Viel Beifall und ein klanggewaltiges "Halleluja" als inniger Abschluss - Kirchenmusikdirektor Marius Popp hatte seine Musiker und Sänger für das schon zur guten Tradition gewordene Neujahrskonzert punktgenau vorbereitet und verstand es, sie zu einer großartigen Leistung zu inspirieren.

So unterschiedlich die einzelnen vom Dekanats-Chor Kronach, dem Posaunenchor der Christuskirche & Friends wie auch vom Dekanatskantor selbst an der Orgel kredenzten musikalische Werke auch waren, so prächtig harmonierten diese und verschmolzen zu einem "runden Ganzen". Und das gestaltete sich so lebendig und frisch, dass man noch viel länger hätte zuhören mögen.

Bläser spielen zum Lob Gottes

Festlich, nostalgisch und heiter: Der musikalische Jahresauftakt, der die erfreulich vielen Zuhörer am Sonntag erwartete, wusste schon alleine bei einem Blick auf das abwechslungsreich und üppig bestückte Konzertprogramm zu beeindrucken.

Mit viel Schwung bot der Posaunenchor einen Ohrenschmaus der Extraklasse mit klar und fein herausgearbeiteten Phrasierungsbögen, Stimmverläufen und dynamischen Akzentsetzungen. Gerne ließen sich die Zuhörer vom famosen Spiel unter dem umsichtigen Dirigat von Popp verzaubern, das dem ersten dargebotenen Titel "Splendor of Brass" ("Pracht der Bläser") des zeitgenössischen Komponisten Martin Schlotz alle Ehre machte.

Der beschwingten Intrade von Ralf Grössler folgte die Choralfantasie "Wie soll ich dich empfangen" des bayerischen Landeskirchenmusikdirektors Ulrich Knörr.

Strahlend gestaltete sich der Zusammenklang der Bläser mit der "Königin der Instrumente" bei Pachelbels "Singet dem Herrn", Händels festlichem "Joy to the World" ("Freue dich, Welt") sowie dem laut jubelnden Lobgesang "Gloria in excelsis deo". Das von Michael Praetorius 1607 aus drei mittelalterlichen Weihnachtsgesängen zusammengesetzte "Quem pastores laudevere - Den die Hirten lobeten sehre" brachte ebenso die überschwängliche Freude über die Ankunft des Herrn zum Ausdruck wie "Der Heiland ist geboren" sowie das einzigartige "Adeste fideles". Bei den weihnachtlichen "Gute-Laune"-Stücken "Feliz navidad", "Let it snow", "Deck the hall" sowie "Hark, the herald angels sing" konnte man im Publikum gar nicht anders, als fröhlich im Takt mitzuwippen.

Gesangkunst trifft Herz und Seele

Voller Klangschönheit und Ausdrucksfähigkeit gestalteten sich die exzellent - ebenso einfühlsam wie spannend - dargebotenen Klangbögen des Dekanats-Chores Kronach. Mit Intensität und klarer Stimmführung wurde die romantische Stimmung in Mendelssohns Psalmvertonung "Richte mich Gott" schön herausgearbeitet, so dass sich die ganze Klangpracht ebenso freudig entfalten konnte wie beim preisenden "Laudate" des großen schwedischen Chorkomponisten Knut Nystedt.

Eine tiefe Innigkeit im weichen, akzentuierten Chorklang verströmten die modernen Werke von Javier Busto "Ave Maria" sowie "Responsorio - o magnum mysterium" mit Stimmen, die sich wie Samt und Seide einfühlsam aneinanderschmiegten. Einfach großartig!

Den gewaltigen Schlusspunkt unter das Jahresauftaktkonzert setzten alle Mitwirkenden gemeinsam mit Händels prachtvollem "Halleluja" aus dem berühmten "Messias"-Oratorium. Welch schillernde Lobpreisung des herrschenden Gottes!

Mancher im völlig mitgerissenen Publikum hätte gerne laut mitgesungen: "Denn Gott der Herr regieret allmächtig." Es war das feierlich-majestätische Finale eines musikalisch hochkarätigen Abends, bei dem der Kirchenmusikdirektor auch solistisch an der romantischen Steinmeyer-Orgel in Erscheinung trat und damit die Seelen der Besucher streichelte, so etwa gleich zu Beginn mit Clara Schumanns Präludium und Fuge in B-Dur sowie im weiteren Verlauf mit "Vom Himmel hoch" und der Pastorale (BWV 590) des Altmeisters Bach. Darüber hinaus bereicherte er auch den Posaunenchor. So hatte er gut zu tun, von einem Klangkörper zum nächsten zu eilen und eine Energieleistung zu vollbringen.