"In puncto Kommunikation ist 2013 ein entscheidendes Jahr für ,Kronach leuchtet‘", sagt Rolf Hering, Designer und Mitglied des Vereins "Kronach Creativ". Entscheidend sei der neue Termin, da Kronach nicht mehr im Juni, sondern bereits im Mai leuchtet. Das allen Menschen mitzuteilen, habe "oberste Priorität", fügt er hinzu. "Es wäre fatal, wenn wir interessierte Menschen nicht rechtzeitig informieren, dass wir eine Terminverschiebung haben."

Auch grafisch wollen die Organisatoren von "Kronach leuchtet" darauf hinweisen, weswegen Rolf Hering einen Leitfaden erstellt hat, wie sich die Veranstaltung in der Öffentlichkeit, beispielsweise auf Plakaten, präsentiert. Puristisch habe er das Design gestaltet, sagt Hering. Sämtliche Elemente weisen auf "Kronach leuchtet" hin: Eine große blaue Fläche, auf der viele Lichtstrahlen zu sehen sind. "Das Blau steht für den Übergang von Tag zu Nacht", erklärt Rolf Hering.

Ein Logo gibt es nicht

"Es ist eine farbliche Analogie zum Beginn von ,Kronach leuchtet‘, das auch beginnt, wenn die Nacht hereinbricht." Die Lichtstrahlen stünden ebenfalls für die Veranstaltung. Oben der Titel, wobei "Kronach" in Großbuchstaben prangt. Ganz zurückgenommen, nichts Spektakuläres.

Absicht sei das, nichts anderes: "Unsere Kommunikation ist bisher extrem reduziert ausgefallen." Auf den Werbemitteln, die bisher veröffentlicht wurden, sind keine Menschen und keine beleuchteten Gebäude zu sehen gewesen. Fürs erste solle nichts von der zentralen Botschaft ablenken: dem neuen Termin von "Kronach leuchtet". Der grafische Leitfaden könne allerdings auch mit Bildern kombiniert werden, sagt Hering. Ohnehin sei das grafische Konzept nicht in Stein gemeißelt. "Es ist mir wichtig, die Lebendigkeit zu erhalten." Lebendig, wie die Veranstaltung selbst. ",Kronach leuchtet' ist eine sehr heterogene Veranstaltung, die sich wandelt. Die Installationen werden immer aufwendiger und vielfältiger. Wenn wir heute den Status quo in einer Marke widerspiegeln würden, laufen wir Gefahr, dass das in zwei Jahren vielleicht nicht mehr passt." Ein Logo gibt es deshalb nicht.

Leitfaden soll sich entwickeln

Die Schriftart, die in dem Leitfaden festgelegt ist, ist übrigens dieselbe, die auch die Stadt Kronach für ihre Außendarstellung verwendet. Absicht, sagt Rolf Hering, da so der Wiedererkennungswert der Stadt und der Veranstaltung steige. "Im Idealfall sagen die Leute dann: ,Kronach, ist das nicht diese Stadt mit der Leuchtveranstaltung?‘" Es drehe sich alles darum, erkannt zu werden - auch über die Region hinaus. So profitiere sowohl "Kronach leuchtet" als auch die Stadt.

Dass das neue Design nicht jedem gefällt, ahnt Rolf Hering: "Wir werden Kritik ernten, weil das Corporate Design sehr sachlich ist. Vergangenes Jahr war die Gestaltung sehr emotional. Aber die Kritik nehmen wir gerne an. Die Menschen werden uns vielleicht sagen, dass ihnen etwas gefehlt hat. Dann ist es unsere Aufgabe, herauszufinden, was ihnen tatsächlich fehlt."

Spielwiese Internet

Als erster Schritt und dennoch prägend für die Zukunft sei Herings Leitfaden deshalb zu verstehen. Hauptsache, er entwickelt sich weiter. "Wir werden mit Sicherheit in den kommenden Jahren Farbvarianten erzeugen und versuchen, die Besonderheiten von ,Kronach leuchtet‘ herauszuarbeiten." Außerdem kann sich Rolf Hering gut vorstellen, dass auch die Gestaltung der Internetseite von "Kronach leuchtet" verändert wird. Eine völlig neue Spielwiese, da hier mit Animationen gearbeitet werden könne.

An Ideen mangelt es dem Kronacher Designer nicht, immerhin wagt er sich auf Felder, mit denen er bisher wenig zu tun hatte. "Wir haben uns überlegt, ob wir eine akustische Marke entwickeln. Das ist ein Schritt, den wir als nächstes gehen könnten." Hintergrund sei, dass der abendliche Beginn von "Kronach leuchtet" von den Besuchern nicht "auf die Sekunde" wahrgenommen wird. Rolf Hering könne sich gut ein Geräusch vorstellen - einfach um nicht nur sicht-, sondern auch hörbar zu machen, jetzt geht's los. Romantisch und friedlich sollte das sein. "Keinen Kanonenschlag", betont Hering, davon gebe es in Kronach ohnehin genug.