Es wird immer schwieriger, Unternehmen zu finden, die Baumaßnahmen durchführen. Obwohl die Preise gestiegen sind. Das wurde am Montagabend in der Gemeinderatssitzung in Tettau (Landkreis Kronach) deutlich. Weder bei der Ausschreibung für den Abriss des Gebäudes an der Christian-Hammerschmidt-Straße 10 noch für den Hammerbühl 2 gingen Angebote ein. "Es ist dramatisch, was auf dem Bausektor passiert!", so Bürgermeister Peter Ebertsch.

Die Angebote werden immer weniger und wenn welche eintreffen, dann sind die Kosten teilweise doppelt so hoch wie kalkuliert. Wie von der Gemeinde zu erfahren war, hat der Markt Tettau das Anwesen in der Christian-Hammerschmidt-Straße 10 erworben und beabsichtigt nun, nach dem Abriss auf dem Areal eine Freifläche und Parkplätze zu schaffen.

Ein Wanderrastplatz sollte im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern am Hammerbühl 2 entstehen. Beide Baumaßnahmen müssen verschoben werden. Der Gemeinderat gab einstimmig grünes Licht für eine erneute Ausschreibung. Im Rahmen der Sitzung freuten sich die Mandatsträger über die Ausschüttung der Ludwig-Heinz´schen-Stiftung in Höhe von 13 392 Euro.
Mit diesem Geld will die Gemeinde unter anderem ihren Status als "familienfreundliches Tettau" stärken. So erhalten Neugeborene ab 1. September statt wie bisher 100 Euro nunmehr 200 Euro Begrüßungsgeld. Weiterhin werden die Kosten für die ersten vier Monate im Kindergarten übernommen. Finanzielle Unterstützung erhalten weiterhin eine Familie (500 Euro), der Kindergarten Regenbogen (3.500 Euro), der Musikverein Kleintettau für die Nachwuchsarbeit (650 Euro).

Mit einer Gegenstimme sprach sich das Gremium für die Teilnahme am Bayern-Netz-Natur-Projekt für die Rennsteigregion aus. Projektträger ist der Landschaftspflegeverband Landkreis Kronach.

In der Sitzung stellten der Geschäftsführer Dietrich Förster sowie Petra Brehm von der unteren Naturschutzbehörde das Projekt vor. Im nördlichen Frankenwald befinde sich ein einmaliges Gebiet mit Bärwurzwiesen und Feuchtgebieten. Deren
langfristiger Erhalt beziehungsweise die Förderung und in diesem Zusammenhang auch der Erwerb beziehungsweise die Pacht bilden den Mittelpunkt des Naturschutzprojektes.
Ziel sei es, so Förster, eine ökologisch-ökonomisch sinnvolle Entwicklung und Vernetzung sowie die Bewahrung der wertvollen historischen Kulturlandschaft. Die Laufzeit des Projekts ist für drei Jahre anberaumt. Es startet am 1. Januar 2018. Die Gesamtkosten sind mit 470 000 Euro veranschlagt. Wie Förster erklärte, beträgt die Förderung seitens des bayerischen Naturschutzfonds 400 000 Euro. Die restlichen 70 000 Euro sollen je zur Hälfte vom Landkreis sowie von den fünf Gemeinden Tettau, Ludwigsstadt, Steinbach, Teuschnitz und Tschirn getragen werden. Der Anteil für Tettau liegt bei 2350 Euro pro Jahr.

"Ich sehe das mit großer Skepsis", so Willi Güntsch (SPD), der eine Teilnahme an diesem Projekt eher mit "Hemmnissen" für eine weitere Entwicklung für Tettau gefährdet sah. Brehm wies daraufhin, dass die Entwicklung von Tettau als Industrieort
dadurch nicht gefährdet sei. Jede Fläche werde nur dann gepachtet beziehungsweise erworben, wenn es der Eigentümer wünscht. Und: "Wir werden keiner wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde entgegenstehen." Brehm ergänzte weiter, dass manch einer sogar froh sei, wenn er seine Flächen, die schwer zu bewirtschaften seien, "los werde!".
Unter Punkt "Sonstiges", fragte Anika Kappelt an, ob es möglich sei, einen Verkehrsspiegel bei der Abzweigung zur "Neuen Siedlung" anzubringen.

Helmut Neubauer (BfT) wünschte sich mehr Beleuchtung in Tettau. Dietmar Schmidt (SPD) prangerte das Verhalten einer Anwohnerin an, die zu viele Hunde im Besitz hat und nicht in der Lage ist, diese entsprechend zu betreuen. Er wies daraufhin,
dass in diesem Bereich viele Kleinkinder vorhanden sind. "Muss erst etwas passieren?"