Über den Tod redet man nicht so gerne. Dennoch machen sich viele Bürger schon zu Lebzeiten Gedanken um die Bestattungsform. In Ludwigsstadt will man nun, ohne die bisherigen Formen der Erd- und Urnenbestattungen aufgeben zu wollen, dem Wandel der Zeit Rechnung tragen. Künftig sollen auf dem Ludwigsstädter Friedhof auch Beisetzungen mit Sarg in die Wiese und ohne die Errichtung einer Grabanlage möglich sein. Das wurde am Donnerstagabend ohne Gegenstimme in der Stadtratssitzung beschlossen.

Detailliert ging der Friedhofsbeauftragte Thomas Rebhan auf die aktuelle Situation ein. Er sprach von einer veränderten Trauerkultur und davon, dass Angehörige ihren Lebensmittelpunkt oft nicht mehr in der Nähe des Verstorbenen haben. Bisher gab es neben den üblichen Erdbestattungen und Urnengräbern die Möglichkeit der Beisetzung in einem Urnengemeinschaftsgrab. An einer Stele kann auf Wunsch für den Verstorbenen eine kleine Namenstafel aus Schiefer angebracht werden. Diese Bestattungsform sei für die Hinterbliebenen günstiger. Es fallen keine Kosten für Grabstein, Einfassung und Bepflanzungen an, erklärte der Friedhofsbeauftragte.

Nun gab es aber auch Anfragen, ob es denn nicht möglich sei, sich im Sarg in der Wiese beisetzen zu lassen. Wie Rebhan weiter ausführte, biete sich auf dem Friedhof gegenüber den Urnenwiesengräbern eine solche Bestattungsform. Die Fläche wird nach der Beerdigung als Rasenfläche angelegt.

Ablagefläche für Blumen

Die Ruhezeit für solche "Erdwiesengräber" betrage 25 Jahre. Wie auch bei dem Urnenwiesengrabfeld soll eine kleine Ablagefläche für Blumen geschaffen werden. Auch soll die Möglichkeit bestehen, auf einem Holzkreuz die Namen anzubringen. Mit der Beisetzung dieser Art von Erdbestattungen ins Wiesengrab könne ab Oktober 2019 gestartet werden.

Wie Rebhan weiter ausführte, würde die Pflege dieser Anlage durch die Stadt vorgenommen werden. Er betonte aber auch: "Für diese Art der Bestattung kann keine individuelle Gestaltung vorgenommen werden!" Die Pflege dieser Felder werde durch die Stadt ausgeführt.

In diesem Zusammenhang wies Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) darauf hin, dass die Stadt schon seit Monaten einen "Friedhofsgärtner" im Rahmen eines Minijobs suche: "Bisher fand sich leider keiner." Durch den Einsatz eines "Friedhofsgärtners" käme ein regelmäßiger Turnus zustande, was die Pflege der Friedhöfe betrifft.

Dass eine Bestattung in der grünen Wiese Angehörige deutlich günstiger kommt, verdeutlichte Rebhan anhand eines Kostenvergleichs: Alle Ausgaben zusammengezählt (etwa Gebühren an die Stadt, Grabauskauf, Grabstein und Grabpflege) koste eine herkömmliche Erdbestattung auf eine Ruhezeit von 25 Jahren gerechnet insgesamt 7190 Euro. Die Bestattung in der grünen Wiese erfordere lediglich Gesamtkosten in Höhe von 2280 Euro. Wie er weiter berichtete, sei es in Lauenhain seit kurzer Zeit möglich, die Urnenwiesengräber mit einer Steinplatte zu kennzeichnen, auf der der Name des Verstorbenen angebracht wird. "Dieses Angebot wird gut angenommen", so Rebhan.

David Martin (CSU) meinte, dass man versuchen sollte, in allen Stadtteilen möglichst viele Bestattungsformen anzubieten.

Frank Ziener wird Wahlleiter

Im Rahmen der Sitzung wurde beschlossen, für die bevorstehende Kommunalwahl im März 2020 Frank Ziener zum Wahlleiter zu benennen. Sein Stellvertreter ist Bernd Leitner. Das Erfrischungsgeld für Wahlvorsteher und Beisitzer wurde von 25 Euro auf 40 Euro erhöht, das der Wahlhelfer von 15 Euro auf 25 Euro angehoben.

Weiterhin sprach sich das Gremium dafür aus, bei der Kommunalwahl Barcode-Lesestifte einzusetzen. Wie der Geschäftsleiter Frank Ziener erklärte, habe sich diese elektronische Wahlauswertung bei der letzten Kommunalwahl bewährt. Der Einsatz beschleunige die Auswertung. Die Kosten belaufen sich auf rund 2200 Euro.

Maximal 402 Euro Taschengeld

Des Weiteren wurde befürwortet, eine Einsatzstelle für zwei Beschäftigte für den Bundesfreiwilligendienst zu schaffen. Diese Mitarbeiter sollen das Team der Schule sowohl im hausmeisterlichen als auch im pädagogischen Bereich unterstützen. Die Freiwilligen erhalten ein Taschengeld von maximal 402 Euro. Die Sozialversicherung übernimmt die Stadt.

Zum Mobilfunkausbau in Steinbach/Haide kam das Gremium überein, einen Förderantrag einzureichen. Über den Standort des Sendemastes sollen die "Steemicher" bei der Bürgerversammlung im November mitentscheiden.

"Monopol" für Bestatter besteht im Landkreis teilweise noch

Bis zum Jahre 2017 kümmerte sich das Bestattungsunternehmen Krässe im Auftrag der Stadt Ludwigsstadt um die städtischen Friedhöfe, indem es etwa die Gräber aushob und verschloss. Doch diese Monopolstellung wurde vor zwei Jahren aufgehoben. Wie der Friedhofsbeauftragte Thomas Rebhan in der Stadtratssitzung erklärte, können die Angehörigen von Verstorbenen seitdem frei unter den fünf zugelassenen Bestattungsunternehmen wählen. "Das ist vielen Bürgern aber nicht bekannt. Viele meinen, den Krässe nehmen zu müssen", so Rebhan. Er wies darauf hin, dass es Unterschiede bezüglich der Betreuung und Preise bei den Bestattungsunternehmern gibt. Er riet daher den Angehörigen zum Vergleich.

Für unsere Redaktion war dies ein Anlass nachzufragen, wie es in anderen Kommunen mit der Monopolstellung im gemeindlichen Friedhofswesen aussieht. Wie Torsten Michel von der Marktgemeinde Küps erklärte, habe die Gemeinde einen Vertrag mit einem Bestatter, nämlich mit der Firma Götz. Diese ist zuständig für alle gemeindlichen Friedhöfe, wenn es um die Grabvorbereitung und -nachbearbeitung geht. "Wir wollen nicht jeden auf dem Friedhof herumlaufen lassen!". Er spricht von Ortskenntnissen und davon, dass die Gefahr, beim Aushub Nachbargräber zu beschädigen, geringer sei, als wenn mehrere Bestatter diese Aufgaben bewältigen. Die Rechnungen stellt das Bestattungsunternehmen an die Gemeinde und diese gibt sie 1:1 an die Angehörigen weiter.

"Der richtige Weg"

Auch in der Gemeinde Steinbach am Wald gibt es eine Monopolstellung durch das Bestattungsunternehmen Krässe. "Wir sind zufrieden und es ist der richtige Weg", ist Bürgermeister Thomas Löffler überzeugt. Er wies darauf hin, dass dieses Unternehmen bei der Ausschreibung das günstigste war. Und davon würden auch die Angehörigen profitieren. Abgerechnet werden die Leistungen durch die Gemeinde, die diese wiederum den Hinterbliebenen in Rechnung stellt. "Bei uns sind mehrere Bestatter zugelassen", erklärt der Mitwitzer Bürgermeister Hans-Peter Laschka. Die Angehörigen können ihre Bestatter für die Grabvorbereitungsarbeiten frei wählen. "Wir haben damit absolut kein Problem. Beschädigungen gab es bisher nicht!"

Den Worten des Geschäftsleiters Thomas Weber zufolge, sind auf den städtischen Friedhöfen in Teuschnitz alle Bestatter des Landkreises zugelassen. Die Leistungen werden mit der Stadt abrechnet. Für gleiche Leistungen gibt es einen Einheitspreis, der in den Friedhofsgebühren festgelegt ist. "Wir sehen das locker!", erklärt der Pressiger Bürgermeister Hans Pietz. Sein Marktgemeinderat hat vor einigen Jahren, nicht zuletzt auf Wunsch der Bürger, die Monopolstellung für einen Bestatter aufgelöst. Die Regularien und auch die Örtlichkeiten sind den Bestattern bekannt, abgerechnet wird nach den Friedhofsgebühren. "Wir fahren gut damit!"

Auch in Stockheim gibt es keine Monopolstellung. Wie die Friedhofsbeauftragte Julia Wilcek erklärte, können die Angehörigen zwischen den vier zugelassenen Bestattern wählen. Es gebe einen Friedhofsplan, an dem sich die beauftragten Bestatter orientieren. "Das System funktioniert und es gibt keine Probleme"."Wir haben zwar einen Vertrag mit dem Bestattungsinstitut Pabstmann, aber durchaus können auch andere auf Wunsch von Angehörigen den Grabaushub vornehmen, so Wolfgang Förtsch aus Wilhelmsthal. Die Firma Pabstmann und auch die Gemeinde respektieren den Wunsch der Hinterbliebenen. Auch die Tettauer können den Bestatter frei wählen, was Grabvorbereitung und -schließung betrifft. "Bei uns gibt es keinen Hofbestatter", so Bürgermeister Peter Ebertsch.

Wallenfels setzt den Bauhof ein

In Wallenfels dagegen gibt es weder eine Monopolstellung, noch mehrere Bestattungsunternehmen. "Bei uns werden die gemeindlichen Aufgaben bei einer Bestattung durch Mitarbeiter des Bauhofs erledigt", so die Friedhofsbeauftragte Elisabeth Stadelmann.vs