Rund drei Jahrzehnte von circa 1950 bis 1980 erzählte Rudolf J. Wachter alte und neue Begebenheiten aus seinem Heimatort Nordhalben in den Medien. Nun erinnert Rudolf Ruf an den Verfasser zahlreicher Artikel in der Lokalpresse sowie an den Autor der humorvollen "Huela-Gschichten" und "Gedichtla", die er in Nordhalbener Mundart in Zeitungen und auch im Rundfunk aufbereitete.

Einige werden sich wohl auch im Gasthaus "Weißes Lamm" zugetragen haben, wo am kommenden Freitag, 2. November, um 19.30 Uhr dem "Muckn Rudi", wie er mit Hausnamen im Ort bekannt war, eine verdiente Würdigung zuteil wird. Obwohl er berufsbedingt bereits in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts nach München zog, blieb er zeitlebens seinem Heimatort und dem Frankenwald tief verbunden und hatte in seinem Elternhaus auch noch eine Wohnung. Er verstarb 2016 in Starnberg.

Die "Huela" kennen wohl nur noch die Älteren in Nordhalben, gemeint ist damit ein Stück der Lobensteiner Straße, etwa von der Titschendorfer Straße runter bis zum Lindenplatz. Früher standen dort eingeschossige Häuser, drei Zimmer, Kleinviehstall und kaum Hofraum, in denen der Kindersegen meist der einzige Reichtum war.

Die "Muckn" wohnten in der Hausnummer 21. Rudi, Jahrgang 1924, erwarb sich als kaufmännischer Angestellter sein Rüstzeug für die späteren schriftstellerischen Ambitionen. Alles, was aus dem "alten Nordhalben" überliefert wurde oder was sich auch noch in seiner Zeit an Erinnernswertem zutrug, notierte er für die Nachwelt, darunter auch die Kuriositäten, die es halt typischerweise nur an bestimmten Orten, mit speziellen Menschen und zu gewissen Zeiten gibt. Neben seriöser Lokalberichterstattung entstanden dann auch die meist humoristischen "Huela-Geschichtla", weiterhin interpretierte er die Historie seines Marktfleckens in einer größeren Artikelreihe und schrieb Heimatgedichte.

Erzählungen aus Kassetten

Da er auch recht umtriebig war, schaffte er es sogar, den Rundfunk für seine Erzählungen aus "Nordhalm" zu interessieren. Und via Audio-Kassetten an die Redaktionen (BR Studio Franken und Lokalsender) gelangten dann die Stories aus dem oberen Frankenwald in die weite Welt und fanden ihre treuen Fans sogar im Ausland bei ausgewanderten Landsleuten. Später waren die Bänder dann auch käuflich zu haben und finden sich bis heute bei den einschlägigen Internet-Händlern.

So wurde der "Muckn Rudi" quasi zur Stimme Nordhalbens. Früher war sie noch regelmäßig "live" daheim zu hören, er war immer gern gesehener Gast zu den Feierlichkeiten oder Festen. Auch an der traditionellen Wallfahrt nach Marienweiher nahm er über 40 Mal teil. Aus gesundheitlichen Gründen war es ihm jedoch in den letzten Jahren nicht mehr möglich, die Heimat zu besuchen.

Zum Erinnerungsabend werden seine Stimme und seine "Gschichtla" nun noch einmal erklingen. Dazu gibt es das passende Bildmaterial auf der Leinwand. Etwa wie vom legendären "100-Jährigen" der Freiwilligen Feuerwehr von 1974.

Mit dabei ist auch der jüngere Sohn Thomas Wachter, der einige Gedichte seines Vaters vorträgt. Rudolf Ruf bringt damit ein weiteres Stück Nordhalbener Zeitgeschichte in Erinnerung und wird auch den Abend moderieren.