"Loch graben, Baum rein, fertig": So einfach ist Baumpflanzen natürlich nicht. Glücklicherweise waren die Pflanzgruben im "Garten der neuen Erdenbürger" für die jeweils drei Kirsch- und Apfelbäume sowie den Zwetschgenbaum bereits ausgehoben worden, um den Familien der neuen Baumbesitzer diese durchaus schweißtreibende Arbeit abzunehmen.

Stadtförster und Lions-Mitglied Ulrich Dautel erklärte den anwesenden Eltern, Großeltern und weiteren Angehörigen, wie man den Wurzelballen in richtige Tiefe in das Pflanzloch hebt, diesen ausrichtet und mit den Aushub verfüllt. Dann noch gut fest treten und - bei alledem - großzügig wässern nicht vergessen!

Väter packten an

Zu Schaufel und Spaten griffen am vergangenen herbstlich-goldenen Samstagnachmittag überwiegend die Väter der sieben neuen Baumbesitzer. Tatkräftige Unterstützung erhielten die tüchtigen Papas dabei nicht nur vom Stadtförster, sondern oftmals auch (sofern vorhanden) von älteren Geschwistern. Unter ihnen war auch die fünfjährige Emily, die an dem Tag gleich doppelt im Einsatz war. Zum einen half sie bei der Baumpflanzung für ihren sechs Monate alten Bruder Hannes. Zum anderen bekam sie selbst auch einen Baum, dessen Sorte sie sich aussuchen durfte.

Als Kirschen-Fan stand ihr Wunsch natürlich fest: Ein Baum mit Süßkirschen musste es sein. Ihr Bruder erhielt einen Santana-Apfelbaum. "Weil Äpfel so lecker schmecken", erzählten ihre Eltern. Diese wurden auf die Aktion durch einen Flyer des Lions Clubs aufmerksam, den sie zur Geburt ihres Sohnes erhielten. Da ihnen zuvor von der Aktion nichts bekannt war und sie die Idee so toll fanden, beschlossen sie, auch für Emily einen Baum zu pflanzen. Ob das Mädchen und sein Papa ganze Arbeit geleistet haben, wird sich in circa fünf Jahren zeigen, wenn der Baum hoffentlich Früchte trägt und es vielleicht schon zu einem kleinem Apfel- beziehungsweise Kirschkuchen für die Pressiger Familie reicht.

Symbol des Lebens

Bei der Baumpflanzung handelt es sich, so Dr. Hans Hablitzel, um das Aufgreifen einer in allen Natur- und Kulturregionen sich findenden Tradition, vielleicht auch ein wenig um Nostalgie. "Wir wollen damit die Freude über einen neuen Erdenbürger sichtbar ausdrücken - nicht zuletzt wegen der demographischen Entwicklung", erklärte der Lions-Freund stellvertretend für den an diesem Tage verhinderten Präsidenten Christian Mitter.

Der Baum sei Symbol für Leben und Lebenskraft - gewissermaßen auch ein nachwachsendes Denkmal. Er werde zur immer stärker wachsenden Erinnerung und sensibilisiere symbolhaft für Umwelt und Natur. "Der Baum soll die Zuversicht ausdrücken, dass so, wie der Baum Wurzeln schlägt und Früchte bringt, auch der neue Bürger in seiner Heimatstadt Wurzeln schlagen und kräftig gedeihen wird", verdeutlichte Hablitzel, dass der Baum Ausdruck der Identifikation des neuen Erdenbürgers mit seiner Heimat sein solle. Dautel übermittelte die Grüße des ebenfalls verhinderten Bürgermeisters Wolfgang Beiergrößlein. Seit Beginn der Baumpflanzaktion 2013 sind bereits 91 Obstbäume gepflanzt worden.