"Sind wir nicht alle ein bisschen Cuba-boarisch?" Beim Open Air auf der Kronacher Festung verschwammen Sprachen, mixten sich Rhythmen, hielt es kaum noch jemand auf den Rängen. Zugeschlagen hatte die Gruppe "CubaBoarisch 2.0" um Leo Meixner mit seiner "New Generation" und der charismatischen kubanischen Sängerin Yinet.

Bevor es los ging, schwärmte schon Veranstalter und Initiator Rainer Ludwig von einer einzigartigen Mischung aus karibischen Rhythmen und volkstümlichen Klängen. Und wenn viele Besucher sich anfangs vielleicht nicht vorstellen konnten, wie so etwas zusammengeht, waren sie nach den ersten Minuten bereits vollends begeistert. Was die Band musikalisch auf die Bühne zauberte, brachte ein Zuschauer genau auf den Punkt: "Ich weiß nicht so recht, ob ich an Sonne, Meer und Strand oder an Volksfeste mit Dirndl, Lederhose und Blasmusik denken soll. Und das alles gleichzeitig."

Sich einen bayerischen Robin Hood im Kubagewand vorzustellen, schien anfangs tatsächlich etwas gewöhnungsbedürftig. Aber die Kultfigur "Hiasl" oder Hiesel mischte sich musikalisch unter kubanische Lebensfreude und ganz viel "Corazon" (Herz). Und während Bandleader, Sänger und Musiker Leo Meixner mit seinem urbayerischen Charme die Herzen seiner Fans in der Abendsonne schmelzen ließ, schaffte es Sängerin Yinet mit ihrer Stimme, die sich mühelos über Türme und Dächer erhob. "Ich komme aus Guantanamo, also aus der Stadt, nicht aus dem Gefängnis." Mit diesem Satz allein hatte sie das Publikum schon für sich eingenommen. Und das, bevor sie ihr herzerweichendes Liebeslied über eine Frau in Havanna ins Mikrofon hauchte.

"Sie ist wahrscheinlich die einzige Kubanerin, die perfekt jodeln kann", behauptete Leo Meixner und zeigte auf Yinet. "Und sie mag Sachertorte und Weißbier." Diese Liebe käme wahrscheinlich daher, dass sie in Salzburg lebe. Viel Harmonie bewiesen die beiden nicht nur hinter dem Mikrofon, sondern auch davor. Spektakuläre Hüftschwünge animierten das Publikum. Meixner: "Wenn ihr nach dem vierten Lied noch nicht tanzt, dann gehen wir." Ganz so ernst schien das nicht gemeint, aber die Wirkung verfehlte es nicht. Kaum jemanden hielt es noch auf seinem Platz, und wahrscheinlich hätte der Abend noch lange so weitergehen können.

"CubaBoarisch 2.0" ist die Fortsetzung einer Band, die schon eine Generation vorher große Erfolge feierte. Jetzt hat Meixner eine Gruppe von Musikern und Sängern um sich geschart, die von der gleichen Welle getragen werden. "Der Schnittpunkt ist die Volksmusik - und zwar auf beiden Seiten." Manager Peter Rutz hatte die Band immer im Blick, griff musikalisch auch mal ein und freute sich über den Erfolg, den "CubaBoarisch 2.0" in Kronach feiern konnte. Und so erfüllten die Besucher am Ende den Wunsch von Leo Meixner: "Könnt's ihr bitte nochmal so schön kreischen?" mit ohrenbetäubenden Lauten, begeisterten Pfiffen, Standing Ovations, Zugabe-Rufen und langem Applaus.