"Axel Baumann hat sich seit weit mehr als 20 Jahren insbesondere um die Hundeausbildung sehr verdient gemacht. Mit Kathrin Kutschka haben wir erstmals seit 130 Jahren eine Frau im Vorstand. Sie geht auch auf die Jagd", stellte der Kreisvorsitzende den Einsatz der beiden Geehrten für die Jägerschaft im Landkreis heraus.
Bei den Neuwahlen für die kommenden vier Jahre ergab sich lediglich eine Änderung. So wird der Vorstand um Oliver Bauer als Drittem Vorsitzenden ergänzt. Der gebürtige Höfleser, jetzt in Marktzeuln beheimatet, absolvierte seine Jungjäger-Ausbildung in der Kronacher Jägerschule. Der 42-Jährige ist Software-Entwickler.

Bernhard Schmitt berichtete von einem regen Vereinsleben und einem ereignisreichen Jahr. "Das Bläsercorps ist nach wie vor das Aushängeschild unseres Vereins", betonte Schmitt und ging auf dessen Auftritt bei der Hubertusmesse im November in der Pfarrkirche Glosberg ein. Auch dort hatte das Bläsercorps unter Leitung von Heiner Reuß sein Können demonstriert und die Gottesdienstbesucher begeistert.

Derzeit zählt die Kreisgruppe 427 Mitglieder, davon 390 Hauptmitglieder. Besonders erfreulich sei dabei die hohe Anzahl an jungen Mitgliedern. Neben der Ausrichtung eigener Veranstaltungen hatte die engagierte Kreisgruppe viele weitere jagdliche Termine bestritten. "Wir sind auf einem Super-Weg. Für den Fortbestand unserer Kreisgruppe ist es wichtig, junge engagierte Leute zu gewinnen", war sich Schmitt sicher. Hierzu gehöre insbesondere eine fundierte Ausbildung, die in Kronach sehr kompetent erfolge.

Lob für die Jägerschule

Auch die einzelnen Ausschuss-Vorsitzenden hielten kurz Rückblick. Bezirksbläserobmann Heiner Reuß informierte, dass die Kreisgruppe derzeit über 19 Bläser verfüge. Hinzu kämen sechs Leute in Ausbildung, die man bis zum Auftritt beim Schützenfest 2013 integrieren wolle. Bernd Laaß, Leiter der Kronacher Jägerschule, lobte die hervorragende Arbeit seiner Referenten, die ihren Dienst weit über das normale Maß hinaus verrichteten. Die Ergebnisse seien wiederum sehr gut gewesen. Der aktuelle Kurs zählt elf Teilnehmer. Der Verantwortliche für den Nachsuchering, Alexander Kelle, berichtete von 125 Nachsuchen 2012. Adolf Beier lenkte den Fokus auf den Naturschutz. "Wir sind auch ein anerkannter Naturschutzverband", betonte er. Laut Klaus Riedel, Leiter des Projekts "Wild und Straße", sind im vergangenen Jahr diverse neue Maßnahmen gegen die zunehmende Anzahl von Wildunfällen installiert worden.

Am Sonntag fand in der Schulturnhalle Rothenkirchen auch die Hegeschau des Landkreises Kronach statt. Eingeladen hatte der Jagdschutz- und Jägerverband Kronach. Landrat Oswald Marr zeigte anhand von Zahlen den hohen Einsatz der Jäger auf.

Den Auftakt bildete traditionell das Bläsercorps der Kreisgruppe Kronach unter Leitung von Heinrich Reuß. "Für mich ist die Hegeschau nicht eine durchzuführende gesetzliche Pflichtveranstaltung, sondern ein Stück jagdliches Brauchtum", betonte der Leiter der ausrichtenden Hegegemeinschaft Rothenkirchen, Reinhold Heinlein.

Mit den ausgestellten Trophäen demonstrierten die Jäger nicht, dass sie nur um der Trophäen Willen jagten, sondern um ihrem jagdlichen Auftrag - dem Erhalt eines artenreichen und gesunden Wildbestands - nachzukommen. "Leider ist das bewährte Deutsche Reviersystem auf dem besten Wege, juristisch ausgehebelt zu werden", sprach er die anstehende Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte an.
Landrat Oswald Marr (SPD) freute sich, dass die Hegeschau auch heuer wieder viele Jäger, Angler, Bauern, Waldbauern, Förster sowie Behördenvertreter und Naturliebhaber an einen Tisch bringe. Sie leiste einen wichtigen Beitrag zur landkreisbezogenen Umweltinformation und diene der Kommunikation untereinander.

Beispielhafter Einsatz

Forstminister Helmut Brunner (CSU) habe bei der Vorstellung der "Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2012" im Bayerischen Landtag mitgeteilt, dass es "in den vergangenen Jahren vielerorts gelungen ist, Wald und Wild miteinander in Einklang zu bringen". Dies sei dem beispielhaften Einsatz von Jägern und Waldbesitzern zu verdanken. "Die Abschuss-Empfehlung in fünf Hegegemeinschaften lautet ,beibehalten‘ und in nur einer Hegegemeinschaft ‘erhöhen‘", so der Landrat.

Man müsse weiterhin versuchen, mit konsequenten Gegenmaßnahmen durch Jäger und Forstleute die Wildunfälle zu minimieren. Im vergangenen Jahr seien diverse neue Maßnahmen gegen Wildunfälle installiert worden, die von Projektleiter Klaus Riedel umgesetzt würden. Zum bewährten Duftzaun seien auch eine neue Teststrecke mit dem blauen Reflektor und an einem anderen Schwerpunkt blaue Bänder mit Duftstoff installiert worden.

Mehr Wildunfälle

Dennoch seien die Wildunfälle im Trend gegenüber den Vorjahren enorm angestiegen. Das Gravierendste dabei: "Es waren 63 Wildsauen beteiligt, das heißt bei jedem fünften Wildunfall ist Schwarzwild betroffen." Dies bedeute eine höhere Anzahl an Personen- und Sachschäden als in den Vorjahren, als hauptsächlich Rehwild und Füchse beteiligt waren. Marr appellierte an die Revierleiter, Wildunfälle nicht als Nebensache zu betrachten.

Der Vorsitzende der BJV-Kreisgruppe Kronach, Bernhard Schmitt, war erfreut über den stark angestiegenen Schwarzwild-Abschuss. "Wir haben unser Bestmögliches getan. Doch die Spitze des Eisbergs ist noch nicht erreicht. Vielmehr gehen wir von einer jährlichen Populations-Entwicklung von 200 Prozent aus. Wir wissen nicht, wohin die Reise geht", bedauerte er.

Pressigs Bürgermeister Hans Pietz (FW) lobte: "Die Jäger leisten mehr als Pirsch und Ansitz. Sie regulieren die Wildbestände." MdB Hans Michelbach (CSU) berichtete, dass die Ansprüche der Land- und Forstwirtschaft oft mit dem hektischen - in unseren Wäldern stattfindenden - Freizeitsport kollidierten. "Die Jagd gehört in unsere Region, sie ist Teil der Region", appellierte er. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit der grundstücksübergreifenden Jagd.

Erwin Schwarz, Kreisobmann im Kreisverband Kronach des Bayerischen Bauernverbands, dankte den Jägern für die Hege und Pflege des Wildes sowie den Schutz der Natur. Sicher zeigte er sich auch, dem Schwarzwild-Problem nicht mit normalen Methoden Herr werden zu können. Man brauche effektivere Jagdmethoden.

Jagdstatistik Im Jagdjahr 2012/2013 wurden 51 Stück Rotwild (28 Hirsche, ein Alttier, zehn Schmaltiere und zwölf Kälber) erlegt. Im selben Zeitraum kamen 763 Stück Schwarzwild zur Strecke, für das Jagdjahr 2012/2013 wurden bis zum 12. März 1049 Stück Schwarzwild erlegt. Für circa 20 Reviere liegen noch keine Streckenlisten vor, so dass die endgültigen Zahlen noch nicht festgestellt werden konnten. Für das Rehwild im Jagdjahr 2012/2013 können noch keine aktuellen Zahlen genannt werden, da noch nicht alle Streckenlisten vorliegen.

Wildunfallstatistik Vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012 wurden 391 Wildunfälle von den Polizeiinspektionen Kronach und Ludwigsstadt gemeldet. Dies waren rund 100 Wildunfälle mehr als ein Jahr zuvor. Betroffen waren 293 Rehe (vor einem Jahr waren dies noch 100 weniger), zusätzlich 63-mal Schwarzwild sowie 35-mal Füchse und Dachse.

Unfallschwerpunkte Die Unfallschwerpunkte haben sich vom Norden des Landkreises in den Süden verlagert. Der erste Schwerpunkt ist in Kronach-Süd, gefolgt vom Raum Mitwitz, Kronach-Nord, dem Raum Nordhalben sowie dem nördlichen Landkreis/Raum Rennsteig.

Schatzmeister Winfried Wachter gab bei der Kreisversammlung der Jäger in der Schulturnhalle einen Einblick in die wirtschaftliche Situation. Kassenprüfer Werner Steller bescheinigte eine einwandfreie Kassenführung. Er regte eine mäßige Erhöhung des Jahresbeitrags an - auf Grund der Kosten für die Rechtsschutz-Versicherung der Mitglieder. Darüber wird gesondert diskutiert.


Es gab auch Ehrungen:


25 Jahre Treuenadel in Silber: Klemens Daum (Teuschnitz), Hubertus Hein (Stockheim), Peter Meier (Redwitz), Otto Müller (Mitwitz), Frank Reisenweber (Redwitz), Edgar Völk (Burggrub), Kreisfischereiverein Kronach

40 Jahre
Treuenadel in Gold: Walter Drechsler (Emmersheim), Hermann Erlmann (Küps), Horst Hühnlein (Tüschnitz), Klaus Küfner (Steinwiesen), Wolfgang Maryniok (Kronach), Klaus Riedel (Kronach), Lorenz Wagner (Küps), Harry Barras (Steinberg), Klaus-Dieter Emmert (Kronach)

50 Jahre Treuenadel in Gold: Horst Böhm (Kronach), Heinrich Fischer (Küps), Ludwig Hetz (Küps), Klaus Kohlmann (Kronach), Manfred Rebhan (Tettau), Willy Strysio (Kronach), Albert Weiß jun. (Wilhelmsthal)

60 Jahre
Treuenadel (Sondergold): Fritz Zeipelt (Kronach),

Eichenkranz in Bronze:
Axel Baumann (Theisenort), Kathrin Kutschka (Kronach)

Neuwahlen Die Neuwahlen erfolgten unter dem Wahlausschuss von Frank Jungkunz, Gerd Spindler und Eva Fröhlich. Gewählt wurde per Akklamation: Vorsitzender Bernhard Schmitt, Zweiter Vorsitzender Eckhard Schneider, Dritter Vorsitzender Oliver Bauer (neu), Schatzmeister Winfried Wachter, Schriftführerin: Kathrin Kutschka, Kassenprüfer: Werner Steller, Wolfgang Maryniok.

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