Die Industriestraße wird auch in absehbarer Zeit keine weitere Verbindung zur parallel verlaufenden B 303 bekommen. Zwar bestanden Pläne, eine solche Straße auf dem Gelände zwischen dem ehemaligen E-Center und der Firma Woco zu bauen, doch davon nahm der Stadtrat am Montag Abstand.

Lediglich Carin Bülling (CSU) hätte die Straße gerne gesehen und stimmte für einen Bau. "Es war vom Stadtrat ein klares Signal an Woco, dass man auf sie setzt", erklärte Hauptamtsleiter Stefan Wicklein am Dienstag. Anfang März wurde sich das Kronacher Kunststoffwerk mit der verpachtenden SSE Verwaltungs-GmbH einig darüber, den Bereich des im Herbst 2016 geschlossenen Lebensmittelmarktes für seinen Industriebetrieb zu nutzen. Die räumliche Nähe zum unmittelbar benachbarten Werk hält der kaufmännische Werkleiter Stefan Engel für optimal. Durch die Erweiterung ergäben sich große Chancen, die Strukturen und Abläufe in der Fertigung zu optimieren.


"Der Erhalt von Arbeitsplätzen hat in Kronach immer Priorität"

Eine Straße durch das Gelände käme dem Unternehmen da wohl eher ungelegen. "Wir haben es uns nicht einfach gemacht", sagte Marina Schmitt (SPD), denn von einer weiteren Verbindung hätten auch andere Betriebe im Industriegebiet profitieren können. Letztlich habe sich ihre Fraktion aber für den Erhalt von Arbeitsplätzen entschieden.

Jonas Geissler sah das nicht anders. "Der Erhalt von Arbeitsplätzen hat in Kronach immer Priorität", sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende. Die Stadt sei nun aber gefordert, innerhalb von fünf bis zehn Jahren eine bessere Anbindung zu schaffen. Da sei man bereits dran, so Wicklein. Denn es sollen nun Pläne für einen besseren Abfluss in und aus der Industriestraße entwickelt werden: "Da gibt es einige Ideen, es ist aber noch nichts spruchreif."