"Das ist der Klassiker", sagt Stefan Wicklein, Pressesprecher der Kronacher Feuerwehr, über den Einsatz am Samstagvormittag. "Ich war doch nur mal schnell, bin doch schon weg."

Was war geschehen: Gegen 10.30 Uhr fuhr die Feuerwehr im Alarmmodus von der Bahnhofstraße in Richtung Rosenau. "Patiententransport über Drehleiter" hieß es über Funk. Am Beginn der verkehrsberuhigten und von Geschäften gesäumten Spielstraße jedoch musste die Feuerwehr stoppen. Falschparker standen im Weg.

"Die Menschen berücksichtigen nicht, dass Feuerwehrfahrzeuge breiter als normale Pkw sind und einen größeren Kurvenradius haben", sagt Wicklein. Zwar haben die Fahrer, die in den umliegenden Geschäften waren, am Samstag schnell reagiert. Nach einer Minute war laut Wicklein die Durchfahrt frei. "Wir appellieren aber: Ein Notfall kann immer kommen und dann zählt jede Minute."


"Sehen das sportlich"

Neben der Feuerwehr musste sich am Samstag auch ein Rettungswagen seinen Weg zur Einsatzstelle bahnen. "Unsere Autos sind zwar etwas schmaler als die der Feuerwehr, aber es kommt immer wieder zu Behinderungen", sagt Martin Schmidt vom Bayerischen Roten Kreuz, Leiter des Kronacher Rettungsdienstes.

Zwar sei das Problem des Falschparkens in Kronach nicht überdurchschnittlich ausgeprägt und täglich präsent. "Wir führen keine Statistik, aber in letzter Zeit war es eher relativ entspannt", sagt Schmidt.

Trotzdem komme es immer wieder vor, dass Autos selbst im absoluten Halteverbot und in Rettungszufahrten stünden. "Dann wird es spannend", betont Schmidt. In der Regel könnten die Besatzungen alle Probleme selbst lösen. "Wir sehen das sportlich."

Dass man gar nicht zur Unfallstelle gekommen sei - diesen Fall habe es zuletzt nicht gegeben. Was jedoch vorkommt: "Manchmal werden wir noch beschimpft, warum wir da durch müssen. In letzter Konsequenz würden wir dann die Polizei dazuholen", sagt Schmidt.


Engstelle Obere Stadt

Neben dem Bereich Bahnhofstraße/Rosenau ist vor allem die Obere Stadt in Kronach eine Region, in der Falschparker zu Hindernissen werden. Gerade rund um das Feuerwehrhaus, von dem zur Fertigstellung des Neubaus in der Rodacher Straße noch sämtliche Einsätze starten.

Deshalb hat die Stadt viel getan, um den Weg frei zu halten. In der Amtsgerichtsstraße, Auf der Schütt oder im Strauer Torweg gibt es Halteverbotszonen mit dem Hinweis auf den Feuerwehranfahrtsweg. "Wir haben auf diese Flächen ein besonderes Augenmerk", betont Matthias Stöcker, Sachbearbeiter Verkehr bei der Kronacher Polizei.

Wenn es sich nicht um einen akuten Notfall handelt, werde versucht, den Halter ausfindig zu machen. Dann wird ein Verwarnungsgeld in Höhe von 35 Euro fällig. "Die ultima ratio ist dann aber Abschleppen. Und dabei reicht schon die abstrakte Gefahr."

Stefan Wicklein von der Feuerwehr findet das richtig. "Auch kurze Erledigungen können im Notfall zu lange sein. Und Jeder könnte selbst der Betroffene sein, der Hilfe braucht."


Regeln der Spielstraße


Geschwindigkeit Autos müssen Schrittgeschwindigkeit fahren und auf Fußgänger achten, die die ganze Straße nutzen.

Parken Grundsätzlich ist das nur in gekennzeichneten Bereichen erlaubt. Halten zum Ein- und Aussteigen sowie zum Be- und Entladen ist erlaubt.