SPD-Kreisvorsitzender Ralf Pohl hält Ulrich Maly für den am besten geeigneten Kandidaten: "Das wäre der richtige Mann für diesen Job. Der Uli ist sehr kompetent und ein außerordentlich erfolgreicher Kommunalpolitiker. Außerdem hat er viel Humor!" Angesichts dessen würde sich Ralf Pohl 51 Prozent für den SPD-Kandidaten erhoffen. "Damit wären wir sehr zufrieden."

SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Richard Rauh hat Ulrich Maly bereits kennen gelernt. "Der hat einen kompetenten und vernünftigen Eindruck auf mich gemacht", was man von Markus Söder nicht unbedingt sagen könne. Beide Kandidaten kämen aus dem fränkischen Bereich. Hinsichtlich der Sieg-Chancen müsse man realistisch bleiben und die Mehrheiten kennen: "Zu meinem Leidwesen würde Söder gewinnen", bedauerte Rauh.


Politisches Meisterstück

CSU-Kreisvorsitzender und MdL Jürgen Baumgärtner mochte sich an der Diskussion Söder/Maly nicht beteiligen. Er kümmere sich lieber um die Energiewende und die Infrastrukturpolitik. "Wir haben eine gewählte Mannschaft, die gar nicht so schlecht ist. Die lassen wir erst mal ihre Arbeit machen. Wenn die Zeit gekommen ist, dann überlegen wir, was in Sachen Ministerpräsident zu tun ist", steckte Baumgärtner den Zeitplan ab.

Der Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn (CSU) war vier Jahre lang Markus Söders Büroleiter und hat ihn aus nächster Nähe erlebt. "Er ist ein Politiker, wie es ihn kein zweites Mal in Bayern gibt", schwärmte Korn. Söder habe die Fähigkeit, Themen aufzugreifen, die die Menschen bewegten und er sei auch ein Macher. Er habe bisher jedes Amt genutzt, um zu gestalten. "Das ist ein politisches Meisterstück, wie er das Finanz- und Heimatministerium nutzt, um die Weichen in die richtige Richtung zu stellen." Es habe sich viel zum Positiven für die Kommunen verändert, auch für die fränkische Metropole Nürnberg habe Markus Söder viel getan. "Ich glaube, dass er die absolut beste Lösung für die Seehofer-Nachfolge wäre." Söder habe jedoch das Problem, dass er Franke sei. Da müssten sich die Oberbayern ein Stück bewegen und dürften ihn nicht so behandeln wie einst Günther Beckstein. "Ulrich Maly ist ein netter Kerl, aber für den bayerischen Ministerpräsidenten reicht nur nett sein nicht aus", meinte Jens Korn.

FW-Kreisvorsitzender Tino Vetter wäre nicht begeistert von einer Direktwahl des Ministerpräsidenten. Alles solle so weiterlaufen wie bisher, "denn es wird sich sowieso nichts ändern". Vetter sympathisiert weder mit Söder - noch mit Maly. Ihm wäre Hubert Aiwanger von den Freien Wählern der liebste Ministerpräsident.

Cilly Volk, Stadt- und Kreisrätin der Frauenliste, hält von einer Direktwahl des Ministerpräsidenten sehr viel. Die Beteiligung an demokratischen Entscheidungsprozessen sei ein geeignetes Mittel, um die Politikverdrossenheit der Bürger zu verringern. Die jüngsten Entwicklungen zeigten, dass die Menschen stärker in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden wollten. Hinsichtlich einer Empfehlung halte sie sich an die Regel bei der Frauenliste, keine Äußerungen zu Kandidaten abzugeben.