Die Festung Rosenberg ist zwar das Wahrzeichen Kronachs, in erster Linie ist sie aber vor allem eines: teuer. Denn das Gemäuer, das teilweise aus dem 13. Jahrhundert stammt, ist marode. Seit rund 30 Jahren werkeln die Arbeiter auf der Festung, tauschen Balken aus und sichern Mauern. Das Ende ist der Sanierungsarbeiten ist zwar für 2012 geplant, wirklich fertig werde das Projekt aber wahrscheinlich nie, sagt Rainer Gillde. Grund ist der enorme Aufwand - sowohl was die Arbeiten als auch die Kosten anbelangt. Deswegen werden die Projekte auch in Bauabschnitte à drei Jahre angelegt. Der aktuelle reicht bis ins Jahr 2015 und ist 4,2 Millionen Euro teuer. 250.000 Euro davon stammen aus der Stadtkasse, den Rest hat der Freistaat Bayern beigesteuert.

Derzeit gebe es zwei Großbaustellen. Die eine ist das alte Zeughaus, in dem früher die Waffen gelagert wurden. Im ersten Stock entstehen hier Räume, "die museal genutzt werden", erklärt Daniel Gerber, Stadtplaner der Stadt Kronach. Etwas mehr Platz für die Fränkische Galerie, aber vor allem das Frankenwaldmuseum soll an seiner alten Stelle wiederbelebt werden. Im zweiten Stock des Zeughauses entsteht ein Veranstaltungssaal mit Platz für 200 Menschen. Der soll 2015 fertig sein und in mehrere kleinere Räume unterteilbar sein, um Kronach für große Firmen als Tagungsort attraktiv zu machen.


"Selbst überrascht, dass es so schlimm war"

Zu tun gab es im Zeughaus genug, allein was die Zwischendecke anbelangte. "Von 114 Dachbalken waren vier in Ordnung. Da waren wir selbst überrascht, dass es so schlimm war", sagt Rainer Gilde vom Staatlichen Bauamt. Entweder seien sie feucht oder von Holzwürmern zerfressen gewesen.

Herausforderungen habe es darüber hinaus genug gegeben, erzählt Daniel Gerber. Allein die Frage, wie die Besucher des Veranstaltungssaals in den zweiten Stock kommen? Durch die enge Wendeltreppe war das schlicht nicht möglich. Also musste ein neuer Treppenaufgang her - samt Aufzug. "Der Denkmalschutz hat hier große Zugeständnisse gemacht", sagt Gerber. Gleichermaßen habe er immer Wert darauf gelegt die alte Bausubstanz, wo es ging, zu erhalten.

Die zweite große Baustelle ist in der Kernburg, der Innenbau rund um den Burgfried. In diesem Innenbau ist auch die Jugendherberge untergebracht, die wachsen soll - von 100 auf 128 Betten. Das erscheint im ersten Moment nicht viel, doch Daniel Gerber betont, dass die Jugendherberge deutlich moderner werde. Statt der großen Vielbettzimmer soll es mehr kleine Zimmer geben. "Zwei-, Vier- und größtenteils Sechsbettzimmer", erklärt der Stadtplaner. Samt Dusche, WC, Fernseh- und Internetanschluss. Der erste Bauabschnitt soll hier Ende Oktober abgeschlossen sein, das komplette Vorhaben aber erst Ende des kommenden Jahres.


Risse im Burgfried

Die dritte Großbaustelle auf der Festung liegt noch vor den Arbeitern, weil das Problem erst kürzlich entdeckt wurde: Im Dach des Treppenaufgangs des Zeughauses haben die Experten einen Hausschwamm bemerkt.
Zeughaus, Jugendherberge, Hausschwamm teilen sich die Kosten von rund vier Millionen Euro. Ein kleinerer Teil werde dafür ausgegeben, um Mauerwerk zu sichern. "Einsturzgefährdete Vorwerke können wir nicht einfach sich selbst überlassen", sagt Gerber.

Zu tun gebe es auch nach dem Jahr 2015 noch genug. Wie zum Beispiel den Burgfried zu sanieren. Dessen meterdicke Wände hätten Risse. "Die werden mit Rissmonitoren überwacht, die auf eine Veränderung von einem Zehntel Millimeter reagieren", sagt Gillde.

Sollten diese Geräte Alarm schlagen, müsse "sofort etwas gemacht werden". Geplant ist die Sanierung des Burgfrieds laut Daniel Gerber aber erst "Ende der 2010er Jahre". Veranschlagt sind dafür rund eine Million Euro.