Seit 70 Jahren trägt der Ortsverband das kirchliche Leben in der Pfarrei mit und fördert den Zusammenhalt zwischen den drei Dörfern. Die Bildungsarbeit in der Pfarrei wird übernommen; Kreuzweg-, Mai- und Rosenkranzandachten werden gestaltet. Einen festen Platz im Kirchenjahr nimmt der Verkauf von Kräutersträußen an Maria Himmelfahrt und Palmsträußen am Palmsonntag ein. Auf Initiative der KAB wurde in der Pfarrei 1996 mit den Seniorenfahrten begonnen, woraus sich ein sehr gut besuchter Seniorentreff entwickelte.

Zum Festakt im Pfarrheim Posseck konnte Ortsvorsitzende Adelheid Kotschenreuther viele Vertreter örtlicher Vereine und Gremien, des KAB-Kreisverbands Kronach sowie der Kirche und Kommunalpolitik begrüßen. Ralph Korschinsky, Geschäftsführer der KAB Bamberg, erinnerte an die
Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg. "Menschen schlossen sich zusammen, für die nicht das eigene Wohl das höchste Gut war, sondern der Einsatz für andere. Das prägt die KAB", würdigte Korschinsky, der in seiner Festrede auf aktuelle Schwerpunkte des Sozialverbands einging: Rente, Gesundheit und Pflege, Digitalisierung sowie Erhalt des nicht verkaufsoffenen Sonntags. Eine Initiative der Einzelhändler, den nicht verkaufsoffenen Sonntag gänzlich abzuschaffen, habe die KAB durch das Sammeln von über 70.000 Unterschriften zunächst stoppen können. "Es geht um mehr als um Gewinnmaximierung des Einzelhandels. Es geht um die gesellschaftliche Ordnung, die sich dadurch verändern würde", prangerte er an. Leider rutschten immer mehr Menschen in die Altersarmut ab. Frauen, die teilweise 45 Jahre gearbeitet hätten, erhielten gerade einmal eine Rente von 900 Euro, da sie im Erwerbsleben einen schlechten Lohn bekommen hätten. Unser Rentensystem sei in seinen Augen weltweit das beste. Aber es müsse nachgebessert werden, damit das Rentenniveau nicht noch weiter absinke und auch nachfolgende Generationen von ihrer Altersrente leben könnten. Im Bereich Gesundheit und Pflege liege vieles im Argen. Hier müsse der Staat entsprechende Rahmenbedingungen schaffen. Dies gelte auch hinsichtlich der Digitalisierung - Stichwort Arbeit 4.0. Man könne sich dem nicht verschließen. Aber man müsse dafür sorgen, dass die mühevoll erkämpften Rechte der Arbeitnehmer nicht verloren gingen.

Pater Helmut Haagen, Dekan Detlef Pötzl, Pressigs Bürgermeister Hans Pietz, Wilhelmsthals Zweiter Bürgermeister Gerhard Eidelloth sowie KAB-Kreisvorsitzender Günter Romig lobten die Arbeit des Ortsverbands. "Ohne ihn wäre unser gemeindliches Leben sehr viel ärmer", zeigte sich Ortspräses Pater Haagen sicher. Pietz lobte die KABler als voll integriert im kirchlichen und gesellschaftlichen Ortsgeschehen. "Vieles ist erreicht worden; vieles ist aber auch noch zu tun", appellierte Eidelloth.

Romig stellte die geleistete Bildungsarbeit heraus. Der Ortsverband stelle einen Aktivposten im
Kreisverband dar, was nicht zuletzt auch das Verdienst von Adelheid Kotschenreuther als stellvertretender Kreisvorsitzender sei. "Die Welt verändert sich rasant. Wir dürfen nicht damit aufhören, aus unserer christlichen Grundüberzeugung heraus unsere Stimme zu erheben", appellierte der Dekan.
Dass die KAB-Mitglieder älter würden, habe auch positive Seiten; könnten sie doch ihre reiche Erfahrung einbringen.

Dem Festakt vorausgegangen war ein von Pater Hagen zelebrierter Gottesdienst in der Possecker Pfarrkirche. Musikalisch stimmungsvoll umrahmt wurde dieser von der Gesangsgruppe des Musikvereins Grössau-Posseck unter Leitung von Gottfried Grau: Matthias Grebner, Arno Kotschenreuther, Marco Müller, Joachim Seuß, Josef Lang und Roland Völk (Orgel/Gesang).

Geschichtlicher Rückblick: Schriftführerin Birgit Pfadenhauer ließ die Geschichte des Ortsverbands Revue passieren. Dieser war am 18. April 1948 als Katholisches Werkvolk der Pfarrei Posseck auf Initiative von Pfarrer Peter Ochs im Saale Barnickel in Posseck gegründet worden. Bei der Gründungsversammlung erklärten 33 Männer und zwei Frauen aus Posseck, Gifting und Grössau ihren Eintritt. Erster Vorsitzender wurde Hans Hempfling aus Gifting. Den höchsten Mitgliedsstand mit 100 Personen erreichte man 1950. 1956 wurde das Banner geweiht. Es zeigt - neben den Symbolen des Arbeiters, Kreuz und Hammer - auch zwei Ähren. Einmalig in der Diözese, soll dies die Verbundenheit mit der bäuerlichen Bevölkerung symbolisieren.
1998 wurde anlässlich des 50. Gründungsfestes das neue Banner geweiht, und diese Symbole übernommen. Runde Jubiläen wurden stets mit einem Festgottesdienst sowie Festakt gefeiert.


170 Jahre Treue zum KAB-Ortsverband

Eingebettet in den Festakt war die Jahreshauptversammlung mit Ehrung langjähriger Mitglieder. Erhard Simon und die Vorsitzende Adelheid Kotschenreuther gehören dem Ortsverband bereits 50 Jahre an. Ein außergewöhnliches Jubiläum konnte Cäcilie Jakob feiern. Im Alter von knapp 18 Jahren trat sie am 1. Juni 1948 ein und hält dem Ortsverband seit nunmehr 70 Jahren die Treue. Von 1968 bis 1973 war sie Frauenleiterin. Kotschenreuther dankte ihren beiden Mit-Jubilaren für deren Treue. KAB-Kreisvorsitzender Günter Romig und Kreisehrenvorsitzende Gabi Zeuß lobten deren Bereitschaft, sich über einen solch langen Zeitraum ehrenamtlich für die Gesellschaft einzusetzen. Größter Dank gebühre insbesondere der rührigen Vorsitzenden für ihren außergewöhnlichen Einsatz.
Den Jubilaren überreichten sie eine Urkunde mit einem Dankschreiben des KAB-Bundesverbands mit Anstecknadel.

Auch für 2017 konnte die Ortsvorsitzende von einem regen Vereinsleben berichten. Zu den Angeboten zählte der Vortrag "Martin Luther und die Reformation im Kronacher Land" von KEB-Geschäftsführer Stephan Renczes. Hinzu kamen die alljährlichen Aktivitäten wie das Binden von Palmsträußen am Palmsonntag sowie Kräutersträußen an Mariä Himmelfahrt. Zudem wirkte man bei den kirchlichen Veranstaltungen in der Heimatpfarrei mit und beteiligte sich an KAB-Aktionen auf Kreis- und Diözesanebene. Die Seniorenarbeit wird mit der Pfarrei durchgeführt. Derzeit zählt man 43 Mitglieder. Erfreulicherweise konnten mit Gabi Engelhardt und Ute Gutschmidt zwei Neuzugänge gewonnen werden. Einen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse gab Schatzmeisterin Sabine Pfadenhauer. Kassenprüferin Lidi Simon bescheinigte eine einwandfreie Kassenführung.