Ein wuchtiger Tanklastwagen fährt die Grüner Straße hoch. Links wie rechts sucht ein Fußgänger vergeblich nach einem Gehsteig, auf dem er sich sicherer fühlen würde. Und je näher er an die Engstelle im Einmündungsbereich zur B 85 herankommt, umso heikler wird der Weg in Richtung Ortskern. Kurz vor der Bundesstraße gibt es eine schlecht einsehbare Engstelle. "Am besten wechselt man davor erst auf die rechte Seite", erklärt Kurt Weichmann seine Strategie, wie er mit heiler Haut um den kleinen Knick in der Straße kommt. Von dort schaut er vorsichtig ums Eck, ehe er ein paar Meter später wieder auf die linke Seite zurückkehrt.

Kein Dauerzustand

Schulbusse, Lastwagen und Landmaschinen, die fast die gesamte Fahrbahnbreite in Beschlag nehmen, - auf der beschaulichen Grüner Straße ist mehr los, als ein Ortsunkundiger vermuten mag. "Und der Verkehr nimmt zu", unterstreicht Weichmann. Seine Schlussfolgerung: "Das kann kein Dauerzustand sein." Die Wurzel allen Übels sehen der Anwohner und sein Mitstreiter Jürgen Thümlein darin, dass die Gemeinde sich nicht stark genug für den Erhalt des Rotmühlweges als öffentlicher Fußweg stark gemacht habe. Dieser habe lange als sichere Verbindung für Fußgänger aus der Grüner Straße in den Ort gedient. Die Gemeinde habe es verpasst, die Anwohner rechtzeitig aufzuklären. Außerdem sei der Weg nicht in Schuss gehalten worden.

Das Fass zum Überlaufen brachte für die beiden Befürworter eines öffentlich zugänglichen Rotmühlweges nun ein Beschluss des Gemeinderats in nichtöffentlicher Sitzung (14:2 Stimmen), den Rotmühlweg einzuziehen. "Ein öffentlicher Weg wurde in nichtöffentlicher Sitzung beerdigt", macht Thümlein seinem Frust über die Entscheidung hinter verschlossenen Türen Luft. Mit den 99 Unterschriften, welche Anwohner für den Erhalt des seit Jahren umstrittenen Weges eingereicht hätten, habe sich das Gremium wohl nicht lange aufgehalten. "Das stört uns am meisten, dass man diese Leute so übergeht."

Nach Ansicht der Rotmühlweg-Befürworter gebe es für die Gemeinde durchaus gute Gründe, warum sie den teilweise über Privatgrund verlaufenden Weg nicht so einfach aufgeben müsste. Verwiesen wird auf ein Schreiben des Bayerischen Gemeindetags. Dieses spricht von einem auf 60 Meter Länge gewidmeten Weg, der schon auf einem Plan des Rittergutes Weißenbrunn aufgetaucht sei. Der Weg sei bereits 1767 als "Gemeiner Weg", also als allgemein öffentlich nutzbar und im Gemeindegebrauch, bezeichnet worden. Seither sei der Rotmühlweg stets von den Bürgern genutzt worden. Wenn eine "altrechtliche Dienstbarkeit" bewiesen werden könne, habe die Gemeinde das Recht, den Weg zu beanspruchen, heißt es in dem Schreiben.

Wie geht es weiter?

Ob noch einmal Bewegung in die Sache gebracht werden kann? Die beiden Männer schauen etwas ratlos drein, sprechen vage von einer Einspruchsfrist und hoffen wenigstens auf Verbesserungen in der Grüner Straße. Das Parkverbot dort sollte besser durchgesetzt werden. Und die Markierung eines Fußgängerbereichs schwebt ihnen vor. Wie eine angekündigte alternative Verbindung für Fußgänger aussehen könnte, können sich die beiden Männer angesichts der baulichen Situation in diesem Bereich nicht so recht vorstellen. Die beste Lösung wäre aus ihrer Sicht, wenn es doch noch zu einer Einigung auf einen "öffentlichen" Rotmühlweg käme. Doch die ist nicht in Sicht.