"Ich bin vor zwei Jahren auf den Hospizverein Kronach aufmerksam geworden", erzählt die Ergotherapeutin, die in Kronach zu Hause ist, demnächst aus beruflichen Gründen aber nach Burgkunstadt zieht. Seit 2010 engagiert sie sich ehrenamtlich als Hospizbegleiterin. Von Januar bis Ende Juli 2012 ließ sie sich nun in einem Kurs in Bamberg zur Trauerbegleiterin ausbilden - mit dem Schwerpunkt Trauerbegleitung bei Kindern und Jugendlichen sowie traumatische Trauerbegleitung.

"Das Thema Tod wird leider in der Gesellschaft noch viel zu oft als Tabuthema behandelt, mit dem niemand etwas zu tun haben möchte und das viele weit von sich schieben möchten", bedauert sie. Dabei gehöre der Tod zum Leben dazu. Mit Einzelgesprächen, Vorträgen, monatlichen Treffen und besonderen Veranstaltungen will sie auf die Bedürfnisse in dieser schwierigen Lebensphase eingehen. Trauernde Angehörige sollen in einem geschützten Rahmen Gefühle äußern und Erfahrungen austauschen können. Themen der Gruppenabende seien beispielsweise Formen der Bestattung, aber auch, wie man über die - alle Jahre wiederkehrenden - schwierigen Tage hinwegkommt. Auch die Trauernden können eigene und wichtige Themen vorschlagen.

Emotionen im Mittelpunkt

Zinkand arbeitet viel mit Geschichten, Bildern und Kreativem. Auch Ritualen räumt sie Platz ein. "In der Gruppe stehen auftauchende Emotionen im Mittelpunkt. Die Menschen sollen erfahren, dass sie nicht alleine sind. Wir wollen ihnen eine Austauschplattform geben", betont sie. Sie selbst könne von ihrer Trauerarbeit gut abschalten. Yoga oder ein Buch zu lesen hülfen ihr dabei, dass die Schicksale, mit denen sie konfrontiert werde, für sie nicht mehr so präsent seien.

Demnächst beginnt sie auch einen Kinderhospizbegleiter-Kurs. Sie ist sich sicher: "Trauer ist ein langwieriger und individueller Prozess, der immer anders verläuft. Der Weg ist steinig und wechselhaft. Ich möchte diesen Weg mit den Trauernden gemeinsam gehen."