Erneut gab es eine längere Diskussion über den Bauantrag eines Landwirts in Welitsch. Er will einen Milchviehlaufstall mit automatischem Melksystem und Güllekeller in Welitsch errichten. Aufgrund der Lage und der Dimension war es schon in vorangegangenen Sitzungen zu Diskussionen gekommen. Außerdem haben sich in Welitsch aus der Bevölkerung Gegner des Vorhabens zu Wort gemeldet.

Das Zuhörerinteresse an der Sitzung war recht groß. Auch der Architekt des Projektes, Berthold Just, kam zu Wort. Nach langer Debatte war der Bürgermeister geneigt den Tagesordnungspunkt ohne Beschluss abzusetzen bis weitere Einzelheiten, insbesondere die Oberflächenentwässerung, geklärt sind. Da platzte dem Bauherren der Kragen. Er bat, endlich zu entscheiden.


Fakten schaffen

Das Landratsamt könne ohne eine Entscheidung der Marktgemeinde keine weiteren Schritte einleiten. Er forderte das Gremium zu einer Entscheidung auf: Es werde sowieso eine gerichtliche Klage geben, entweder von den Gegnern unter den Anwohnern oder durch ihn selbst.

Also grübelte der Bürgermeister über einen Beschluss für das gemeindliche Einvernehmen. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch (FW) hatte zuvor erklärt, er werde keinesfalls zustimmen, weil zu viele Fragen noch offen seien.

Martin Welscher und Klaus Dressel plädierten hingegen dafür, dass die Gemeinde den Weg freimacht. Schließlich sei es zu begrüßen, wenn Landwirte den Mut haben, in ihren Betrieb zu investieren.

Baurechtskonform könne die Gemeinde ihr Einvernehmen gar nicht verweigern, war ihre Meinung.

Gegen die Stimme von Zweitem Bürgermeister Wolfgang Förtsch erteilte der Marktgemeinderat schließlich das gemeindliche Einvernehmen.

Der Markt Pressig bringt aber folgende Bedenken ein: Die vom Bau- und Umweltausschuss erhobenen Einwände werden aufrechterhalten. Der Bauherr will keine betonierte Zweischaligkeit der gülleführenden Bauteile ausführen müssen. Nach Ansicht des Marktes Pressig erwüchsen daraus aber Gefahren, die auf jeden Fall zu vermeiden seien.


Emissionschutz beachten

Da die Güllegrube nun keinen Deckel mehr hat und höher über Bodenniveau hinausragt, sei zu prüfen, ob dass hinsichtlich der Emissionen und der Nähe der Wohnbebauung möglich ist. Grundsätzlich sei sicherzustellen, dass es keine Beeinträchtigungen für das Wasserschutzgebiet gibt. Die Oberflächenentwässerung sowohl in den Vorfluter als auch an die gemeindliche Entwässerungseinrichtung und die geplante Flächenversickerung ist in einem wasserrechtlichen Verfahren zu klären.

Das gemeindliche Einvernehmen wird erteilt unter der Voraussetzung, dass nachgewiesen wird, ob die Kapazität der abführenden Abwasserleitungen ausreicht.