Maximilian Schirmer kann von sich behaupten, dass er etwas Exklusives hat. Etwas, das nur wenige Normalbürger vorweisen können: ein Bild, das ihn zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt. Dabei war die Begegnung, die zu diesem Schnappschuss geführt hat, rein zufälliger Natur.

"Die Tante meiner Freundin stammt aus Berlin. Sie hat uns zum Tag der offenen Tür ins Bundeskanzleramt eingeladen", berichtet der Marktrodacher. Als er am Eingang zum Bundeskanzleramt in einer "ewig langen Schlange mit hunderttausend Durchsuchungen und Sicherheitskontrollen" gestanden hat, hat er sich nicht träumen lassen, dass er wenige Stunden später direkt neben der Kanzlerin stehen würde und sich sogar mit ihr ablichten lassen dürfte. "Eigentlich wussten wir gar nicht, dass Frau Merkel kommen würde. Wir dachten, wir könnten nur das Bundeskanzleramt besichtigen, und dann war sie doch da", freut sich der 21-Jährige.

Auf Grund der Sicherheitsvorschriften durften die Besucher fast nichts mit hineinnehmen. "Nur das Handy und Taschentücher sozusagen", erinnert sich Maximilian Schirmer.

Leute strömen zusammen

Plötzlich habe sich eine Menschenansammlung gebildet. Die Leute seien wie verrückt gewesen und hätten sich auf die Zehenspitzen gestellt. In Scharen seien die Besucher herbeigeströmt. "Was ist denn da los?", fragte sich Maximilian Schirmer. "Gibt's da was umsonst? Verschenkt jemand ein Auto?", blickt er heute lachend auf seine Gedanken in dieser Situation zurück. "Frau Merkel kommt", hat er es dann aus der Gruppe heraus murmeln gehört. Da er allerdings ganz hinten in der Reihe gestanden hat, hat er zunächst nichts gesehen, nur irgendwann den typischen Haarschnitt.

"Das könnte sie sein", dachte er sich dann. Und tatsächlich. Bundeskanzlerin Merkel kam, ging auf eine Bühne zu und hielt dort eine Rede. "Sie muss doch aber dann auch wieder raus", überlegte Maximilians Freundin Annika. Ein schlauer Gedanke, denn so sind die beiden vor all den anderen Gästen und Schaulustigen zum Ausgang gelaufen, um Angela Merkel aus der Nähe sehen zu können.

In der ersten Reihe

Der Plan ging auf. "Wir waren in der ersten Reihe beim Ausgang. Fünf Minuten später hatte die Kanzlerin ihre Rede beendet und kam auf uns zu", berichtet Schirmer. Alles sei mit Security-Personal und Bodyguards besetzt gewesen. "Als sie dann an uns vorbeigelaufen ist, habe ich in meiner Art einfach so gefragt: ,Frau Merkel, darf ich ein Foto mit Ihnen machen?‘"

Tatsächlich habe sie eingewilligt. "Ja, muss aber schnell gehen", habe sie geantwortet. Dann habe Maximilian seiner Freundin schnell sein Handy in die Hand gedruckt. "Ich habe mich danach bedankt und gesagt, dass ich sie wählen werden", berichtet der junge Mann lachend. Darüber habe sie sich sehr gefreut.

Nur ein Klischee bleibt

Ein Gespräch konnte der Glückspilz mit Angela Merkel allerdings nicht führen. "An diesem Tag waren noch 150 000 weitere Besucher um sie herum, das muss man sich mal vorstellen. Die Security hätte ein Gespräch auch gar nicht zugelassen", zeigt er Verständnis. Nach dem Foto sei die Kanzlerin sofort in den für sie bereitstehenden Hubschrauber gestiegen.

Der Eindruck von einer steifen Kanzlerin trügt nach Ansicht von Maximilian Schirmer gewaltig. "Sie war super sympathisch, nett, freundlich und viel hübscher, als man sie im Fernsehen immer wahrnimmt", lobt der Marktrodacher Angela Merkel.
Ein Klischee bleibt ihr jedoch erhalten. "Die Hände hat sie vor dem Bauch verschränkt - sogar auf meinem Foto mit ihr."