Ihre Drohung haben die Besitzer des "Café Kitsch" nicht wahr gemacht: Dem Unbekannten, der direkt nach den Weihnachtsfeiertagen in das Café in der Rodacher Straße einbrach und Wechselgeld entwendete, bleibt somit der öffentliche Pranger erspart.

Denn mit dem hatten Sonja und Markus Welsch noch am Mittwoch (27. Dezember) auf der Facebook-Seite ihres Cafés dem Täter gedroht. Sollte er innerhalb eines Tages nicht das Geld anonym zurückgeben, würden sie das Standbild einer Überwachungskamera, auf dem der Einbrecher zu sehen ist, auf dem sozialen Netzwerk veröffentlichen. Einen Tag später hatten bereits über 500 Personen den Aufruf geteilt und somit für eine enorm große Reichweite gesorgt.


Keine genaueren Angaben

Donnerstagabend bedankten sich die Besitzer auf ihrer Facebook-Seite für die Unterstützung, die sie erfahren hätten und schrieben: "Wir schließen diese Akte und jeder kann sich seinen Teil denken!" Offen bleibt, was das nun bedeutet? Ist das Geld zurück? Der Täter gefunden?

Auf diese Fragen eingehen, wollten die Besitzer auf Anfrage von inFranken.de allerdings nicht. Inzwischen sei der Einbruch aber bei der Polizei aufgenommen worden - was diese bestätigt. "Bisher ist noch kein Täter bekannt", heißt es aus der Kronacher Polizeiinspektion. "Die Ermittlungen laufen derzeit." Daher könnten auch keine genaueren Angaben gemacht werden.


Der Diskussion wegen

Zuvor hatten Sonja und Markus Welsch noch darauf verzichtet, die Polizei einzuschalten. In der Hoffnung, durch den so erzeugten öffentlichen Druck zu einem schnelleren Erfolg zu kommen. Einige Facebook-Nutzer prangerten dieses Verhalten allerdings als Selbstjustiz an - zu der es nun nicht gekommen ist.

Bei den beiden Besitzern überwiegt jedoch vor allem Dankbarkeit über die im sozialen Netzwerk erfahrene Unterstützung. "Trotz Schock, sind wir überwältigt von der Solidarität und dem enormen Zuspruch", erklärte Sonja Wich am Freitagabend. "Die meisten Leute wünschen sich eben ein faires Miteinander." Schon alleine die Diskussion darüber, wie man sich in einem solchen Fall richtig verhält, sei es daher wert gewesen, mit dem Fall an die Öffentlichkeit zu gehen.

Ein Foto des Täters könnte aber trotzdem noch veröffentlicht werden. Denn sollte die Polizei die Öffentlichkeit um Unterstützung bitten, könnte ein Standbild die Suche erheblich erleichtern. Verletzungen der Persönlichkeitsrechte, die durch eine Veröffentlichung auf der Facebook-Seite des Cafés möglicherweise entstanden wären, wären dann natürlich kein Thema.