Das Tor zum Schlossgarten in Schmölz ist wie eine Pforte in die Märchenwelt: Ein geschwungener Kiesweg führt an Blumenbeeten und Büschen sowie dem Teich mit Seerosen und Goldfischen vorbei schließlich zum Treppenaufgang ins Schloss. Die neuen Schlossherren Girle und Paul Eddie Pfisterer öffnen nach der Einweihungsfeier auch bald für Gäste ihre Tore.


Seit 2017 Schlossbesitzer

Seit November 2017 sind Paul Eddie und Girle Pfisterer die neuen Schlossherren. Das kleine Schloss ist für beide viel mehr als nur ein neues Zuhause. Das Ehepaar hat sich viel für die Renovierungsmaßnahmen vorgenommen. Bei ihrem Vorhaben, das Schloss wieder zu einem richtigen Schmuckstück in der Gemeinde zu machen, werden sie von ihren Nachbarn und der Gemeinde Küps tatkräftig unterstützt.

Paul Eddie Pfisterer blutet als Kunsthistoriker, Maler und Musiker beim Anblick mancher Ausbesserungsarbeiten der vorherigen Besitzer das Herz. Er streichelt über eine der Mauern und sagt gereizt: "Es will mir nicht in den Kopf gehen, wie man über so schöne alte Steine Zement putzen kann." Beim Anblick der Rohre und Kabel für Elektrik und Heizung schüttelt er nur den Kopf.

Trotzdem gibt es einige Veränderungen, die ihn ins Grübeln bringen. "Es gibt darüber so wenige geschichtliche Daten und das finde ich schade", sagt er, während er durch den Keller geht. Hier sind bauliche Veränderungen vorgenommen worden, die den Kunsthistoriker vor viele Fragen stellen.

Vor einem der Ausgänge bleibt er stehen und blickt die Treppe hinunter zu einer Steinwand. "Ich vermute, dass das ein Geheimgang ist oder war", sagt er nachdenklich. In einem anderen Kellerraum fand er nur Erde. Das überraschte ihn am meisten und lässt ihm seitdem keine Ruhe mehr. Da müsse er bald mal nachgraben, was darunter ist, meint er lachend.

Für Girle Pfisterer ist es vor allem wichtig eine "tropische Insel in Schmölz" zu erschaffen. Hier machen sich vielleicht auch ihre philippinischen Wurzeln bemerkbar. "Wir wollen hier ein kleines Paradies in Schmölz erschaffen", sagt sie lächelnd und lässt ihren Blick durch den Garten schweifen.

Während ihr Mann eher mit handwerklichen Aufgaben beschäftigt ist, kümmert sie sich um die Planung und das Management. In ihrem Kopf sind schon viele Ideen für die Gestaltung, Angebote und Veranstaltungen. Fest geplant sind Fotoshootings im Schloss und im Garten, sowie auch Trauungen in der hauseigenen Kapelle. Die Philippina verrät: "Wir werden vor allem auf Qualität achten und deshalb auch kleinere Veranstaltungen anbieten."


Letzte Vorbereitungen

In der Galerie und dem Barbereich steht schon alles für die Eröffnung des Cafés bereit: Gläser, Tassen, Löffel, Teller - alles schon fertig ausgepackt auf der Theke. Ein bisschen wird es noch dauern, bis endlich Gäste in der Galerie oder im Garten ihren Kaffee genießen können.

Sie dürfen sich aber auch auf leckere Torten und italienisches Eis freuen. Die Eröffnung des Cafés ist für den 19. Juli geplant. Das Café wird immer nachmittags von Donnerstag bis Sonntag geöffnet sein. Im Herbst wird es auch einen Schlossflohmarkt geben. Die Standgebühr soll dann für einen guten Zweck in der Gemeinde verwendet werden.

Obwohl beide aus völlig anderen Berufen kommen, ergänzen sie sich bei ihrem Projekt sehr gut. Aber auch Familie, Freunde und Nachbarn helfen fleißig mit, um das Schloss wieder zu beleben.

Girle sagt: "Wir wollen ein kleines Paradies erschaffen, wo Menschen sich selbst und die Natur wieder spüren können." Da der Lebensalltag heute immer stressiger wird, will das Paar anderen ermöglichen, Urlaub vor der Haustür zu machen.