Der Weißenbrunner Haushalt steht, doch es war eine schwere Geburt. Der Gemeinderat stimmte dem Zahlenwerk am Dienstagabend ebenso mehrheitlich zu wie dem Finanzplan für die Jahre 2017 bis 2021. Es weist eine Nettoneuverschuldung von 179 290 Euro aus. Dies ist der relativ hohen Investitionssumme von 2,655 Millionen Euro geschuldet.

Ein Geschäftsordnungsantrag auf Zurückstellung der Beschlussfassung von Christian Höfner (FW) wurde mit zehn zu sechs Stimmen abgelehnt. Höfner vermisste eine zugesagte Stellungnahme der Rechtsaufsichtsbehörde.


Wunschliste fürs Christkind


Er gehe davon aus, dass das Landratsamt eine Kreditaufnahme von 1,6 Millionen Euro nicht genehmigen werde. Dies bekräftigte Klaus Hannweber (FW): "Ich glaube, dieser Haushalt wird vom Landratsamt nicht genehmigt. Wir sollten ihn überarbeiten und Einsparungen anbieten, anstatt eine Wunschliste wie für das Christkind vorzulegen."

Bürgermeister Egon Herrmann (SPD) berief sich darauf, dass die Ansätze von der Mehrheit des Gemeinderats gewünscht seien. Außerdem wolle man aufgrund von neuen Förderprogrammen die Chance nutzen, Dinge anzupacken, die man sonst weiter auf die lange Bank schieben müsste. Die Programme seien regelrecht maßgeschneidert für Kommunen mit Haushaltskonsolidierung. "Allerdings werden wir bei jeder Fördermaßnahme in Absprache und mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde und der Regierung arbeiten, das sind keine Selbstläufer", betonte Herrmann.
Christian Höfner konnte die Bemerkung nicht verkneifen, dass wohl "die Gemeinden, die Schlendrian betreiben", am meisten Hilfe erhalten. Klaus Ruppert (CSU) meinte, niemand wolle sich ein Denkmal setzen. Vielmehr sollten Fördermittel gezielt nutzen. "Die Bürger würden es nicht verstehen, wenn wir das Geld, das uns der Freistaat anbietet, liegen lassen."

Heinz Schubert (CSU) störte sich am neuen Traktor und an den Geräten für den Bauhof und erhielt Unterstützung von Ortssprecher Heinrich Roth aus Reuth: "Ich denke, der Bauhof hat etwas zu große Begehrlichkeiten, so hohe Ansprüche sind nicht drin."

Günther Oßwald (SPD) schlug vor, die Ansätze so im Haushalt zu belassen. Der Gemeinderat werde sowieso vor jeder Anschaffung einen Beschluss fassen.


Höhere Steuereinnahmen


Schließlich wurden die Finanzplanung und die Haushaltssatzung 2018 mit einem Gesamtvolumen von 10,4 Millionen Euro mit elf zu fünf Stimmen angenommen. Der Verwaltungshaushalt weist 6,226 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt 4,173 Millionen Euro aus. Ein Plus weist das Zahlenwerk bei der Einkommensteuer (1,460 Millionen Euro; Vorjahr 1,323 Millionen) und bei der Gewerbesteuer (500000 Euro; Vorjahr 400 000 Euro) aus.

Für einen Haushaltsausgleich sind Kreditaufnahmen von circa 1,639 Millionen Euro nötig. Dies bedeutet bei einer Tilgung von insgesamt 1,460 Millionen Euro eine Nettoneuverschuldung von 179 290 Euro. Somit wird sich der Schuldenstand zum Jahresende 2018 auf 6,453 Millionen Euro belaufen. Laut Finanzplan erhöhen sich die Schulden bis Anfang 2021 auf rund 7,334 Millionen Euro.


Die größten Investitionen


Das Gemeindeoberhaupt dankte Kämmerin Petra Marx für die gute Vorbereitung. Die größten Investitionen fließen in das Feuerwehrwesen (400 000 Euro), ind das Neubaugebiet "Mühläcker III" (302 000 Euro) sowie in die Kanalisation und Regenrückhaltung (335 000 Euro).

Klaus Hannweber brachte in der jüngsten Gemeinderatssitzung als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses mehrere Anregungen zur Jahresrechnung 2016 vor. Insbesondere hob er die Auswirkungen von Investitionen in die Bereiche Abwasser und Wasser hervor. Bei einer Investitionssumme von 275 000 Euro bei der Wasserversorgung und von 312 000 Euro bei der Abwasserentsorgung würden die Gebühren für den Bürger um jeweils rund 10 Cent steigen. Dies sollten die Gemeinderäte bei künftigen Beschlüssen immer als Orientierung im Hinterkopf haben. Die Jahresrechnung 2016 mit einem Gesamtvolumen von 10,791 Millionen Euro wurde einstimmig festgestellt.


Ja zum neuen Schulverbund


Ja sagte das Gremium auch zum Entwurf eines Kooperationsvertrags zwischen dem Schulverband Kronach III, dem Markt Küps, dem Schulverband Oberes Rodachtal und der Gemeinde Weißenbrunn für einen Schulverbund Mittelschule Kronach-Küps.

Gegen die Aufstellung des Bebauungsplanes "Höf 4 - Neubaugebiet Am Anger" der Stadt Kulmbach hatte das Gremium keine Bedenken.

Gegen die Stimme von Ruth Tölg (SPD) gab es auch keine Einwände gegen den Bebauungsplan für ein allgemeines Wohngebiet "See" des Markte Küps.