Manchmal bedarf es nicht viel, um berührende Momente zu erleben. Beim Inclusio-Fest gab es viele solcher besonderen Augenblicke - meist fröhlich-laut, manchmal aber auch nachdenklich-leise - aber immer wunderschön und bewegend. Ob beim gemeinsamen Singen, Tanzen oder Musizieren - der Funke sprang sofort über: Überall sah man schnippende Finger, klatschende Hände und wippende Füße.

Aber auch bei den vielen kreativen Angeboten und Spielemöglichkeiten herrschte ein reges und herzliches Miteinander der jahrgangsmäßig bunt gemischten Besucherschar.

Initiatoren des von der Stadt Kronach veranstalteten kunterbunten Nachmittags waren Eva Schreiber-Dümlein, Anett Wich, Gabi Diez, Susanne Durynek, Detlef Fischer, Dietmar Lang, Martin Förtsch sowie Rainer Glissnik vom Vorbereitungsteam. Sie hatten mit viel Engagement und Herzblut ein integratives Begegnungsfest auf die Beine gestellt, bei dem einfach alles stimmte: interessante Infostände, viele Mitmachaktionen, jede Menge Unterhaltung - einfach Spaß und Aktion für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen, mit und ohne Einschränkungen - kurzum ein wunderschöner Brückenschlag zwischen allen Besuchern.

Mit Leben erfüllt

Deutlich war dabei zu spüren, dass Inklusion mehr als ein niedergeschriebenes Gesetz ist. Sie muss mit Leben erfüllt werden, um sie in die Tat umzusetzen. Es ist ein Thema, das alle betrifft. Schließlich haben nicht nur körperlich oder geistig behinderte Menschen mit Barrieren zu kämpfen, sondern beispielsweise auch Senioren.
Eva Schreiber-Dümlein vom Vorbereitungsteam hieß die vielen Besucher - darunter viele Vertreter politischer Gruppierungen sowie des öffentlichen Lebens, Freunde und Gönner - willkommen. Inklusion bedeute in ihren Augen, dass jeder seinen Fähigkeiten entsprechend am Ganzen teilnehmen könne. Sie bedankte sich bei den Sponsoren und Unterstützern der Veranstaltung.

Dass Inklusion im Kopf stattfinden muss, betonte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW), Schirmherr der Veranstaltung. Er erinnerte sich daran, wie Eva Schreiber-Dümlein vor etwa einem halben Jahr die Idee an ihn herangetragen habe, das frühere Laetitia-Begegnungsfest auf dem LGS-Gelände jetzt mit dem gleichen Hintergrund, aber in einer anderen Form abzuhalten. "Wir haben gerne unseren Beitrag dazu geleistet, weil es uns wichtig war", erklärte der Bürgermeister. Obwohl die Inklusion im Grundgesetz verankert sei, komme sie in der Gesellschaft leider oftmals noch zu kurz. "Wir sind parteiübergreifend alle hier, weil wir die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben ernst nehmen", so Beiergrößlein. Er dankte dem Vorbereitungsteam für sein großartiges Engagement.

Dessen Ziel, mit dem Fest und den Vorveranstaltungen zur Inklusion in Kronach beizutragen und diese Vision erlebbar zu machen, ging voll auf. Gemeinsam feierte man das angekündigte "fröhliche Fest mit Begegnung und Berührung, mit Musik und Tanz, mit Kreativität und Fantasie".

Musik und Unterhaltung

Zum bunten Mitmach- oder einfach auch nur Zuschau-Programm leisteten viele ihren Beitrag. Tom Sauer an der Gitarre sowie Adam Michnik an der Trommel sorgten mit fröhlichen Liedbeiträgen für die musikalische Umrahmung. Mitmachen war bei Diana Krause mit ihrem "Hawaiianischem Tanz", Detlef Fischer mit seiner Disco, beim Trommel-Workshop von Adam Michnik sowie "New Games" von Claudia Ringhoff angesagt. Helmut Gensler, Sonderschullehrer am Förderzentrum mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung in Coburg und Übungsleiter im Behindertensport, lud zu Interaktionsspielen wie unter anderem Blasrohrschießen ein. Er stellte auch die Sportart Kae-in-Sog-in, eine Selbstverteidigung für Menschen mit Handicaps, vor. Zudem konnte man beispielsweise durch Brillen verschiedene Stufen von Wahrnehmungsstörungen simulieren. Eva Schreiber-Dümlein zeigte Lach-Übungen. Am Stand des BRK-Projekts "Leben plus" vom BRK konnte man sich bei einem Erlebnis-Quiz bei Demenz einfühlen. Weiter boten die Organisatoren auch kreative Angebote wie Rasseln kleben, Seifenblasen, Schminken, Malen oder Wutbälle an. Die Awo sorgte für Airbrush-Tattoos, während die Lebenshilfe Kronach mit ihrer Kreativwerkstatt vor Ort war. Vertreten war auch das Haus Fischbachtal mit schönen Bastel- und Handarbeitsartikeln sowie dem Workshop Filznadeln.

Am Ende konnte das Inclusio-Fest als Erfolg auf ganzer Linie verbucht werden. Es hat gezeigt, dass Kronach eine Stadt ist, in der Menschen aller Generationen mit und ohne Einschränkungen harmonisch zusammenleben und sich gegenseitig unterstützen können.