Der Garten ist Waltraud Butz' Leidenschaft. Immer wieder fällt ihr etwas ein, das sie neu gestalten könnte: eine Terrasse unterm Kastanienbaum, ein Gartenhaus, eine Zisterne mit Pumpe, ein Backhäuschen, ein Gemüsegarten, ein Staudenbeet, ein Gartenteich. "Ich plan' nicht lang. Wenn ich eine Idee habe, muss das gleich gemacht werden", sagt sie und lacht.

So spontan entstand auch der Teich. "Wir hatten den Bagger da wegen dem neuen Zaun. Da hab ich den Fahrer gebeten, doch einfach noch ein Loch für einen Teich zu baggern." Das war vor drei Jahren. Inzwischen ist der Teich eingerahmt von Himbeersträuchern, Gräsern und Spitzwegerich. "Viel davon hab ich gar nicht gepflanzt, das kam von selbst angeflogen. Da lass ich der Natur ihren Lauf."

Gärten mit ländlichem Charme

Natur pur - das zeichnet nicht nur den Garten von Waltraud Butz aus. "Bei uns gibt es keine geschniegelten Gärten wie aus dem Hochglanzmagazin", sagt Herta Wächter, die die Planungen für den Tag der offenen Gartentür leitet. "Wir sind ein kleines Dorf mitten in der Natur, mit landwirtschaftlichen Anwesen. Dementsprechend sind auch die Gärten hier eher ländlich."

Als Logo haben sich die Schwärzdorfer für ihren Aktionstag deshalb den Löwenzahn ausgesucht. "Der wächst überall bei uns. Eine Edelrose würde nicht passen." Seit im Februar die Entscheidung fiel, den Tag der offenen Gartentür im Mitwitzer Ortsteil Schwärzdorf zu veranstalten, ist die Dorfgemeinschaft am Planen und Organisieren. "Da packen alle mit an - die Feuerwehr, die Frauengruppe, da ist das ganze Dorf gefragt", sagt Wächter.

Wegränder wurden bepflanzt, Sträucher geschnitten, Plakate und Flyer gestaltet, ein Pendelbus für die Einsiedlerhöfe organisiert und kleine Holzhäuschen gebastelt, um die teilnehmenden Häuser zu markieren. Dreizehn Anwesen öffnen am Sonntag ihre Gartentüren. "Die Gartenbesitzer überlegen natürlich selbst, ob und was sie in ihren Gärten für den Tag noch vorbereiten." Am Sonntag selbst werden die Gartenbesitzer in ihren Gärten sein, um Fragen zu beantworten. Viele weitere Schwärzdorfer werden derweil Kuchen und Brötchen verkaufen, Kaffee kochen und die Besucher am Infostand informieren.

Wissen um Heilkräuter bewahren

"Ich finde es toll, dass die Dorfgemeinschaft so etwas gemeinsam auf die Beine stellt", sagt Mihaela Beyer. "Da sind wir gern dabei." Ihr Mann Rolf und sie wohnen auf einem der Einsiedlerhöfe außerhalb von Schwärzdorf. Dort haben sie sich einen Naturgarten rund um das Thema Kelten und Druiden angelegt. "Das Wissen um Heilpflanzen und Kräuter, das früher ganz selbstverständlich war, gerät leider immer mehr in Vergessenheit", sagt Rolf Beyer. "Wir wollen das bewahren." In ihrem Druidengarten findet sich etwa Beinwell, Odermenning oder Karde.

Holzskulpturen keltischer Gottheiten, von Rolf Beyer selbst mit der Motorsäge geschnitten, wachen über die grüne Pracht und sollen für fruchtbares Wachstum sorgen. Daneben gibt es ein Labyrinth aus Duftpflanzen und eine Streuobstwiese - jede Menge Futter für die Bewohner der rund 20 Bienenstöcke, die überall auf dem Anwesen verteilt sind. "Leider finden Bienen heutzutage immer weniger Nahrung. Deswegen bring' ich es kaum übers Herz, eine blühende Pflanze abzuschneiden", sagt Mihaela Beyer.

Stehen bleiben darf bei Beyers deswegen auch das gelbblühende Schöllkraut. "Für pingelige Gartenbesitzer ist das Unkraut", sagt Rolf Beyer. "Aber für uns ist es eine schöne Blühpflanze und tolle Insektennahrung." Rund zwei Hektar ist das Grundstück groß - viel zu tun für zwei. "Wir verbringen jeden Tag mehrere Stunden im Garten", sagt Rolf Beyer. "Aber ich sehe das nicht als Arbeit. Ich mach' das gern. Wenn ich abends von der Arbeit komme, kann ich mich hier richtig auspowern."

Ein neuer Gartenteich entsteht

Auch Waltraud Butz verbringt jeden Tag viele Stunden im Garten. Ihr aktuelles Projekt ist ein zweiter Gartenteich mit Feuerstelle im hinteren Teil des Gartens. "Die Feuerstelle wollen wir unbedingt noch fertig pflastern, bevor am Sonntag die Besucher kommen. Bis der Teich ganz eingewachsen ist, wird es aber wohl noch etwas dauern." Die Begrünung überlässt sie nämlich auch hier der Natur. "Hier blüht schon eine prächtige Distel", sagt sie und zeigt auf eine große Staude. "Die wächst von allein und ich freu' mich wie verrückt darüber."


Der Tag der Offenen Gartentür in Schwärzdorf

Termin Der Tag der Offenen Gartentür in Schwärzdorf findet am Sonntag, 29. Juni von 10 bis 17 Uhr statt.

Anfahrt An den Ortseingängen gibt es Parkmöglichkeiten. Die Ortsdurchfahrt ist währenddessen gesperrt. Zu den Einsiedlerhöfen verkehren Busse.

Verpflegung Kaffee, Kuchen und Herzhaftes gibt es am Infostand in der Ortsmitte.