Beim Dackelrennen geht es um die Wurst - im wahrsten Sinne des Wortes, erklärte Organsiator Jens Schache aus Rödental bei Coburg noch einmal die Regeln. Denn tatsächlich wird jeder Dackel, der im Ziel ankommt, mit einem Stück Wiener Würstchen belohnt. Und trotzdem ist das Dackelrennen keine bierernste Sache, betonte der Organisator.

Dann ertönte die Gladiatorenhymne. Die Dackel zogen ein. "Ready to rumble", sagte Georg Härtel, Sektionsvorsitzender der Sektion Coburg. Natürlich waren auch Promihunde dabei: Organisator Jens Schache ließ seine Lucie vom Nonnenschlag an den Start gehen. Die Vorsitzende des Dachshundeclubs Nordbayern Ute Helfeier kam extra aus Wendelstein bei Nürnberg mit ihren vier Dackeln Axel, Aike, Wilma und Dana angefahren.



"Aber Axel und Aike sind schon 14, die lasse ich nicht mehr mitlaufen", sagt die Dackel-Liebhaberin. Doch Wilma ist mit acht Jahren und Dana mit vier Jahren im besten Alter. Und die stellvertretende Vorsitzende aus Coburg Rosi Bauersachs hatte fünf Dackelchen dabei: Florie, Ilena, Jette und Daya sowie die kleine Mika, die erst ein halbes Jahr alt ist.

Zwischenstopp beim Herrchen

Mit den Allerkleinsten startete das Rennen. Caro und Charlie, zwei blutjunge Kurzhaardackelchen, wussten gar nicht, was man von ihnen wollte. Obwohl sie Geschwister sind, sollen sie jetzt gegeneinander antreten - runzelten die Kurzhaardackelchen allerliebst die Stirn und verzauberten durch ihren Charme alle. Charlie wollte schon gar nicht starten. Als er sich schließlich bequemte, fand er es viel lustiger, mit vollem Welpentempo in die Zuschauer zu rennen und sich zum Kraulen vorübergehend ein neues Herrchen zu suchen statt die gesamte Strecke geradeaus zu rennen. Aber die Lacher hatte Charlie auf seiner Seite - und ein paar Fänger auch. Denn die Dackel freunde kennen ihre Pappenheimer - und sind auf solche Eskapaden natürlich gefasst. Denn Dackel sind in der Ausführung von Anweisungen manchmal urplötzlich kreativ. Doch das wussten die Zuschauer, alle Dackel-Liebhaber, natürlich.

Dann kam die Jugendklasse bis neun Monate. Auch da war Übermut angesagt. Eine kleine Rennerei und eine wilde Verfolgungsjagd auf der Rennstrecke - das war so ganz nach Dackelart.
Die meisten Teilnehmer galt es in der offenen Klasse zu verzeichnen. 50 Kurzhaar-, Rauhaar- und Langhaardackel gingen an den Start. Sonderwürste für Kaninchendackel oder Zwergdackel gab es nicht, erklärte der Organisator Jens Schache. Denn so viel kürzer sind die Beine bei diesen kleineren Rassen schließlich auch nicht. Alle Starter der offenen Klasse waren zwischen neun Monaten und acht Jahren alt. Und auch in der offenen Klasse mischte sich so mancher Komiker unter die Teilnehmer. So überlegte es sich ein kleines Kaninchendackelchen, nachdem es schon fast die gesamte Strecke in einem Wahnsinnstempo hinter sich gebracht und die großen Dackel abgehängt hatte, dann doch anders - kehrte um und rannte freudig erregt zu Frauchen hin. Dass Herrchen am anderen Ende der Strecke mit einem Wienerle lockte, war vergessen.

Kleiner Dackel ganz groß

Zwergdackel Fiona, ebenfalls mit deutlich kürzeren Beinen als die Konkurrenten, hängte die großen Dackel ab - obwohl diese bereits Rennerfahrung hatten und landete mit fliegenden Ohren in den Armen des Herrchens.
Die meisten Dackelbesitzer versuchten ihre Vierbeiner mit Leckerlis oder dem Lieblingsspielzeug zu locken.

Doch es gab auch kuriose Beschleunigungsmethoden: So nahm sich mancher Dackelbesitzer den Starter noch einmal vor und erklärte die Regeln, was alle Dackel mit einem schiefgelegten Köpfchen und dem verständnisvollen Dackelblick quittierten. Die Kurzhaardackel legten manchmal dazu noch die Stirn in Falten, die Rauhaardackel bleckten mit ihrem großen Seitenzahn - als ob sie lachen wollten. Und die Langhaardackel schauten einfach nur schön in die Runde, so nach dem Motto: "Frauchen, weiß ich doch alles."

Sogar ein vegetarischer Dackel, der auf die Belohnungswurst verzichtete, war beim Rennen dabei. Die Besitzer rannten dann selbst die 25 beziehungsweise 35-Meter-Strecke ab, wedelten mit einem Entenflügel an der Leine. Wieder andere zogen ein Fuchsfell vor dem Dackel durch die Strecke. Je nach Vorliebe des Dackels. Doch irgendwie hatten die Dackeldamen und -herren trotzdem manchmal andere Vorstellungen, was so ein Rennen angeht.

Beim Dackelrennen, das die DCN-Sektion Coburg schon seit mehr als dreißig Jahren in Hubertushöhe durchführt, ging es natürlich auch in diesem Jahr um den Austausch mit anderen Dackelfreunden. "Meiner versteht jedes Wort, aber er hört nicht immer", jammerte so mancher Dackelbesitzer. "Er hat halt seinen eigenen Kopf", erzählte ein anderer. "So ein Dackel ist halt auch nur ein Mensch", sagte gar ein anderer.
Für die kleinen Besucher und Dackelfans gab es einen Malwettbewerb. Und natürlich gab es auch einen Dackel-Shop und eine Dackel-Tombola. "Die Schützen aus Weitramsdorf bereicherten zum ersten Mal unsere Veranstaltung", dankte Organisator Jens Schache und freute sich über die Menschenmengen. Und so mancher Dackelfreund stellte fest, dass Bogenschießen oder Armbrustschießen durchaus auch schöne Beschäftigungen sein können. Doch an erste Stelle steht auch in Zukunft die Dackelei.

Die Sieger

Frankenwaldsieger: (39 Teilnehmer) 1. Platz: Xana von Linteler-Forst, genannt Funny, Besitzer: Klaus Böhm aus Steinbach am Wald; 2. Platz: Niki, Besitzer: Peter Ebert, Coburg

Acht Jahre und älter: (Sieben Teilnehmer) 1. Platz: Holli von der Eulenmühle, genannt Cora, Besitzerin: Ingrun von Mahren aus Coburg; 2. Platz: Henni von der Kirchenlinde, Besitzer: Wolfgang Kujus aus Gestungshausen; 3. Platz: Florie vom Nonnenschlag, Besitzerin: Rosi Bauersachs aus Rödental

Babyklasse: (bis sechs Monate, zwei Teilnehmer): 1. Platz: Caro vom Obersten Velt, Besitzerin: Helga Rühr aus Redwitz; 2. Platz: Charlie vom Obersten Velt, Besitzerin: Susanne Popp aus Obristfeld

Jugendklasse: (sechs bis neun Monate; zwei Teilnehmer): 1. Platz: Magnus vom Nonnenschlag, alias Bruno, Besitzer Rainer Langer aus Neustadt bei Coburg; 2. Platz: Mika vom Nonnenschlag, Besitzerin Rosi Bauersachs aus Rödental