Neun Unternehmen sind derzeit Kooperationspartner des vom BRK-Kreisgeschäftsführer Roland Beierwaltes und dem Steinbacher Bürgermeister Klaus Löffler initiierten Projektes.

Vor dem Hintergrund, dass die "Lebensqualität für Generationen" sukzessive wachsen soll, kann sich die bisherige Entwicklung sehen lassen, wurde bei einem Bilanzpressegespräch deutlich. Rund 106 Kontakte seien seit der Gründung in seinem Unternehmen zustande gekommen, berichtete der Geschäftsführer von Gerresheimer Tettau, Bernd Hörauf. Bei über 60 Prozent der Anfragen seiner Mitarbeiter handelte es sich um Betreuungsmöglichkeiten der Kinder, knapp 40 Prozent holten sich Rat zwecks Pflege von Angehörigen.

Nicht nur Bernd Hörauf ist überzeugt, dass das Betreuungskonzept aufgrund der wenig werdenden Fachkräfte und der älter werden Bevölkerung, sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber, an Bedeutung gewinnen wird.
Er begründete dies damit, dass in der heutigen Zeit - wenn ein angemessenes Einkommen erzielt werden soll - meistens beide Ehepartner einen Beruf nachgehen müssen. Damit sei die Herausforderung verbunden, die Betreuung von Kindern, die Pflege von Angehörigen und den Beruf mit der erforderlichen Leistungsfähigkeit unter einem Hut zu bringen.

Für die "Lebensqualität von Generationen" spreche, dass jeder Mitarbeiter sich anonym an die Projektmanagerin Antje Angles wenden kann, um sich dort über die Möglichkeiten der Pflege und Betreuung zu informieren, um Hilfe zu suchen, wenn es um die Vermittlung von Betreuungseinrichtungen oder um die Bewältigung von bürokratischen Hürden geht.

Eine Mitarbeiterin, die die "Lebensqualität für Generationen" in Anspruch genommen hat, ist Andrea Neubauer. Die junge Mutter ist beim Kooperationspartner, der Firma Scholz, in Gundelsdorf beschäftigt. Sie suchte in der Ferienzeit eine Betreuung für ihren dreieinhalbjährigen Sohn am Nachmittag. Durch den Einsatz von Antje Angles konnte ein Babysitter in der Nähe ihres Wohnortes gefunden werden. Andrea Neubauer wusste ihr Kind in sicherer Obhut und konnte beruhigt ihrem Job nachgehen, berichtete sie.

Für ihn sei das Betreuungsnetzwerk so etwas wie eine "Versicherung", erklärte der Personalleiter von Wiegand-Glas, Matthias Fröba. Diese werde auch im Ernstfall angenommen. Er sprach von einer moralischen Verpflichtung eines Unternehmens, seine Mitarbeiter bei der Betreuung von Kindern und Angehörigen zu unterstützen und von einer Stärkung der Region.

Der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer, Bayreuth, Hans Rebhan bezeichnete die Lebensqualität als ein Strukturprogramm für den gesamten Landkreis.

Und wie geht es nun weiter? Die Projektleiterin, Antje Angles, wies darauf hin, dass momentan noch die Nachfragen bei der Betreuung von Kindern, vor allem in den Ferienzeiten, einen großen Stellenwert einnehmen. Die Tendenz gehe aber verstärkt hin zu Anfragen bezüglich der Pflege von Angehörigen.

Künftig soll im Buchbacher Mehrgenerationenhaus auch das "Haus der kleinen Forscher" mit etabliert werden. Es geht dabei um Weiterbildungen für Lehrer, Erzieherinnen, damit diese unter anderem Experimente und spannende Versuche mit Kindern zum Erforschen naturwissenschaftlicher Phänomene durchführen können. Erfreut sei man über die Aufnahme des Bundesprogramms der Deutschen Jugendstiftung "Aufschwung für frühe Chancen". Hier ist das Ziel, eine enge Vernetzung verschiedener Partner und die Erhöhung von Bildungschancen für Kinder.

Roland Beierwaltes ging auf die Leistungen von Lebensqualität für Generationen ein. Diese umfassen unter anderem Betreuung und Informationen aus einer Hand "rund um die Betreuung und Pflege von Angehörigen" für Arbeitnehmer der Kooperationspartner. Weiterhin werden Seminare, Workshops zum Thema Pflege durchgeführt. Es finden auf Wunsch Einzelgespräche statt etc. Ziel ist es unter anderem, bis 2018 30 Firmen als Kooperationspartner zu gewinnen.