Hinter den Schaufensterscheiben standen einst die Autos mit dem Blitz auf der Haube. Nach dem Auszug der Firma Bieber gab es Zweiräder zu sehen. Die Firma Dressel verkaufte und reparierte Fahrräder in der Schwedenstraße 33, gleich neben dem Kino. Inzwischen sind die Drahtesel nach Fröschbrunn gezogen. Die Schaufenster sind abgehängt. Die alte Verkaufsfläche steht leer. Doch es hat schon jemand seine Fühler nach den verwaisten Räumlichkeiten ausgestreckt.
"Ja, ein Interesse besteht", stellt Silvia Tübel fest. Sie ist die stellvertretende Leiterin des Caritas-Sozialladens. Wie sie erklärt, würde das "Lädla" gern aus der Rosenau in die Geschäftsräume in der Schwedenstraße umziehen.


Engpass im Laden und im Umfeld

Der Grund dafür sind die momentan beengten Verhältnisse - sowohl im Laden als auch hinsichtlich der Parkplatzsituation im unmittelbaren Umfeld. Diese Ausgangslage würde sich in den ehemaligen Dressel-Räumen deutlich entspannen. "Wir möchten beispielsweise gerne einen Wartebereich für unsere Kunden bieten. Das könnten wir dort tun", so Tübel.

Ob es wirklich zu diesem Umzug kommt, bleibt jedoch noch abzuwarten, denn "das Verfahren läuft noch". Für eine Nutzung des Gebäudes in der Schwedenstraße sind diverse Genehmigungen notwendig. Deshalb muss zurzeit noch abgewartet werden, wie die Behörden zu dem Vorhaben stehen.

Das Landratsamt signalisierte am Freitag auf unsere Nachfrage jedoch schon, dass die "Baugenehmigung in Bezug auf eine Nutzungsänderung" bei dieser Behörde offenbar auf keine Hürden stößt. "Die Genehmigung wird wohl in wenigen Tagen versandt", so Pressesprecher Bernd Graf.


Drohender Leerstand

Links von der Filmburg scheint also eine zeitnahe Lösung für einen Leerstand auf einem guten Weg zu sein. Rechts vom Kino gestaltet sich die Situation offenbar noch schwierig. Und das, obwohl der Leerstand dort noch gar nicht besteht.
Momentan ist Tobias Holland noch mit "Holly's Cinemabar" im Kettelerhaus daheim, doch schon bald wird diese Gaststätte schließen (wir berichteten). Nach der Musiknacht am 28. Oktober ist Schluss. Darauf hat sich der Wirt mit der KAB geeinigt. Auf Grund der Altersstruktur des Vereins will die KAB das Gebäude nämlich verkaufen.

Wie Hermann Mäusbacher für die Kronacher KAB bestätigt, hat sich daran nichts geändert. Die Schließung des Lokals ist weiterhin für Ende Oktober vorgesehen, der Verkauf der Immobilie das Ziel. Allerdings hat sich bislang noch kein konkretes Kaufangebot ergeben. "Wir hatten am Mittwoch einen Interessenten hier", stellt Mäusbacher fest. Allerdings habe dieser die Räume vorerst nur besichtigen und den Investitionsbedarf einschätzen wollen.


In der Oberen Stadt

Nicht weit von der Schwedenstraße entfernt tut sich bei einem weiteren Leerstand ebenfalls etwas. In der Oberen Stadt wurde vor einigen Wochen das Traditionsgasthaus "Scharfes Eck"verkauft. Ein Bamberger hat hier den Zuschlag bekommen, wie uns Marion Steller, Tochter der früheren Besitzerin erklärt. Soweit ihr mitgeteilt wurde, soll die Gaststätte künftig nicht regelmäßig geöffnet haben, sondern für besondere Veranstaltungen - die Rede war von der so genannten Steampunk-Szene - genutzt werden. Näheres war noch nicht zu erfahren, da der neue Besitzer nicht zu erreichen war.