronach durch. Die Veranstaltung gehörte zu dem Themenschwerpunkt "Biodiversität", den sich die Landwirtschafts- und Forstverwaltung gesetzt hat. Unter dem Motto "Unser Auftrag: Erzeugung gestalten - Arten erhalten" werden dabei Veranstaltungen durchgeführt, die sich mit den Möglichkeiten zur Verbesserung der Artenvielfalt beschäftigen.

In Birnbaum wurden dafür gemeinsam mit dem örtlichen Gartenbauverein 16 Hochstamm-Obstbäume (vier Kirschbäume, fünf Apfelbäume, vier Birnbäume und drei Zwetschgen) als Allee am Ortsrand gepflanzt. Geplant wurde das Projekt gemeinsam mit dem Obst- und Gartenbauverein (OGV) Birnbaum, der auch die spätere Pflege der Bäume übernimmt.

Bürgermeister Gerhard Wunder hob den Zusammenhalt in Birnbaum hervor, ohne den eine solche Aktion nicht auf die Beine gestellt werden könne, und bedankte sich besonders bei den Mitgliedern des OGV, die von der Vorbereitung der Pflanzlöcher bis zur Bewirtung der Gäste alles in Eigenregie vorbereitet hatten.

Beispiel aktiven Naturschutzes

Kreisobmann Erwin Schwarz vom Bauernverband freute sich über das vorbildliche Beispiel aktiven Naturschutzes und zeigte sich sicher, dass in Birnbaum die spätere Pflege der Obstbäume auch tatsächlich ordentlich gemacht werde: "Wie wir an vielen anderen Beispielen sehen können, ist das leider keine Selbstverständlichkeit".

Stephan Poersch vom AELF Kulmbach erinnerte in seinem Vortrag an das infolge des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" beschlossene Maßnahmenpaket, das insbesondere für die Landwirtschaft einschneidende Veränderungen zur Folge haben werde.

Dabei könne aber die öffentliche Hand nicht alles regeln. So sei die angestrebte deutliche Ausweitung des Ökolandbaus von derzeit 11 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche auf 30 Prozent in 2030 nur zu schaffen, "wenn der Verbraucher mitspiele". Das bedeutet einen deutlichen höheren Anteil des Anteils am Einkommen, der dann für Lebensmittel ausgegeben werden müsse - man werde sehen, ob der Verbraucher hierzu bereit sei.

Mehr Natur zulassen

Wie Poersch ausführte, fange man in der Landwirtschaft beim Naturschutz auch keineswegs bei Null an: so gebe es etwa aktuell auf Ackerland in den Landkreisen Kulmbach und Kronach 409 Hektar staatlich geförderte Blühflächen und 81 Hektar Erosions- und Gewässerschutzstreifen. Weitere knapp 2000 Hektar extensive Grünlandnutzung ohne Düngung und Pflanzenschutz direkt an Flüssen und Seen sorgten für bessere Gewässerqualität, und das mit jeweils deutlich ansteigender Tendenz gegenüber den Vorjahren.

Poersch schloss mit einem Appell an Kommunen und Gartenbesitzer, mehr Natur zuzulassen.

"Die Landwirte werden das Insektensterben nicht alleine beenden können. Das ist eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft: mehr öffentliches Grün und weniger Bodenversiegelung in den Städten, mehr Obstbäume und Blühsträucher, dafür weniger Kirschlorbeer und Thujahecken in den Gärten", nannte er beispielhaft."

Mit der Pflanzung des ersten Baumes durch Bürgermeister Wunder endete die Veranstaltung.