Ausgesprochen experimentierfreudig und unkonventionell zeigt die Kronacher Künstlerin Karin Schöntag derzeit ihre neuesten Werke unter den Titel "Malsomalso" in der Galerie des Kronacher Kunstvereins (KKV).

Alexander Süß meinte bei der Ausstellungseröffnung, dass Karin Schöntag im vergangenen Jahr eine in ihrem Schwerpunkt eher retrospektiv angelegte wunderbare Ausstellung in der Markthalle des Historischen Rathauses präsentierte. Heute öffnete sie einen Blick in ihr künstlerisches Jetzt: Es ist ein Zeitraffer des von unglaublicher Energie geprägten Schaffens einer Künstlerin, die technisch fortwährend Grenzen auslotet und so über die Jahre ein beachtliches Oeuvre geschaffen hat. Alle Arbeiten Schöntags sind für sich Reisen in eine Welt aus Farbe, Form und Linien. Sie sind getragen von Neugierde, Experimentierfreude und Lebendigkeit. Jedes Gemälde ist dabei anders, jedes einzigartig - so lässt sich wohl auch am besten der besondere Reiz dieses vielfältigen Werkes beschreiben.

Wie Süß weiter sagte, kreist die Kronacher Künstlerin in den ausgestellten 35 Gemälden malerisch wie thematisch um Landschaften und den Menschen. Ob Inseln, Küsten oder die Wüste in Vogelschau, Ausschnitte mit exotischer Botanik, Paradiesgärtlein - die Künstlerin variiert hier genauso spontan wie in ihren Bildern vom Menschen. Stilistisch changieren die Werke zwischen Impressionismus, Abstraktion, Surrealismus und Kubismus.

Die Festlegung auf nur einen bestimmten Stil ist nicht Schöntags Sache und widerspräche auch dem Anspruch der Künstlerin an die Individualität jedes einzelnen Gemäldes. Karin Schöntag ist eine direkte Künstlerin, die in ihrem Werk stets besondere Eindrücke und Stimmungen auffängt, sie oft vor Ort skizziert und anschließend künstlerisch verarbeitet. Sie selbst spricht dabei von einem Kaleidoskop in ihr, das die Impressionen in spannungsvolle Komposition verwandelt.

Die Künstlerin meinte, sie wollte bei der Ausstellung in den begehrten Räumen des KKV keine alten Kamellen zeigen und habe deshalb in den letzten Wochen etliche Farbtuben aufgedreht.

Die Kronacher Künstlerin Karin Schöntag
Geboren in Breslau und aufgewachsen in Bayreuth, lebt und arbeitet die Künstlerin seit 45 Jahren in Kronach. Ausgehend von einer ersten künstlerischen Anleitung durch den Kronacher Künstler und Kunsterzieher Karol J. Hurec, baute Karin Schöntag systematisch ihre technischen Fähigkeiten aus.

1994 bis 1996 bildete sie sich in Trier bei Professor Erich Kraemer im Aquarell fort, ab 1998 in Bad Reichenhall bei Walter Angerer den Jüngeren ebenfalls im Aquarell und Beate Bitterwolf in der Malerei. Der Aktmalerei näherte sich die Künstlerin bei Alex Bär an und beschäftigte sich seit 2005 mit Informeller Malerei bei Sigi Braun.
Unter Peter Meiringer befasste sich Schöntag von 2010 bis 2015 intensiv mit der Acrylmalerei und fand schließlich 2011 zu Gerd Kanz, durch den sie in eine ausgesprochen intensive und fortdauernde Auseinandersetzung mit Strukturen und Modellierung von Oberflächen eintrat. Und genau hier liegt ein Schlüssel zum Verständnis von Karin Schöntags Werk, das sich zwar technisch aus Vorbildern speist aber nie in bloße Nachahmung absinkt.

Ausstellungsdauer
Die Ausstellung "Malsomalso" von Karin Schöntag ist zu den üblichen Öffnungszeiten des KKV noch bis zum 25. März in der Galerie zu bewundern. Die Ausstellungseröffnung wurde durch einige Musikstücke durch die Berufsfachschule für Musik mitgestaltet.