350 000 Euro sollen auf etwa 400 Metern verbaut werden. Entlang der Staatsstraße 2207, die von Nordhalben in Richtung Thüringen führt, gibt es bald einen neuen Fußgänger- und Fahrradweg. Start ist im Süden auf Höhe der Einmündung der Straße Langenrain, Ende im Norden nahe des Kreisverkehrs.

"Die 400 Meter sind ein erster Schritt und schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe", sagt Jens Laußmann, Leiter der Kronacher Servicestelle des Staatlichen Bauamts Bamberg über den Weg, der nicht nur auf Lobeshymnen stößt.


Kritische Stimmen contra Bauamt

Der Radweg mache keinen Sinn, wenn er nach dem Kreisverkehr einfach ende, ist der eine Vorwurf, der in den sozialen Medien kursiert. Weitere Projekte, etwa ein Radweg im Süden des Ortes, seien wichtiger, der andere.

Jens Laußmann jedoch verteidigt das Vorhaben. Zum einen schließe der Radweg an Feldwege an. Zum anderen sei er als Lückenschluss für einen potenziellen Radweg nach Norden gedacht. "Der Radweg, der jetzt gebaut wird, ist dazu der erste Mosaikstein", sagt der Behördenchef. Und eben nicht nur das: "Er macht doppelt Sinn, weil er auch den Sportplatz sicher anschließt. Das war auch ein Wunsch der Gemeinde", sagt Laußmann.

Denn die Einfahrt ins Gelände des FC Nordhalben liegt etwa auf halber Strecke des neuen Radweges. "Bislang mussten Besucher, die zu Fuß unterwegs waren oder auch Kinder mit ihren Rädern auf der Hauptstraße fahren. Und es gab dort auch noch eine unübersichtliche Kuppe. Das war eine extreme Gefahrenstelle", berichtet Nordhalbens Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW).


"Mit Kanonen auf Spatzen"

"Wir sind heilfroh, dass die Stelle entschärft wird", sagt Pöhnlein, schiebt aber hinterher. "Es wird schon mit Kanonen auf Spatzen geschossen." Was der Bürgermeister meint: Um Fördergelder für den neuen Radweg zu erhalten, gab es einige Kriterien. "Das Bauamt hat uns erklärt, dass nur gebaut wird, wenn es bis zum Kreisel geht."

Doch das ist noch nicht alles: Dort, wo der Radweg auf Höhe des Kreisverkehrs die Staatsstraße überquert, muss die Gemeinde eine Laterne aufstellen. "Sie muss bis mindestens 23 Uhr leuchten", berichtet Pöhnlein über die LED-Lampe, die zukünftig einsam und verlassen ihren Dienst tut.

"Wir mussten einige Kröten schlucken", sagt Pöhnlein. Und spricht dabei nicht nur von der Laterne, deren Anschaffung der Kommune laut Bürgermeister-Schätzung einen dreistelligen Betrag kostet. Auch eine Mauer, die entlang des Radweges errichtet werden soll, empfinden einige in Nordhalben als zu aufgemotzt. "So sind nun mal die Vorschriften und wir sind froh, dass beim Sportplatz gehandelt wird bevor etwas passiert."


Kreis plant Radwegekonzept

In Sachen Radwege handeln möchte auch der Landkreis Kronach. Wie Stefan Schneider, Referent von Landrat Klaus Löffler (CSU), auf Nachfrage mitteilt, soll noch vor der Kreistags-Sommerpause ein Radwegekonzept vorgelegt werden.

Zwar sei es noch zu früh, um Details zu nennen. Derzeit liefen aber intensive Vorarbeiten. "Wir müssen klären, wo Lückenschlüsse notwendig sind und haben den Anspruch, die Koordination der Zuständigkeiten zu verbessern", sagt Schneider. Bezüglich der Ergebnisse aber gelte Gründlichkeit vor Schnelligkeit. "Wir werden das Konzept in einer öffentlichen Sitzung des Verkehrsausschusses vorstellen."


Weiterer Radweg wird gewünscht

Vielleicht fließt auch ein weiterer Wunsch der Marktgemeinde Nordhalben in das Radwegekonzept mit ein. Pöhnlein: "Wir wollen schon lange den Lückenschluss im Süden."

Ein Radweg vom südlichen Ortsausgang bis zum Abzweig zur Ködeltalsperre ist das Ziel. "Bislang gab es noch Probleme mit Grundstücksverkäufen. Wir sind aber mit dem Bauamt in Gesprächen und möchten das Thema angehen", sagt Pöhnlein. Und Jens Laußmann vom Bauamt bestätigt diese Aussage.