Sind die Windräder im Windpark Hain-Ost nun zu laut oder nicht? Im November soll es darauf nun endlich eine Antwort geben: Vor über einem Jahr reagierte das Kronacher Landratsamt auf lautstarke Beschwerden der Anwohner und verlangte vom Betreiber, ein Gutachten durchführen zu lassen, das den Lärm misst, den die fünf Windräder am Rainberg verursachen.

Vergangenen Freitag war es schließlich so weit. Von 12 bis 15.15 Uhr stellten zwei Messingenieure der Firma Müller-BBM entsprechende Instrumente auf, um zu erfassen, ob die Windräder lauter sind, als der Betriebsbescheid erlaubt. "Endlich waren die Wetterbedingungen gut", sagt Messingenieur Michael Köhl.

Wetter spielt mit

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Vor allem die Schallemissionsmessung im Nahbereich der Anlagen, die wichtigste der vorgenommenen Messungen, sei gut verlaufen. Dafür stellten die Ingenieure 280 Meter Diagonal von der Spitze des Windrads entfernt sogenannte schallharte Platten auf. Wegen des umliegenden Waldes, der eine Messung erschwert, habe nur die Anlage 1 vermessen werden können. "Und das auch nur bei Südwestwind", erklärt Köhl. "Denn nur oben bei der Lichtung kann man fast störungsfrei messen."

Dabei hätte das Wetter den beiden Messingenieuren fast wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Schließlich müssen für eine Messung im Windpark Hain-Ost gleich mehrere Faktoren zusammenkommen: Ausreichend starker Südwestwind, dazu eine trockene Wetterlage, während die Windräder auf maximaler Leistung laufen. Eine Kombination, die im Hain laut Köhl nicht gerade häufig zu finden ist. "Daher waren wir begeistert, dass der für 14 Uhr angekündigte Regen erst später kam", erklärt er.

Nicht ganz so optimale Bedingungen habe es anschließend bei den Messungen aus der Distanz gegeben, weil ein Landwirt Gülle auf seinem Feld ausbrachte. "Aber das musste er machen, solange das Feld noch trocken ist", äußert Köhl sein Verständnis. Ein aussagekräftiges Ergebnis sei dennoch möglich. Aufgrund der Fülle der Daten sei mit diesem aber nicht vor November zu rechnen: "Das dauert, bis die alle ausgewertet sind!"

Wartezeit nicht unüblich

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Die in den vergangenen Monaten geführten Diskussionen darüber, weshalb noch keine Messungen durchgeführt wurden, kann Köhl nicht nachvollziehen: "Das ist nicht untypisch. Dass wir die Messungen nach einem Jahr geschafft haben, ist schon gut. Es gibt Standorte, da sieht das deutlich schlechter aus."

Vergangenen Juni war Köhl erstmals vor Ort, fand dort aber keine idealen Bedingungen vor und beobachtete das Wetter fortan mit Hilfe des Internets. Einen passenden Zeitpunkt habe er auf dem Bildschirm allerdings nie entdecken können. "Der letzte Herbst war nicht ganz so optimal, was Wind und Wetter angeht", erklärt er.

Zu Beginn des Jahres habe dann der Schnee Messungen verhindert. "Insofern war klar, dass es erst diesen Herbst zu einem Termin kommen kann", so der 48-Jährige. "Dass er jetzt sofort zu Beginn der Saison da war, war Glück. Und da muss man die Chance sofort nutzen."