Bei den Produktions- und Herstellungskosten kommt es auf jeden Cent an. Und Prozesse, die weniger Mitarbeiterressourcen benötigen, sind auf Dauer billiger und rentabler. Das Unternehmen "M.A.i" aus Neuses entwickelt genau solche Automationslösungen - und zwar für alle Bereiche: für die Automobilbranche, für die kunststoffverarbeitende Industrie, für Medizintechnik, für die Verpackungsindustrie, für die Elektroindustrie und sogar für die Luft- und Raumfahrt.

Komplexe Fertigungs- und Montagelinien können vernetzt und Handarbeitsplätze eingespart werden. Bei der kunststoffverarbeitenden Industrie werden Spritzgussmaschinen direkt an die Roboterautomation angebunden. Und auch Sonderanwendungen sind immer möglich, erklärt Jana Schick, Assistentin für Vertrieb und Geschäftsleitung.

Hinter den Automatisierungsprozessen steckt das Konstruktionsteam rund um den Leiter Holger Meyer. Sie sind die Köpfe, die die Möglichkeiten austüfteln. "Unsere Kunden kommen meist aus dem mitteldeutschen und süddeutschen Raum, aber wir liefern auch nach Rumänien", erklärt Schick. Die Anlagen können so groß wie ein Arbeitsplatz sein oder auch mal bis zu 1000 Quadratmeter oder mehr in Anspruch nehmen. Und je nach Aufwand variiert auch der Preis. "Solche Automatisierungen sind ab 80 000 Euro bis zu fünf Millionen erhältlich", versucht Schick die nicht ganz unkomplizierte Branche zu erklären und die Bandbreite des Tätigkeitsfeldes aufzuzeigen.

Neuerdings ist die Technik des Unternehmens aus Neuses sogar in Rennautos vertreten. Und daran ist Mitarbeiter Patrick Götz "schuld". Der 25-Jährige machte in Neuses seine Ausbildung zum Mechatroniker. Der Beruf hat ihm so gut gefallen, dass er anschließend das Fachabitur an der Berufsoberschule in Kulmbach nachholte und mit einem Studium der Mechatronik in Deggendorf begann.

Und im Rahmen des Studiums entschied er sich, beim Projekt "Fast Forest" teilzunehmen. Dabei geht es um die Konstruktion eines Rennautos. "Wir sind ungefähr vierzig Studenten und in unserer Freizeit bauen wir funktionstüchtige Rennwagen - bisher wurden zwei mit Elektromotor und drei mit Verbrennermotor gebaut", erklärt Götz. "Ich hatte ja vorher noch keinen Kontakt zum Motorsport, aber es macht Spaß, dabei zu sein", sagt er.
Und natürlich hat er die Firma "M.A.i", bei der seine Ausbildung absolviert hat und bei der er noch immer in den Ferien arbeitet, nicht vergessen. Und so kam die Zusammenarbeit zustande. Für den Rennwagen mit dem klangvollen Namen "Jenny4E" stammen Bauteile für die Fahrwerksanbindung am Monocoque - so nennen Insider eine selbsttragende Karosserie -, das Gehäuse für das Sicherheitsblinklicht, den GPS-Empfang und die Funkverbindung aus Neuses.

Und die Entwicklung der Teile ist gar nicht so einfach. Denn am Fahrwerk wirken ungeheurer Kräfte. Schließlich soll es der Rennwagen auf 120 Stundenkilometer bringen. "Aktuell sind wir aber erst bei achtzig Stundenkilometern", erzählt Götz.

Bei der "Automatica" in München hat das Team das Rennauto vorgestellt und für Aufmerksamkeit gesorgt. Das Auto fährt in Hockenheim und wird bei offiziellen Events präsentiert. Und natürlich wird es auch für Rennen eingesetzt - aber dabei geht es nicht um Schnelligkeit, sondern auch darum, die Straßenlage zu testen - beispielsweise bei Regen.

Neue Idee
Die Herausforderung bei der Konstruktion und Realisierung der Bauteile war, dass die Studenten zum ersten Mal solch ein Auto in Monocoque-Bauweise konstruiert haben. Und die Bauteile mussten ja dann auf CNC-Maschinen programmiert und ausgearbeitet werden. "Ich werde auf jeden Fall weiter machen. Denn das macht auch Spaß", sagt Patrick Götz.
Und die Firma "M.A.i" wird weiter mit von der Partie sein - als Sponsor. Ob sich daraus einmal ein neuer Auftrag, vielleicht in der Rennbranche, entwickelt, ist noch ungewiss. Aber möglich ist alles. Denn der erste Schritt ist getan.

Und schon hat Parick Götz eine neue Idee. Er bringt verschiedene Inkrementenräder mit. "Ich möchte da gerne mal Sensortests machen", erklärt er. Inkrementenräder benötigt man übrigens, damit Motorkontrollleuchten Aussetzer anzeigen.