Das Freischießen ist vorbei, nun können die Straßenbauarbeiten in der Kronacher Innenstadt in Angriff genommen werden. Zwei größere Maßnahmen auf viel befahrenen Abschnitten stehen an, die den Bauarbeitern wie auch den Verkehrsteilnehmern einen heißen Herbstbeginn bescheren dürften. Doch die Sanierungen sind notwendig und sollen durchgezogen werden, ehe der Winter Einzug hält.

Ab Montag, 1. September, wird in der Kulmbacher Straße auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern die Straßendecke abgefräst. Danach wird eine neue Trag- und Feinschicht aus Asphalt aufgebracht, wie die Stadt Kronach mitteilt. Die Wasserschieber und deren Kappen sollen gleich mit saniert werden. Die Stadt geht von Kosten in Höhe von etwa 50 000 Euro aus. "Die Kulmbacher Straße wird bis zum 6. September fertig", ist Marco Deuerling, der Leiter des kommunalen Bauhofs überzeugt.

Der Verkehr wird in dieser Zeit nur in eine Fahrtrichtung über diese wichtige Verkehrsader fließen können - stadteinwärts. In der Gegenrichtung führt die Umleitung über die Rodacher Straße zur Bundesstraße 173. Und der Leiter der Stadtwerke, Peter Maaß, empfiehlt, diese auch zu nutzen. Andere "Schleichwege", wie etwa von der Pfählangerstraße an der Landesgartenschau vorbei könnten schnell in einer Sackgasse vor der Baustelle enden.


Stadtkern wird Sperrgebiet

Wenn nach knapp einer Woche der Spuk in der Kulmbacher Straße vorbei sein wird, geht es für den Bauhof ans Eingemachte. Dann steht eine grundlegende Sanierung der Schwedenstraße im Bereich des Marienplatzes bevor. "Ab dem Fußgängerüberweg bei der Weka bis etwa zum Übergang bei der Hypo-Vereinsbank", beschreibt Maaß den betroffenen Bereich. Dort muss die Pflasterung komplett herausgenommen werden. Die Gehwege sind davon aber nicht betroffen.

"Das Pflaster kommt raus und den Drain-Asphalt - ein wasserdurchlässiger Asphalt - fräsen wir ab. Dann wird hochdruckgereinigt und wieder eingepflastert", beschreibt Deuerling die Vorgehensweise. Nötig ist diese, weil durch eine zu dünne Splitschicht unter dem Pflaster mit der Zeit Schäden entstanden sind. Wie bei einer alten Römerstraße hat sich das Pflaster mit seinen unterschiedlichen Bettungen - auch wegen der Einbahn-Regelung - im Bereich der permanent genutzten Fahrspur eingedrückt, so schildert Maaß das Problem, das nun unbedingt ordentlich behoben werden soll. "Wir wollen es richtig machen, dann haben wir nicht alle fünf Jahre eine Baustelle dort", betont er.


Mehrheit hat entschieden

Dass die Arbeiten an einem neuralgischen Punkt und zu einer von nicht allen gewünschten Zeit stattfindet, weiß Maaß - und er hat Verständnis für den Ärger eines manchen Anliegers. "Wir haben den Termin genommen, für den die Mehrheit war", beschreibt er das Ergebnis der Vorgespräche mit dem Einzelhandel. Die Stadtwerke selbst hätten sich auch dieser Mehrheit gebeugt, denn "wir selbst hätten lieber früher angefangen".

Er wisse, was dem Einzelhandel mit dieser Straßensanierung aufgebürdet werde - gerade auch, weil der Tag der Deutschen Einheit in den Bauzeitraum vom 8. September bis voraussichtlich 11. Oktober falle. Andererseits könne man den Einkaufenden den schlechten Straßenzustand auf Dauer auch nicht zumuten. Maaß betont, dass man richtig Gas geben werde, um vielleicht sogar etwas früher als geplant mit der rund 50 000 Euro teuren Maßnahme fertig zu werden. Er unterstreicht aber auch, dass sich Herbstwetter störend auf die Arbeiten auswirken könnte: "Regen würde die Pflasterarbeiten verzögern." Bei dieser Aussage schmunzeln Maaß und Deuerling, weil sie an ihren sommerlichen Wunschzeitraum für die Bauarbeiten zurückdenken. "Wir wollten deswegen ja lieber früher anfangen, aber dann hätte uns das Wetter Lügen gestraft."