Nicht nur Tobias Fehn war von seiner Primiz überwältigt. Das gesamte Dorf war am Wochenende auf den Beinen und aus dem Häuschen. Die Atmosphäre im Bamberger Dom und in der Marienkirche, der Chorgesang, das geschmückte Dorf, die vielen Vereine und Abordnungen, die zahlreichen geistlichen Weggefährten, all das war beeindruckend und wird den Hirschfeldern lange in Erinnerung bleiben.

"Es ist ein Tag der Freude", brachte es Abt Maximilian Heim aus der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz bei seiner Predigt auf den Punkt. Der gebürtige Kronacher ging kurz auf den Lebensweg des Neupriesters, auf sein Elternhaus sowie seine Jugend- und Studienzeit ein, die ihn nach Eichstätt, Bamberg, Würzburg, Rom, Heiligenkreuz und wieder zurück nach Bamberg führten. "Dabei warst du immer ein Suchender!"

Tobias Fehn sei durch die Priesterweihe zum Verkünder Gottes geworden, der den Dienst der Versöhnung glaubhaft vollziehen will, predigte er. Der Abt sprach davon, dass der Glaube Wunden heilen und Kraft geben kann. Er riet auch den Primizianten und den Eltern, ihren Kindern öfter ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen. "Denn das Kreuz ist ein Zeichen der Liebe."


Abholung vom Elternhaus

Vor dem Gottesdienst wurde Tobias Fehn mit Fahnen, Abordnungen und Blasmusik von seinem Elternhaus abgeholt. Die Eltern, Geschwister und Verwandten sowie auch manche Zuschauer konnten dabei eine gewisse Rührung nicht verbergen.

Emotionen waren auch aus der Stimme des Heimatpfarrers Cyriac Chittukalam zu hören, als er davon sprach, dass zum ersten Mal in der Geschichte von Hirschfeld ein Kind des Dorfes Priester geworden ist.

"Wir sind so stolz auf dich", sagte der Pfarrer. Er bezeichnete Fehn als einen, der bodenständig ist und ein offenes Herz hat. "Bleib so wie du bist, behalte auch deinen Witz."

Auch Thomas Löffler, Bürgermeister der Gemeinde Steinbach am Wald, freute sich. Durch Fehns Entscheidung, Priester zu werden, könne dieses Fest gefeiert werden. Die große Anteilnahme dokumentiere, wie tief verwurzelt er in seinem Heimatdorf sei. Sein Dank galt den Eltern Günther und Carmen Fehn.

Landrat Klaus Löffler bezeichnete den Neupriester als einen, der Brücken bauen möchte und zeigen wolle, dass Kirche und Staat zusammengehören. Das sei in der heutigen Zeit sehr wichtig. Stolz zeigte sich Löffler auf die Hirschfelder. "Was ist das für ein Fest!"

Im Namen der Hirschfelder Vereine überbrachte Markus Grünbeck die Glückwünsche. "Du bist immer einer von uns gewesen und wirst es auch bleiben. Wir werden dich auf deinem weiteren Lebensweg begleiten."


In Bamberg zum Priester geweiht

Bereits am Samstag waren die Hirschfelder Vereine mit ihren Fahnenabordnungen im Bamberger Dom mit dabei, als Fehn von Erzbischof Ludwig Schick zum Priester geweiht wurde.

Am Abend erwarteten die Hirschfelder zusammen mit zahlreichen Geistlichen ihren Neupriester am Ortseingang und begleiteten ihn auf den letzten Metern mit einer Motorradeskorte. Im Namen der Bürger hieß die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Loretta Herrmann den Hirschfelder in seinem Heimatdorf willkommen. Ein anwesender Pfarrer sagte treffend: "So wird nicht einmal unser Erzbischof empfangen".

Mehrmals wurde an diesem Wochenende auch den Eltern von Tobias Fehn gedankt. Denn sie legten den Grundstein, dass Tobias Fehn Priester wurde und dass Hirschfeld dieses einmalige besondere Fest feiern konnte.

Und was mag nun seine einstige Kindergärtnerin Anne Wicklein gedacht haben. Sie war es, die den damals Fünfjährigen prophezeite "Du wirst einmal Pfarrer". Sicher ist, dass sich so mancher Priester gedacht hat. "So voll müsste die Kirche immer sein."

Tobias Fehn bedankte sich mehrmals bei allen, die ihn begleitet haben und die vor und hinter den Kulissen ihren Beitrag zu diesem Fest, dessen Hauptorganisator Dietmar Neubauer war, leisteten.

Getreu seinem Priesterspruch: "Lehre mich, Herr, deinen Weg, dass ich ihn gehe in Treue zu dir, ist er fest entschlossen, seinen Job, seinen Dienst am Menschen und für Gott gut zu machen.