Es blubbert und zischt. Ein gewaltiger Schaum bahnt sich seinen Weg aus den Flaschen und Gläsern von Katharina, Paulina, Hannah und Max. Gerade hatten die kleinen Forscher eine Prise eines geheimnisvollen weißen Pulvers in eine ausgeklügelte Mischung aus gefärbtem Wasser und allerhand Zutaten gegeben: Jetzt bricht ein Vulkan nach dem anderen aus.

"Das ist Natron. Damit gibt es eine chemische Reaktion", weiß die kleine Katharina. Verletzt wurde durch die brodelnde Lava natürlich niemand. Es handelte sich lediglich um ein einfaches Experiment, bei dem die Kinder spielerisch lernen, wie CO 2- Sprudelgas erzeugt werden kann. Viele solcher Experimente wurden von den Kindern und ihren Erzieherinnen seit 2011 im katholischen Kindergarten Maria Theresia Gerhardinger durchgeführt - so viele, dass man nun für diesen Forschergeist mit der Plakette "Haus der kleinen Forscher" belohnt wurde.

Große Freude bei den Kindern

Entsprechend groß war die Freude bei den Kindern und dem Kindergarten-Team. Die Urkunde und die Zertifizierungsplakette wurden im Beisein vieler Ehrengäste vom stellvertretenden Vorsitzenden des IHK-Gremiums Kronach, Hans Jürgen Möhrle, überreicht. Entgegengenommen wurden diese - stellvertretend für den Kindergarten - von der Leiterin Birgit Kestel. Laut Möhrle ziele die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Initiative darauf ab, bereits Kinder im Vorschulalter für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und somit frühzeitig die Weichen für den benötigten Fachkräftenachwuchs zu stellen.

Über die große Auszeichnung freuten sich der Geschäftsführer der katholischen Kindertagesstätten im Dekanat Kronach, Thomas Pyka, sowie Elternbeirats-Vorsitzende Christiane Schinzler. Sie und Kronachs Dritter Bürgermeister Hans Simon (SPD) würdigten das Engagement des Kindergarten-Teams. von der IHK erhielt jedes Kind seine eigene Forscherplakette sowie einen Teddy.

Kinder führen Farbentanz auf

Geforscht wurde im Rosenberg-Kindergarten in den Bereichen Feuer, Luft, Eis und Wasser und insbesondere im Bereich der Farben. Alle Experimente hatten die Kinder in einem Forscherbuch festgehalten. Mit dem Forschen wird natürlich auch in Zukunft weitergemacht. Die Kinder ließen es sich nehmen, ihren großen Tag selbst mit einem Farbentanz sowie schönen Liedern - wie dem Forscher-Rap und dem Hieronymus-Frosch-Lied - sowie weiteren spannenden Versuchen zu umrahmen.

Die Auszeichnung

Die Auszeichnung können in Deutschland Kindergärten erhalten, die als Mitglied eines lokalen Netzwerks der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" regelmäßig mit den Kindern experimentieren und sowohl naturwissenschaftliche als auch technische Fragestellungen fest in ihr Angebot einbinden. Die Erzieherinnen werden zunächst in themenspezifischen Workshops geschult. Können die Einrichtungen die regelmäßige Durchführung von Forschungsprojekten nachweisen, werden sie zum "Haus der kleinen Forscher". Die Erstzertifizierung ist zwei Jahre gültig. Danach besteht die Möglichkeit, sich erneut um die Zertifizierung zu bewerben.

Die Auszeichnungsfeier nutzte der Kindergarten auch, um der Erzieherin Andrea Engelhardt zu ihrem 25-jährigen Dienstjubiläum zu gratulieren. Thomas Pyka überreichte ihr die Ehrenurkunde des Freistaats Bayern.
Erzieherin war seit jeher der Traumberuf der Kronacherin. "Ich möchte keinen anderen Beruf. Außerdem gefällt es mir im Rosenberg-Kindergarten sehr." In den 25 Jahren habe sich viel geändert. Die Bildungsziele hätten sich verändert und seien umfassender geworden.