Ein Ratsmitglied ist zwar gegenüber der vorherigen Abstimmung (8:13) umgeschwenkt, mit 9:12 Stimmen fanden die fünf geplanten Windräder im Bereich Hain und Wildenberg aber auch diesmal keine mehrheitliche Zustimmung. Das umstrittene Großprojekt, das auch dieses Mal viele Bürger in die Ratssitzung lockte, kam nach der Bearbeitung im Landratsamt nochmals auf die Tagesordnung des Küpser Gremiums.

Das Landratsamt erachtete die Einwände als unbegründet, die dazu geführt hatten, dass der Marktgemeinderat sein Einvernehmen für das Bauvorhaben im Juni verweigert hatte. Die Erschließung sei gesichert und öffentliche Belange wie Bodenschutz, Schutz des Landschaftsbildes oder Artenschutz stünden dem Vorhaben nicht entgegen.

Landratsamt verweist auf Gutachten

"Den vorliegenden Gutachten und der fachlichen Stellungnahme des Umweltingenieurs ist zu entnehmen, dass unter Beachtung von Auflagen schädliche Umwelteinwirkungen nicht zu befürchten sind", zitierte Bürgermeister Herbert Schneider (parteilos) aus dem Schreiben des Landratsamtes. Daher erhalte die Gemeinde die Gelegenheit, ihre Meinung zu ändern. Andernfalls beabsichtige das Amt, das gemeindliche Einvernehmen zu ersetzen.

Thorsten Stalph (CSU) monierte, dass das Landratsamt auf etliche Einwände des Marktes Küps und der Bürger gar nicht eingegangen sei. Der Bürgermeister widersprach Stalph jedoch bei dessen Behauptung, dass die Küpser bei der Planung regelrecht ausgeschlossen worden seien: "Wir sind in den Verfahrensweg eingebunden. Bei anderer Sicht müssen Sie sich an das Landratsamt wenden."

Schneider betonte auch, dass vom Landratsamt kein Druck aufgebaut werde. Vielmehr sei die erneute Abstimmung formal vorgegeben. "Das ist Verwaltungsrecht. Wir sollten da nichts hineininterpretieren." Zuvor hatte Gerhard Sesselmann (FW) darauf verwiesen, dass es keine neuen Fakten gebe, die zu einer Änderung seines Abstimmungsverhaltens führen würden und dass das Gremium seine Meinung schon kundgetan habe. "Man muss auch mal die Meinung der Bürger vertreten und Nein sagen können!", betonte er.

Kritik am Landratsamt

In die gleiche Kerbe schlug Helga Mück (FW). Sie versicherte, dass sich kein Ratsmitglied seine Entscheidung leicht gemacht habe. Im Schreiben des Landratsamtes machte sie hingegen nur "sehr allgemein gehaltene Aussagen" aus.

Ursula Eberle-Berlips (CSU) verwies darauf, dass es in ihrer Fraktion unterschiedliche Blickwinkel auf das Projekt gebe und daher jeder nach eigenem Ermessen abstimmen werde. Dieter Lau (SPD) vermisste neue Argumente. Er fürchtet außerdem, dass die "Toskana des Frankenwalds" viel von ihrer Attraktivität einbüßen werde, wenn die fünf Windkraftanlagen verwirklicht werden, denen weitere folgen könnten.