Seit 1957 ist Hans Parnickel Asta-Vorsitzender am Institut für Lehrerbildung in Coburg. Er ist BLLV-Mitglied und seit 1962 auch Mitglied der Bildungsgewerkschaft GEW. Als Lehrer hat er im Tettauer Raum aus drei einklassigen Schulen eine Verbandsschule gemacht - ein absolutes Novum im Jahr 1965. Unter seiner Regie ging der Schulanbau mit Hallenbad in Tettau vonstatten. Und damit das Bad auch betrieben werden konnte, hat er eigens eine DLRG-Gruppe gegründet und auch selbst fleißig Aufsichten geschoben. Bis 1984 übte Hans Parnickel Aufsichten im Kronacher Hallenbad aus.

Doch damit nicht genug. Er hat sich als Kirchenvorstand der evangelischen Kirche in Burggrub engagiert, war viele Jahre Mitglied im Gemeinderat Tettau und später im Gemeinderat Stockheim. Er ist bei der Jagdgenossenschaft in Burggrub-Haig und in Kronach-Knellendorf. Er hat beim BRK Seniorenreisen organisiert.

Mitglied in Bundes-Arbeitsgemeinschaft


Seit nunmehr elf Jahren ist Hans Parnickel Mitglied bei der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und versucht die Belange älterer Menschen in der Öffentlichkeit zu vertreten. "Das ist wichtig. Man muss den Menschen die Augen öffnen. Denn es gibt immer mehr ältere Menschen", erklärt Parnickel. Er ist bei der Feuerwehr. Und in der SPD gehört Hans Parnickel in Kronach, Coburg, im Bezirk Oberfranken sowie im Ortsverein Burggrub auch zu den Urgesteinen.

"Ich denke immer, man muss was tun, sonst rostet man ein", sagt Hans Parnickel selbst und findet sein Engagement auf allen Ebenen eigentlich gar nicht so besonders, auch wenn sein Terminkalender mindestens so gefüllt ist wie bei einem Manager. Aber andere finden Parnickels Engagement höchst außergewöhnlich. So hat Hans Parnickel längst die Verdienstmedaille bekommen.

Eigentlich tut sich der Burggruber nicht nur in seinem Umfeld und auf nationaler Ebene hervor, er findet auch Zeit, um immer mal wieder Nachhilfe zu geben - meistens kostenlos.

Auf internationaler Ebene


Und außerdem ist er Ehren-Coiffeur - und zwar auf internationaler Ebene. "Wenn Hans Parnickel davon erzählt, dann holt er blitzende Anhänger hervor aus allen Ländern dieser Welt. Als Beweis. Teilweise stehen Zeichen in japanischer Schrift auf den Abzeichen. "Das hat eigentlich alles mit einer Brieffreundschaft zu einem Japaner, namens Sadaaki Takahashi aus Fudjisawa-shi bei Yokohama angefangen", berichtet Parnickel. 1956 ging der erste Brief nach Japan. Die Brieffreundschaft ging weiter und hielt, obwohl sich die damals beiden jungen Männer sehr unterschiedlich entwickelten: Hans Parnickel wurde Lehrer und Sadaaki Takahashi wurde Friseur.

Immer wieder schrieben sich die beiden. Der Kontakt hielt. Er überstand die Familiengründungsphase und auch später hatten sich die beiden immer etwas zu erzählen. Und als Hans Parnickel seiner Tochter zum 18. Geburtstag eine Weltreise schenkte, traf er zum ersten Mal seinen Freund live in Tokio. "1993 kam Sadaaki dann mit seinem zweiten Sohn Nozomu nach Lörrach in Baden-Württemberg in die Friseur-Meisterschule von Günter Aman, der auch Präsident der Friseurorganisation CAT ist. "Ich war über den Kontakt mit meinem Freund eingeladen. Und so entstand eine Verbindung zum CAT (Cercle des Arts et Techniques de la coiffeurs)", berichtet Parnickel. Seitdem reist er weltweit mit dem CAT zu Weltmeisterschaften, Workshops und Fachmeetings und hat an der Friseurbranche sichtlich seinen Spaß. Der Lehrer kennt sich in Frisuren fast besser aus als seine Frau Karin (72). "Bei mir muss es praktisch sein", sagt die.

Er berät die Friseure


Hans Parnickel begleitet die Friseure aber nicht nur, er berät sie auch, wie sie sich bei Schauen noch besser darstellen können und er arbeitet detailliert die Reiserouten aus. "Ich sage dann zum Beispiel, dass sie von den Models wegtreten müssen, damit die Fotografen Fotos machen können oder ich erkläre Details über die Ausbildung oder so", sagt Parnickel. Die Erinnerungen an die Reisen füllen inzwischen ganze Bücherregale. Denn Hans Parnickel hebt sogar die Tickets von Straßenbahnen oder Seilbahnen auf. Tokio ist eine Station, die immer wieder auf Hans Parnickels Reiseplan steht. Er war sogar schon bei seinem Freund privat eingeladen.

Nur an eins kann sich Hans Parnickel nicht gewöhnen: dass die Japaner beispielsweise bei der Teezeremonie knien. "Das ist etwas ganz Besonderes. Man bekommt den Tee in einer Tasse und jeder muss dann etwas sagen, was ihm zur Farbe der Tasse einfällt oder so", erklärt Hans Parnickel.

Aber schon während der ersten Tasse bat er, dass er unterm Tisch die Beine ausstrecken darf. "Das sind wir einfach nicht gewöhnt", erklärt Parnickel und findet es immer noch ein Phänomen, wie die Japaner stundenlang knien können, während die Europäer größte Schwierigkeiten damit haben.

Auch in punkto Essen kann der Burggruber so einiges erzählen. "Ich esse eigentlich alles, kann auch mit Stäbchen umgehen. Und wenn man den Tisch nicht richtig einsaut, dann hat es nicht geschmeckt", erzählt Panickel. Nur einmal hat er gestreikt: Da gab es zum Frühstück Hoden. "Ich war dann froh, dass in der Nähe ein McDonald's war", berichtet Parnickel und muss darüber selbst lachen.

Dreimal um die Welt gereist


Inzwischen war Hans Parnickel schon sechsmal in Japan und er ist dreimal um die Welt gereist. Er war sechsmal in New York und zwölfmal in Hongkong. Immer alleine. Denn seine Frau Karin (72) ist eher ein Typ, der es sich zu Hause gemütlich macht und der das Wandern liebt. "Wenn wir mal in den Schwarzwald fahren, dann gehe ich mit, aber nicht so weit", sagt die Ehefrau über die Reiselust ihres Mannes lachend.

Aktuell arbeitet Hans Parnickel schon wieder die nächste Tour aus: Denn im Februar möchte er nach Südafrika reisen und Kapstadt und Johannesburg anschauen. Jedes kleine Detail recherchiert er via Reiseführer, manchmal auch übers Internet. Denn natürlich will er bestens vorbereitet sein und nichts verpassen. "Aber ich habe mich schon an die Reisen gewöhnt", erzählt seine Frau und sieht die Reiselust von der praktischen Seite. So hat sie immer das passende Geschenk. Denn ihr Mann will nur eins: die große weite Welt sehen. Immer wieder.