Noch sind es zarte Pflänzchen, demnächst sollen diese aber Anregungen zum intensiven Sehen, Riechen und Nachdenken geben. Josef Baier vom Himmelreichhof, der zusammen mit seiner Frau Marianne das rund 225 Quadratmeter große Kleinod pflegen wird, gerät ins Schwärmen, wenn er vom Schul- und Schaugarten spricht.

Mit diesem Areal soll Interesse für die Natur und Kräuter hervorgerufen werden. Es soll die Neugierde bei den Besuchern geweckt werden. Zudem wird die Kräuterpadagogin, Marianne Baier, Informationen über die Wirkung der einzelnen Kräuter und deren Heilfunktionen geben.

Es war ein gewisser Kraftakt, der in den letzten Tagen bewältigt wurde. Rund 15 Helfer waren über 150 Stunden lang im Einsatz, um die einzelnen Kräuterbereiche mit der entsprechenden Erde zu füllen, um Wege anzulegen und um bei der Pflanzaktion mit dabei zu sein.

Zwischen den Schotterwegen wurden vier Bereiche mit Hildegard-, Berg-, Wild- und Bauerngarten-Kräuter angelegt. Umgeben sind diese Beete von Naschgarten-Beerensträuchern und Wildblumen.

Zu sehen gibt es vieles, beispielsweise die ersten weißen Johannisbeeren am Strauch; weiterhin im Bauerngarten den echten Erzengelwurz, die römische Kamille, den Guten Heinrich und im Bergkräuterbereich das Heiligenkraut, den Kümmelthymian, die edle Schafgarbe. Bei den Wildkräutern kann man Glockenblumen, Margerite, die Nachtkerze, Eseldistel etc. begutachten.

Insgesamt wurden über 100 Kräutersorten gepflanzt. Es geht darum, so der Vorsitzende des Kernteams der Dorferneuerung, Reiner Wachter, beim Nachwuchs, aber auch bei den Erwachsenen das Naturinteresse zu fördern, das Wissen zu mehren, Zusammenhänge aufzuzeigen.

Es soll aber auch ein Ort der Ruhe und der Entspannung sein. Sinn des Schau- und Lehrgarten sei es auch, so Josef Baier, dass man einfach die Seele baumeln lassen und die Kräuter mit allen Sinnen genießen kann. Deshalb laden auch Sitzbänke zum Verweilen ein.

Ernte zu Mariä Himmelfahrt

Geerntet werden sollen ein Großteil der Kräuter zum Feiertag Mariä Himmelfahrt. Denn eigens zu diesem Anlass sollen die Kräuter getrocknet und zu Sträußen gebunden werden, die zum Verkauf angeboten werden. Stolz ist Josef Baier, dass alle Kräuter biologisch zertifiziert sind. Aus dem Dorfbrunnen mitten im Schau- und Lehrgarten wird das Wasser gewonnen, das die Kräuter für ihr Wachsen und Gedeihen benötigen. "Wir sind erleichtert und glücklich zugleich, dass dieses Projekt nun doch rechtzeitig zum Abschluss der Dorferneuerung vollendet werden konnte."