Die katholische Kirchengemeinde Tettau bat die Gemeinde bei der jüngsten Gemeinderatssitzung am Montagabend um eine finanzielle Unterstützung bei der Sanierung ihrer Kirche. Bürgermeister Hans Kaufmann (SPD) erklärte, dass es schon seit langer Zeit Probleme mit dem Dach und dem Außenputz gebe. Mittlerweile sei die katholische Kirche als Baudenkmal in die Denkmalschutzliste eingetragen.

Ein Wahrzeichen

Die Erzdiözese Bamberg habe über ein Architekturbüro einen Kostenvoranschlag machen lassen. Demnach müssten 790.000 Euro investiert werden. Davon wolle die Erzdiözese 520.000 Euro übernehmen, 5000 Euro sollen an Spenden gesammelt werden und 50.000 Euro wolle die Kirchengemeinde in Eigenregie aufbringen. Welche Beiträge die Oberfrankenstiftung und das Landesamt für Denkmalpflege beisteuern, sei noch ungeklärt.
Die Sattelgrunder wollen mit der Errichtung eines Glockenturms wieder ein eigenes Wahrzeichen errichten.
Gemeinderat Michael Müller (CSU) erläuterte das Vorhaben.

Der Glockenturm, bestehend aus einer Holzkonstruktion mit Schieferdach, sei der Wunsch der Sattelgrunder Bürger. Träger soll der ehemalige Antennenverein Sattelgrund werden, die Kosten inklusive Glocke würden Berechnungen zufolge mit rund 23.000 Euro zu Buche schlagen. Die Kirche habe man aus Kostengründen außen vor gelassen, so Müller, denn würde diese mit involviert, müsste eine Vielzahl von Regelungen, wie Architekturleistungen beachtet werden. Das wäre mit Kostensteigerungen verbunden.

Er bat nun die Gemeinde, dieses Vorhaben mit einem finanziellen Beitrag in Höhe von 10.000 Euro zu unterstützen, zumal die alte Glocke verloren gegangen sei.

Was wurde aus der Glocke?

Willi Güntsch (SPD) forderte die Verwaltung auf, zu klären, was aus der alten Glocke geworden ist. Angeblich sei daraus eine Pfanne geworden. "Das ist schon makaber, wenn man an den Wert der Glocke denkt." Sowohl beim Glockenturm als auch bei der Sanierung der katholischen Kirche, sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, die Projekte finanziell mit zu unterstützen. Über die Höhe der Summe soll allerdings erst nach Abschluss der Haushaltsberatung entschieden werden.

In der Sitzung des Marktgemeinderats gab es noch eine Reihe von weiteren Punkten:

Märkte Ohne Gegenstimme genehmigte das Gremium den Antrag von Falk Wick (CSU). Er ist für die Koordinierung der Märkte in Tettau zuständig. Er sprach von einem Fischhändler, der alle 14 Tage an den Samstagen in der Gemeinde einen Stand betreibt. Nun haben auch die Firma Wühlmaus und der Gemüsehändler Milich nachgefragt. Man sollte dieser Bitte nachkommen, so Wick, zumal die beiden auch bei den Märkten mit ihren Ständen vertreten sind und es immer schwieriger werde, Fieranten zu gewinnen.

Attraktivität Dietmar Schmidt (SPD) regte in diesem Zusammenhang an, über eine Steigerung der Attraktivität der Märkte nachzudenken. Beispielsweise könnte dies durch einen Flohmarkt passieren. Falk Wick entgegnete, dass dies bei manchen Fieranten Unmut auslösen würde. Er könne sich aber vorstellen, dass man durch Kinderkarussells mehr Besucher anlocken könnte.

Startkapital Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, den Organisatoren der 500-Jahr-Feier Tettau, die 2014 stattfindet, ein Startkapital in Höhe von 3000 Euro zur Verfügung zu stellen. Dieses soll allerdings nach Abschluss der Feierlichkeiten an die Gemeinde zurückgezahlt werden.

Kinderkrippe Das Gremium befasste sich mit der Bedarfsplanung nach dem BayKiBiG und erkannte für die Kinderkrippe einen Bedarf von zwölf Betreuungsplätzen sowie für den Kindergarten einen Bedarf von 50 Betreuungsplätzen für zwei Gruppen, inklusive einer altersgemischten Gruppe an.

Öffnungszeiten Bürgermeister Hans Kaufmann berichtete über Gespräche mit Industrie, Awo und evangelischer Kirche wegen der Öffnungszeiten und ob die Kindergartenkinder der Awo-Mittagsbetreuung eventuell in einem Hort untergebracht werden können.

Kinderhort Die Befragungen hätten gezeigt, so Kaufmann, dass weder verlängerte Öffnungszeiten noch ein Kinderhort verstärkt nachgefragt würden. Nach Auskunft der Geschäftsstelle des Dekanats in Michelau/Kronach-Ludwigsstadt sei ein Hort nur bei mindestens 20 Kindern wirtschaftlich zu betreiben. Diesen Bedarf gebe es in Tettau nicht. Dietmar Schmidt (SPD) wies auf die kommenden Jahre hin. "Man wird sehen, dass die Zahlen zusammenbrechen".

Ortsdurchfahrt Bürgermeister Kaufmann wies auf ein Schreiben an das Staatliche Bauamt Bamberg, Servicestelle Kronach, hin. Darin wurden die Schäden an der Ortsdurchfahrt dargestellt. Zudem vertrat er die Meinung, dass die Möglichkeit genutzt werden sollte, die Trafo-Häuser in Tettau von Eon farblich gestalten zu lassen.

Bauausschuss Willi Güntsch (SPD) kritisierte, dass der Bauausschuss im vergangenen Jahr nur einmal tagte. Er sprach von mehreren Treffen des Bürgermeisters mit den Fraktionsvorsitzenden. Er forderte den Bürgermeister auf, bei Anliegen die zuständigen Ausschüsse einzuberufen und keine Beschlüsse zu fassen. Dem widersprach Kaufmann: "Bei Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden werden keine Beschlüsse gefasst!"

Bauanträge Folgende Bauanträgen wurden befürwortend weitergeleitet: Alexander Stauch (Abrissantrag); Michael Müller (Abriss einer Scheune und Neubau einer Garage), Kurt Morgenthum (Errichtung einer Doppelgarage), Michael Wahler (Anbau eines Balkons), Yildirim Kemal (Anbau Dönerimbiss).