Es wird noch etwas dauern, bis sich Josef Daum komplett in seinen neuen Job eingearbeitet hat. Aber es gehe voran. Seit zwei Monaten leitet der 66-Jährige das Pilgerbüro im Wallfahrtsort Marienweiher (Kreis Kulmbach). "Es war nicht einfach, sich in die Materie einzuarbeiten", erklärt der ehemalige Bürgermeister von Nordhalben. Von seinem Vorgänger habe er relativ wenig mitbekommen, da dieser bereits im September gegangen ist. Acht Monate war die Stelle unbesetzt - bis Josef Daum die Leitung übernahm.

Engagiert wurde er vom Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner, den er noch aus seiner Bürgermeisterzeit kennt. "Er hat mich gefragt, ob ich in meinem Ruhestand nicht etwas machen möchte und dann haben wir uns mal zusammengesetzt", erzählt Daum. Der 66-Jährige entschied sich gegen seinen Ruhestand und für einen neuen Job.

"Es ist einfach schwierig, von 180 auf Null runterzufahren." Der Job tue ihm gut. 15 Stunden in der Woche ist er angestellt. Montag und Donnerstag ist er im Pilgerbüro in Marienweiher anzutreffen. Die restlichen Tage arbeitet er von Zuhause in Nordhalben aus. Finanziert wird die Stelle von der Kirche, dem Markt Marktleugast, dem Landkreis Kulmbach und dem Verein "Freunde der Wallfahrtsbasilika Marienweiher".


Wallfahrten sind nur kleiner Teil

In Sachen Wallfahrten kümmert sich Josef Daum um alles Organisatorische. "Ich hole die Wallfahrtsführer einmal im Jahr zu einer Besprechung zusammen und bespreche mit ihnen die Termine", erklärt der 66-Jährige. Doch die Organisation der Wallfahrten sei nur ein kleiner Teil seiner Arbeit. In den letzten Wochen kümmerte er sich um das Veranstaltungsprogramm, das in der zweiten Jahreshälfte in Marienweiher stattfinden soll.

Neben Veranstaltungen aus dem meditativen Bereich, gibt es verschiedene Konzerte in der Basilika. "Dabei erlebt man so manche Überraschung: Hat man gerade noch gedacht, man hat endlich alles, sagt einer ab", sagt Daum und lacht. Doch jetzt sei das Programm komplett und der Flyer im Druck. Nun gehe es in die Planungen für nächstes Jahr.

Neben der täglichen Arbeit soll Josef Daum mit daran arbeiten, den Wallfahrtsort Marienweiher weiter auszubauen und bekannter zu machen.

Auch bauliche Maßnahmen wie beispielsweise eine Tagungsstätte wie in Vierzehnheiligen seien angedacht. Dafür werde aktuell ein Konzept erarbeitet. Josef Daum ist als Leiter des Pilgerbüros daran mit beteiligt und soll das Ganze verwaltungstechnisch umsetzen. "Man könnte wesentlich mehr aus Marienweiher machen. Das Potenzial ist auf jeden Fall da", ist sich der 66-Jährige sicher. Und: Der Wallfahrtsort Marienweiher sei für die ganze Region enorm wichtig.

Bei einer Vorstandssitzung des Fördervereins Ende Juli soll genauer festgelegt werden, in welche Richtung das neue Konzept gehen soll.


Neuer Blick auf den Glauben

Seine neue Arbeit hat Josef Daum auch wieder einen neuen Blickwinkel auf das Thema Glaube gegeben. "In meiner Jugend war ich auf einem Internat und habe eher negative Erfahrungen gemacht. Der Kirche stand ich sehr skeptisch gegenüber", erzählt er ganz offen.

Doch bereits in den letzten Jahren habe er sich nach und nach wieder mehr mit seinem Glauben auseinandergesetzt. "Und ich muss sagen, die Stelle hat mich einfach gereizt, noch tiefer in das Ganze einzusteigen", sagt Josef Daum.