Die Begeisterung blitzt aus ihren Augen und sie formt sie zu enthusiastischen Worten. Die 19-jährige Lea Neubauer aus Kronach hat ihr Bufdi-Jahr bei der Kronacher Kreisgruppe des Bund Naturschutz fast hinter sich und bereut davon keine Sekunde.

Bufdi, das ist der Bundesfreiwilligendienst, der ein soziales Jahr in unterschiedlichen Bereichen ermöglicht. Menschen können sich hier für das Allgemeinwohl engagieren und praktische Erfahrungen sammeln. Lea hat sich für den Naturschutz entschieden. "Das Thema liegt mir sehr am Herzen. Ich war daran schon als Kind interessiert und wollte mit meiner Zeit einfach etwas Sinnvolles anfangen."

Begeistert ist sie vor allem darüber, dass die Arbeit so abwechslungsreich ist. "Ich habe mit Grundschulkindern Unkraut gejätet und Gemüse geerntet. Es war erstaunlich, wie sehr sich Kinder auch heute noch darüber freuen, einfach mal im Dreck zu wühlen." Gärtnerische Fähigkeiten oder den vielgerühmten grünen Daumen brauche man nicht zwingend, meint sie. Wichtiger sei es, das, was man tut, gerne zu tun.


Anpacken bei der Biotoppflege

Richtig mit anpacken musste die 19-jährige auch bei der Biotoppflege. Die Flächen bei Kaltenbrunn wurden entbuscht. Aber es war nicht nur körperlicher Einsatz, den Lea da an den Tag legte. Sie kümmerte sich beispielsweise um die Homepage der Kreisgruppe, postete in sozialen Netzwerken und erstellte zusammen mit einem Vorstandsmitglied die neue Kreisgruppenbroschüre.

Was sie auch noch besonders beeindruckt hat, sind ihre insgesamt 25 Seminartage. "Da nimmt man so viel mit. Ich war zum Beispiel bei der Weltklimakonferenz in Bonn. Nach einem viertägigen Aktionscampus zur Abschaffung der Kohlekraftwerke habe ich zum Abschluss an einer Großdemonstration teilgenommen. Klima retten - Kohle stoppen, das war unser Anliegen, für das rund 25000 Teilnehmer auf die Straße gingen."

Fünf Tage war Lea auch am Ammersee, wo es um die Überwinterung der Zugvögel ging. "Die Seminare brauche ich unter anderem für meine Naturführerqualifikation. Dieses Zertifikat bescheinigt mir zumindest eine Grundkompetenz in Sachen Naturschutz."


"Keine verlorene Zeit"

Viel gebracht für die persönliche Entwicklung habe ihr das freiwillige, soziale Jahr, das im September zu Ende geht. "Es war keine verlorene Zeit", sagt sie. "Ich werde auf jeden Fall ehrenamtlich weiter für den Naturschutz eintreten." Auf die Frage, welche Richtung sie denn beruflich künftig einschlagen werde, meint sie eher schmunzelnd: "Ich möchte Bibliothekarin werden. Bücher und der Schutz unserer Umwelt liegen mir gleichermaßen am Herzen."

Leas Tipp an ihren Nachfolger: "Auf jeden Fall sollte man sich trauen, auch eigene Ideen einzubringen und sich nicht zurückhalten. Hier findet man nämlich immer ein offenes Ohr."

Sie sei eine wertvolle Unterstützung gewesen, bescheinigt auch BN-Vorsitzende Elisabeth Hoffmann. Auch sie schätzt es, wenn jemand selbstständig arbeitet und neue Anregungen mitbringt. "Man sollte schon Interesse an Umwelt- und Naturschutzthemen haben, aber die Arbeit ist enorm vielfältig."

Bewerben für den Freiwilligendienst kann man sich ab sofort entweder telefonisch unter 09261 94404, per E-Mail: kronach@bund- naturschutz.de oder persönlich in der Kronacher Geschäftsstelle in der Amtsgerichtsstraße. Elisabeth Hoffmann: "Wir freuen uns auf jeden, dem Naturschutz am Herzen liegt und der etwas dafür tun möchte."