Die Vorstellung der Konzeptergebnisse der Machbarkeitsstudie für das Anwesen "Marktplatz 6" in Küps war am Dienstagabend das Schwerpunkttema in der Marktgemeinderatssitzung. Obwohl sich das Anwesen im Privateigentum befindet, hat der Markt Küps diese Studie im Rahmen des Kommunalen Denkmalkonzepts Küps für Gesamtkosten in Höhe von 109 000 Euro in Auftrag gegeben. Diese wurde zu 90 Prozent vom Landesamt für Denkmalpflege bezuschusst.

Oliver Reiss vom Büro für angewandte Denkmalpflege ging auf die geplante Neunutzung des denkmalgeschützten Gebäudes ein. Demnach sollen im Erdgeschoss eine Gastwirtschaft, Küche, Sanitär- und Lagerräume entstehen. Für das Obergeschoss seien drei Appartements in verschiedenen Größen geplant. Im angegliederten Scheunenteil soll ein kleiner Saal für Feierlichkeiten entstehen, erklärt Reiss. Ein Ausbau des Dachgeschosses sei dagegen wegen der niedrigen Höhen nicht vorgesehen. Der Architekt betonte, dass bei allen Maßnahmen versucht werde, die historische Substanz des Gebäudes zu erhalten.

Hölzer aus dem Jahr 1615

Folgte man den Ausführungen von Johann Müller, ist der "Marktplatz 6" aus historischer Sicht etwas Besonderes. Müller sprach von dendrochronologischen Untersuchungen, mit denen das Alter der Hölzer festgestellt und damit das Gebäudes wurde. Demnach sind die ersten Hölzer des Hauptbaus im Jahre 1615 geschlagen worden. In die daneben liegenden Felsen wurden Keller hineingeschlagen. Das Gebäude sei in früheren Zeiten als Gastwirtschaft, Metzgerei und für die Landwirtschaft genutzt worden, erklärte Müller weiter. Weiterhin berichtete er von Fachwerkwänden, Verformungen an den Decken und Wänden. Dies habe auch die Risse zur Folge. Das Dach dagegen befinde sich noch in einem relativ guten Zustand.

Bürgermeister Bernd Rebhan sprach von einer siebenstelligen Investitionssumme. Er sehe durchaus Möglichkeiten, dass die Eigentümer den "Marktplatz 6" mit Hilfe von Städtebauförderungen, Unterstützungen vom Landesamt für Denkmalpflege und Oberfrankenstiftung sanieren könnten. Die Gemeinde stehe mit den Eigentümern in einem engen Kontakt. "Wenn wir das Gebäude wieder einer Nutzung zuführen könnten, wäre das ein Gewinn!" Und: "Eine Gastronomie darin wäre ein absoluter Haupttreffer!"

Ein weiterer Punkt war die Dorferneuerung Theisenort, die Gypsmühl- und Krebsbachstraße. Es ging dabei um den Abschluss einer Vereinbarung über die Kostenbeteiligung. Bürgermeister Bernd Rebhan freute sich, dass dank der günstigen Fördergrundlage die Finanzierung der beiden Straßenbauprojekte ermöglicht werden kann. Die Maßnahmen werde voraussichtich Kosten in Höhe von 1 736 279 Euro verursachen. Der Eigenanteil des Marktes Küps beträgt 255 706 Euro.

Am Anfang der Sitzung gab Bürgermeister Bernd Rebhan Beschlüsse aus der letzten nicht öffentlichen Sitzung bekannt. Demnach wurde beschlossen, den Bauhof Küps und das Rathaus mit einem Glasfaseranschluss auszustatten. Den Auftrag erhielt T-Systems für 56 500 Euro. Der Anteil des Marktes liegt bei 5600 Euro. Zudem wurde die Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeugs LF 10 für die Feuerwehr Oberlangenstadt beschlossen. Es dreht sich dabei um eine Gemeinschaftsanschaffung mit der Gemeinde Edelsfeld. Deshalb wurde die Basisförderung in Höhe von 70 000 Euro auf 80 500 Euro erhöht. Zudem gibt es einen weiteren Zuschlag in Höhe von 3500 Euro, da der Markt Küps im "Raum mit besonderem Handlungsbedarf" liegt. Die Gesamtsumme liegt bei 90 000 Euro.

Weiterhin informierte der Bürgermeister über den Neubau des Kindergartens "St.-Jakobi-Strolche" mit Schaffung von zwei Krippengruppen. Demnach genehmigte die Regierung von Oberfranken einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn. Die Gesamtkosten liegen bei rund 3 023 051 Euro, maximal sind 2 298 862 Euro zuwendungsfähig. Der Gesamtzuschuss liegt bei 1 832 000 Euro. Wie Rebhan weiter erklärte, beteiligt sich der Markt Küps am verbleibenden Eigenmittelanteil in Höhe von 1 191 051 Euro, den der Bauträger, die Evangelische-lutherische Kirchengemeinde zu tragen hat, mit 766 862 Euro.

Baumspenden willkommen

In der Bürgerfragestunde ging Rainer Vombrock auf eine Gemeindeordnung aus dem Jahr 1773 ein. Darin hieß es, dass beim Zuzug eines Fremden dieser auf fruchtbarem Boden einen Baum pflanzen müsse. Dies wollte er tun. "Wo können hier Bäume gepflanzt werden?" Dafür gebe es viele Möglichkeiten, antwortete Rebhan. "Wenn wir einen Baum bekommen, finden wir einen Platz. Wir machen uns Gedanken. Baumspenden nehmen wir immer gern entgegen."