Er ist so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau unter den Entertainern: Der in Staaberch innig geliebte Frankensima! Aus dem Effeff parodiert der versierte, stilsichere Musiker und Sänger an die 30 bekannte Stimmen aus Fernsehen und Politik sowie ein Dutzend Dialekte. Zudem hat das Schlitzohr die beneidenswerte Fähigkeit, mit seinem "gscheiten Gewaaf" in einem Satz das zu sagen, was - von studierten Leuten erklärt - einen ganzen Abend dauern kann. Und da ist noch der Kabarettist, der scharfzüngig und mit viel Hintersinn die aktuellen politischen Themen ebenso rezensiert wie allgemeine gesellschaftliche Probleme vor der eigenen Haustür.

Bereits im 14. Jahr in Folge fand der Lästerbarde den Weg nach Steinberg, um seinem treuen Publikum sein neues Wirtshaus-Programm vorzustellen. Doch von Verschleißerscheinungen keine Spur. Das, was der kauzige Wahl-Untersteinacher jenseits des genormten Comedy-Einheitsgewurschtls zu bieten hatte, war taufrisch!

Hintersinnig brachte das Multitalent wesentliche Dinge des Weltgeschehens gezielt auf den Punkt - und zwar auf seine ganz eigene, höchst fränkische Sichtweise! Sein großer verbaler "Aufwasch" versteht sich dabei als eine Generalabrechnung. Und Steilvorlagen insbesondere im Bereich der Politik boten sich in diesem Wahljahr ja nun wahrlich mehr als genug.

Während die SPD - so der Frankensima - nur noch A-Nahles "immer auf die Fresse" rede, seien die Grünen Meister im Brain-Sharing; teilten sie sich doch des Öfteren bei Interviews ein Gehirn. Was sich hinter der Abkürzung AfD verbirgt? Der Frankensima weiß es: "Audi fälscht Dieselwerte".

Selbst unsere "Mutti" wurde nicht verschont. Sie, Donald Trump und Wladimir Putin haben eine Audienz beim Herrgott, der ihnen jeweils eine Frage gewährt. Trump wollte wissen, wenn Amerika wieder "great again" werde. "In 60 Jahren", antwortete Gott. "Das ist zu spät, da bin ich nicht mehr im Amt", zeigte sich der US-Präsident enttäuscht. Putin erkundigte sich, wann Russland den Glanz vergangener Tage zurückerreiche. 75 Jahre müsse er sich noch gedulden, erklärte der Herrgott. "Das ist zu spät, da bin ich nicht mehr im Amt", maulte auch der Kreml-Chef. Unsere Angie fragte schließlich, wann sie alle ihre Wahlversprechen wahrgemacht habe. Das schnaufte Gott und meinte: "Da bin ich nicht mehr im Amt."

Nicht so recht anfreunden konnte sich der gewürfelte Franke mit dem neuen Gesetz, nach dem man ab sofort heiraten könne, wen und was immer man wolle - sogar, falls gewünscht, seine Waschmaschine. Oftmals läute die Ehe das Ende einer vormals guten Beziehung ein. "Die ersten zehn Jahre kämpft der Mann um die Vorherrschaft, die zweiten zehn Jahre um die Gleichberechtigung und die letzten zehn Jahre nur noch ums nackte Überleben", sinnierte er unter lautstarkem Gelächter in diesem Fall insbesondere der Herren der Schöpfung. In atemberaubenden "Galopp" ging es bei seinem Schlag-auf-Schlag-Programm weite, wobei natürlich auch seine berühmt-berüchtigten Liedla nicht fehlen durften. Sich auf der Gitarre oder Akkordeon begleitend, sang der Schnellreimer Gschichtla aus dem Leben und von den Tücken des Alltags, die die Gäste an den Rand des Zwerchfellkollapses brachten.

Naturgemäß gilt das Interesse eines waschechten Frankens aaner gscheiten Brotzeit und ann kühlen Bier. Deshalb verhalf er im "Krenfleisch"-Lied auch einer seiner Leibspeisen zu musikalischen Ehren. Natürlich durfenh seine bekanntesten Franken-Werke nicht fehlen, die der Frankensiema jetzt auf die Best-of-CD "Chefsache" gebannt hat. Verdientermaßen gab es erneut viel Applaus für das sympathische fränkische Energiebündel.
In der Pause und zum Schluss nahm sich Goletzt Zeit, um mit seinem Publikum bei einem "gscheiten Gewaaf über Gott und die Welt" zu reden.