"Kronach leuchtet" findet vom 9. bis 18. Mai jeweils ab 20 Uhr statt. Es werden insgesamt 35 Installationen aufgebaut, davon 15 Lichtwege. Weitere Informationen, vor allem über das Musikprogramm, gibt es im Internet unter Kronach leuchtet.

Ohne ihn wäre "Kronach leuchtet" nur halb so bunt und hell: Marcel Hempfling ist Elektriker und sorgt mit seinem Team dafür, dass Scheinwerfer und Kabel funktionieren. "Wir reparieren alles", ist er sich sicher, dass jede Lampe, die durch seine Hände gegangenen ist, auch funktionieren wird.

Zu tun hat er jede Menge. Wieder hat einer der Aktiven einen Scheinwerfer ins Lichtlager im katholischen Pfarrzentrum gebracht. Das Kabel ist kurz hinter dem Lampengehäuse abgeschnitten, die Lampe damit nicht als solche einzusetzen. Kein Problem für Marcel Hempfling. Mit wenigen Handgriffen hat er das Gehäuse geöffnet, die Rest des alten Kabels abgeklemmt und ein neues Kabel angeschlossen.


Arbeit in der Dunkelheit

Marcel Hempfling ist einer der rund 40 Helfer, die für die umfangreiche Lichtinstallation von "Kronach leuchtet" sorgen. Mit dem Aufbau selbst hat er nichts zu tun, denn dafür bleibt angesichts der Massen an defekten Teilen keine Zeit. "Wir reparieren und prüfen die Sicherheit", zeigt er sein Aufgabenfeld auf. Wenn alles aufgebaut ist, kontrolliert er, dass nicht zu viele Leuchtmittel an einer Strippe hängen, denn "man kann nicht 47 Scheinwerfer an eine Steckdose hängen". Die Arbeitstage von Marcel Hempfling und den anderen Helfern sind lang. "Gestern ging es bis 3 Uhr früh", zeigt er auf, dass sich die Kernzeiten auf die Stunden der Dunkelheit konzentrieren.

Aber am Vormittag müssen alle wieder ran. Dafür sorgt Thomas Römhild von der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar. Nicht nur seine Studenten, sondern auch die aus Coburg und Turin, müssen um 10.30 Uhr auf der Matte stehen, denn dann beginnt ein Vortrag, "damit die jungen Leute auch was lernen". Ab 11.30 Uhr wird die Arbeit in den Gruppen fortgesetzt. Eine davon ist rund um den Melchior-Otto-Platz eingesetzt, eine am Marktplatz, eine am Martinsplatz und eine auf der Festung.


Die unterschiedlichsten Leuchtmittel

Die Lichtkünstler haben die unterschiedlichsten Leuchtmittel zur Verfügung: vom herkömmlichen Scheinwerfer, über Halogenfluter und Entladungslampen bis zu LED-Batterien. "Über die Jahre werden wir ganz auf die modernen Leuchtmittel wie LED umstellen", ist sich der Professor aus Wismar sicher, aber der gute, alte Scheinwerfer werde noch eine ganze Weile seine Dienste tun. Vor allem auch deshalb, weil man beim Equipment auf Sponsoring der Leuchtenhersteller angewiesen sei. Und der Unterschied im Stromverbrauch zwischen herkömmlichen und energiesparenden Leuchtmitteln sei bei dem wenige Tage andauernden Event nicht so groß.
Dass trotzdem jede Menge "Saft" durch die Leitungen fließt, sieht man an den dicken Kabeln, die aus den zahlreichen Verteilerkästen in der oberen Stadt ragen. Jede der fünf Adern in der Starkstromleitung hat einen Durchmesser von fünf Millimetern ("16 Quadrat").

Derweil sind Sebastian Jung und Martin Schöffel von "Jung 4" auf dem Rathausplatz mit Schweißarbeiten am Grundgerüst für den Lichtbaum beschäftigt. Ihre Firma, die zur "Lumen-Group" gehört, betreut insgesamt 14 Projekte von "Kronach leuchtet". Das Eisengerüst wird in den nächsten Tagen noch "aufgehübscht". "Wir wickeln weiße Folien drum rum und verschrumpfen die, damit es eine Rindenstruktur bekommt", sagt Sebastian Jung. Er verrät auch, wie der Lichtbaum erstrahlen wird: in den Farben der Jahreszeiten: blau für den Winter, hellgrün für das Frühjahr, sattgrün für den Sommer und orange für den Herbst.