"Das Auto bleibt stehen!", beschwört Kommandantin Anna Wachter ihre Truppe - wohl in dunkler Vorahnung. Doch die Verlockung ist einfach zu groß. So eine kleine Probefahrt kann doch nicht schaden, oder - wie es Gruppenführer Gerwin "Geppo" Zwosta auf den Punkt bringt: "A Auto, des nier fährt, is nix wert. Des Auto will doch a wos vö dä Welt säh." Gesagt, getan: Und so beschließen er und seine Kameraden, mit ihrem neuen Gefährt eine klitzekleine Bewegungsfahrt im Kronachtal zu unternehmen.

Traditionell am vorletzten Faschings-Wochenende lädt die Eibenberger Feuerwehr zu ihrer Faschingsgaudi mit Show- und Sketch-Einlagen ein. Dabei beleuchten die tüchtigen Brand- und Durstlöscher auch regelmäßig aktuelle Begebenheiten aus ihrem schönen Heimatdorf - und zwar aus ihrer ganz eigenen "eibenbergerischen" Sicht der Dinge, versteht sich.

Heuer kam man dabei erwartungsgemäß nicht um das historische Ereignis eines eigenen Tragkraftspritzenfahrzeugs herum, das - bereits bestellt - noch heuer ausgeliefert und eingeweiht werden soll. Die Eibenberger waren aber wie üblich ihrer Zeit etwas voraus. Und so konnte man den schmucken knallroten Sechs-Sitzer nebst Alufelgen bereits am Samstag dem staunenden Publikum vorführen.

Als Fahrerin für die Probefahrt wurde - "Frau am Steuer, das kommt teuer" - Nadja auserkoren. Ihr Weg Richtung Kronach führte die Floriansjünger von Eibenberg aus über Kämmerlein, wo sie Faschingsprinz Markus I. aufgabelten. Mit der Hoheit an Bord ging es schließlich den Berg hinab ins Schrubberdorf. Hier wurde ein kurzer Haltestopp beim Beck'n Martin eingelegt, da - neues Auto hin oder her - Zeit für a Leberkäs-Semmel immer sein muss. Vorbei am "Frack", steuerte man "in Friesen gibt´s nix zu genießen" an und schließlich über den Kreisel die Kreisstadt.

Lange konnte man sich aber dort nicht aufhalten, denn es ging tatsächlich der erste Alarm für "Florian Eibenberg" ein - und der hatte es in sich: Nach einem Unfall in der Kronachtalhalle waren dort tatsächlich unzählige Flaschen in Gefahr - also alles retour! Nach einem beherzten Einsatz konnte Gottseidank das gute Gampert gerettet werden. Die erste Bewährungsprobe - Sie war mit Bravour gemeistert!

Auch am Samstag konnten sich die Gäste, für die eine phantasievolle Maskierung wieder ein absolutes Muss darstellte, über mangelnden Gerstensaft nicht beschweren. Und auch sonst bot die Supergaudi alles, was zu einem Faschingsspektakel dazugehört: Live-Musik vom Feinsten: heuer erstmals von den "Asphaltstürmern - ein echter Gücksgriff -, kleine aber feine Showacts und sogar hoheitliche Gäste.

Und wiederum gab es für die Eibenberger einen besonders schönen Grund zur Freude. Mächtig stolz ist man nämlich darauf - mit seiner hoch oben in Kämmerlein thronenden Tollität, Markus I. -, den ersten "Eibenberger Prinz" in der ruhmvollen Geschichte der "Staaberche Fousanocht" zu stellen. Der holde Regent ließ es sich natürlich nicht nehmen, samt seiner liebreizenden Prinzessin Jasmin I. dem närrischen Treiben seine Aufwartung zu machen.

Die königlichen Hoheiten bekundeten dann auch, wie gerne sie gekommen waren: "Über eure Einlodung homme uns g´freut. Des is doch kloar, weil hier immer a Gaudi is - und vor allem hobbt ihr a Super-Boar!"" "Mein Prinz wöhr ja auf jeden Foll kumma", meinte die Prinzessin, "des is allen kloar, denn der 12. Staaberche Prinz is a gebürtiger Kämmerlaaner des Johr! Darauf is er natürlich ganz schöö stolz, und gricht a goa nimmer rou sein braaden Hols." Selbstbewusst tönte der Regent: "Ja ihr Leut, dess a Eibenberger in Staaberch Prinz wätt, is nier ganz einerlei, obbe aufgrund meiner Qualitäten kam man an mir einfach nier vorbei. Wir Kämmerleiner sind halt trinkfest und hom Durchhaltevermögen in allen Gebieten, dou senn die meisten Mitbewerber unterwegs auf der Strecke liegengeblieben."

Anschließend sang er noch ein "Loblied" auf sein geliebtes Eibenberg: "Ihr wisst ja, wos kann's im Leben schönres geben, als in Eibenberg zu leben. Wo des Land sich wie im Märchen erstreckt, wo des Bier und Essen wie im Himmel schmeckt, wo in jed´n Mensch a Guter steckt, donn hobbt ihr unne Eibenberg entdeckt."

Mit im "Gepäck" hatten die Hoheiten - neben weiteren Protagonisten der "Staaberche Fousanacht" - die große und kleine Prinzengarde. Voller Stolz führten die kleinen Tanzmariechen einen schwungvollen Gardetanz vor, bei dem sie nur so über die Bühne wirbelten.

Die Stimmung auf den Siedepunkt brachte schließlich die Showtanzgruppe "Estrella" (spanisch für Stern), deren zauberhafte Tänzerinnen sogar unter Begleitschutz vom FBI in die Kronachtalhalle einziehen mussten. Unter Leitung und Regie von Bilitis Hoderlein legten diese gleich mehrere fetzige Tanzeinlagen zu einer ganzen Reihe heißer Rhythmen aufs Parkett.

Abkühlung gab es wie immer an der großen Eibenberger Super-Bar, die dieses Mal ganz unter dem Motto "Rockabilly" stand. Durch den Abend führte der Vorsitzende der Eibenberger Wehr, Matthias Jakob.