Entwickelt sich die "Ortsumgehung Zeyern" zu einer unendlichen Geschichte? Kommt eine Einigung zu Stande oder zerreißt das Thema noch mehr die Dorfgemeinschaft?

Fakt ist, dass das Staatliche Bauamt bei der weiteren Vorgehensweise derzeit noch die nächste Gemeinderatssitzung abwarten will. Der Grund: Wie aus sicherer Quelle zu erfahren war, zieht das Gremium eine Kündigung des Pachtvertrags mit dem DJK/SV Zeyern-Roßlach in Erwägung. In der nächsten nichtöffentlichen Sitzung soll darüber entschieden werden.

Das ist auch dem Staatlichen Bauamt bekannt. Wie der Leiter der Servicestelle Kronach, Jürgen Woll, auf Anfrage Mitte September mitteilte, wollte sich die Behörde in der ersten Novemberwoche mit dem vor etwa zwei Wochen eingereichten "erweiterten Angebot" des DJK/SV Zeyern-Roßlach auseinandersetzen beziehungsweise über die weitere Vorgehensweise entscheiden. Auf Grund dessen, dass nun die Gemeinde eine Kündigung des Pachtvertrags in Erwägung ziehe, wolle man zuerst deren Beschluss abwarten. Sollte die Mehrheit des Gremiums eine Aufhebung befürworten, ergebe sich ja eine "vollkommen andere Situation", so Woll auf Anfrage am Donnerstag. Es mache wenig Sinn, zuvor Stellungnahmen abzugeben beziehungsweise Vorschläge zu unterbreiten.

Obwohl Bürgermeister Norbert Gräbner eine mögliche Kündigung des Pachtvertrags nicht deutlich bestätigte ("es wäre eine Option"), appelliert er doch an den DJK/SV Zeyern-Roßlach, das Angebot des Staatlichen Bauamts anzunehmen, zumal dieses recht attraktiv für den Sportverein sei. Er will nochmal das Gespräch suchen.

Unverständnis für Verein

In die gleiche Kerbe schlägt die Interessengemeinschaft Zeyern. Hier bestätigte Werner Hempfling eine Zusammenkunft vor zwei Tagen. Es sei ein Schreiben an den DJK/SV Zeyern-Roßlach verfasst und dem Verein mittlerweile übergeben worden. In dem werde unter anderem an den Sportverein appelliert, nochmals über das Angebot des Straßenbauamts nachzudenken. Er könne nicht nachvollziehen, warum der Verein dieses ablehne. Würden doch ein neuer Sportplatz, ein beheiztes Umkleideheim und eine Verzehrstelle in Aussicht gestellt. Er, als langjähriger Vorsitzender des Frankenwaldvereins, könne nur den Kopf schütteln, dass ein Verein ein derartiges Angebot mit einem Volumen von rund 300.000 Euro ablehne.

Hempfling weist darauf hin, dass der Interessengemeinschaft sehr an einer außergerichtlichen Einigung gelegen sei. "Wir sind neutral!" Er befürchtet, wenn tatsächlich der Pachtvertrag durch die Gemeinde gekündigt werden sollte, der DJK/SV Zeyern-Roßlach leer ausgehe. Das würde dem Zusammenleben in Zeyern nicht dienlich sein.
Er wisse von nichts, so der Rechtsanwalt des DJK/SV Zeyern-Roßlach, Stefan Kollerer, auf Nachfrage. Sein Mandant und er warteten immer noch auf eine Antwort des Straßenbauamts. Soweit ihm bekannt sei, befinde sich das Areal des Sportvereins in den Händen von zwei Eigentümern: der Kirche und der Gemeinde.

Die nächste Gemeinderatssitzung in Marktrodach ist für 19. November anberaumt.