Die Kronacher Stadträte und die Stadtverwaltung bringen sich aktiv in die Planungen für den Ausbau der Bundesstraße 173 im Bereich der Ortsdurchfahrt ein. In ihrer vergangenen Sitzung haben sie deshalb Anregungen gesammelt, wie sich die Planunterlage des Staatlichen Bauamtes Bamberg ergänzen ließe. Die bisher vorgesehene Ausbaulänge (Höhe Netto-Markt bis zur Opta-Brücke) sollte ihrer Ansicht nach in Richtung Ruppen ausgedehnt werden, mindestens bis zur Einmündung "Im Eichicht". Die Querungen für Fußgänger und Radfahrer sollten idealerweise kreuzungsfrei ermöglicht werden. Und auch über einen Rückbau der Opta-Brücke wurde nachgedacht.

Mit diesen Wünschen wird sich das Staatliche Bauamt nun befassen. Doch in welchem Stadium befindet sich die Planung? Und hat der eine oder andere Wunsch der Ratsmitglieder Chancen auf eine Umsetzung? Stefan Arneth vom Bauamt nahm hierzu Stellung.
In welchem Stadium sind die Planungen für die Ortsdurchfahrt Kronach der Bundesstraße 173 momentan?
Stefan Arneth: Die im Stadtrat vorgestellte Planunterlage ist Bestandteil einer Machbarkeitsstudie. Nach einer Entscheidung des Stadtrates Kronach werden in einem nächsten Schritt die Planungen zur Erstellung eines Vorentwurfes vergeben.

Welche Maßnahmen sind aus Ihrer Sicht die markanten Änderungen im vorgesehenen Ausbaubereich?
Ein vierstreifiger Ausbau mit baulichen Veränderungen ist aus Richtung Westen kommend nach der Einmündung der Kulmbacher Straße bis zur Opta-Brücke geplant. Die bestehenden Knotenpunkte mit dem Hammermühlweg, Hammersteig/Industriestraße sowie der Siechenangerstraße/St 2200 nach Tschirn werden dabei an die neue Situation angepasst.
Um den Platz für die zusätzlichen Fahrstreifen zu schaffen, wird die Brücke im Zuge der B 173 über die ehemalige Bahnlinie (Stockardtsbrücke; Anm. d. Red.) abgebrochen und die B 173 abgesenkt, so dass die Bereiche der derzeitigen Dammböschungen entfallen können. In der Zufahrt aus der Industriestraße werden zudem Anpassungen im Zuständigkeitsbereich der Stadt Kronach erforderlich.

Gibt es die Möglichkeit, den geplanten Bauabschnitt auszudehnen? Den Stadträten schwebt ja ein Ausbauschritt bis Ruppen vor, um die folgenden Kreuzungen gleich mit einzubinden.
Im Zuge einer Verkehrsuntersuchung wurde die B 173 im Westen von der Einmündung der B 85 aus Kulmbach kommend bis zur Einmündung der Kreisstraße KC 12 (Ruppen) im Osten untersucht. Dabei wurden die Bereiche mit Defiziten in der Leistungsfähigkeit herausgearbeitet, so dass sich der dargestellte Abschnitt ergeben hat.

Wie sollen die Knotenpunkte gestaltet werden?
Die Knotenpunkte Hammersteig/Industriestraße sowie Siechenangerstraße/St 2200 nach Tschirn werden als lichtsignalisierte Knotenpunkte ausgeführt, um eine ausreichende Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Wird im Zuge des jetzigen Bauabschnitts bereits über die Opta-Brücke entschieden? Wie soll es an dieser Stelle mit der Querung der B173 weitergehen?
Die dargestellte Lösung kann unabhängig von einer Entscheidung bezüglich der Opta-Brücke realisiert werden, das geplante Bauende befindet sich außerhalb des Bauwerksbereiches.

In der Ratssitzung war von "kreuzungsfreien Fußgänger- und Radfahrerquerungen" im Ausbaubereich die Rede. Was ist hier geplant?
Die Querung der Fußgänger und Radfahrer im Ausbaubereich ist im Rahmen der Machbarkeitsstudie zunächst höhengleich im Schutze von Lichtsignalanlagen vorgesehen. Weitere Varianten können im Zuge der weiteren Planungen aufgegriffen und bewertet werden.

Sollte alles reibungslos verlaufen, wann wäre dann mit einem Baubeginn und -ende für diesen Abschnitt zu rechnen?
Da für die Maßnahme sehr wahrscheinlich ein Planfeststellungsverfahren erforderlich sein wird, kann zum derzeitigen Zeitpunkt keine Aussage über einen eventuellen Baubeginn getroffen werden.