Nach der Wahlniederlage der FDP im September vergangenen Jahres war der Kronacher Kreisvorsitzende Björn Cukrowski auch seinen Job als Büroleiter des ehemaligen FDP-Fraktionschef im Bayerischen Landtag, Thomas Hacker los. Doch Aufgeben kam für ihn nur kurz in Frage, wie er im Gespräch mit uns verrät. Mittlerweile sitzt Björn Cukrowski im Kronacher Kreistag und vertritt damit - nach 24 Jahren - dort wieder die FDP.

Herr Cukrwoski, Sie sitzen als Einzelkämpfer für die FDP im Kronacher Kreistag. Das ist sicher nicht leicht, oder?
Björn Cukrwoski: Es ist für mich eine Ehre, die FDP nach 24 Jahren wieder im Kreistag vertreten zu dürfen. Natürlich wird das eine schwierige Aufgabe. Wenn man alleine ist, muss man versuchen für seine Positionen zu werben und die nötige Mehrheit zu bekommen. Das will ich versuchen und bin da auch zuversichtlich, denn es sollte um Sach- und nicht um Parteipolitik gehen. Und das heißt, wenn es gute Anträge sind, dann kann man die auch als andere Partei unterstützen.

Dieser Erfolg bei der Kreistagswahl dürfte Ihnen und Ihrer Partei nach dem Debakel bei der Landtagswahl wieder Auftrieb verleihen, oder?
Natürlich ist das eine Chance für einen Neuanfang für mich und die FDP. Wir müssen jetzt zeigen, dass uns an der Sachpolitik und am Landkreis gelegen ist. Das Ergebnis zeigt auf jeden Fall, dass es richtig war, dass wir wieder aufgestanden sind, uns geschüttelt und weitergemacht haben. Man muss immer wieder aufstehen und für seine Ideale kämpfen können.

Haben Sie nach der Niederlage bei der Landtagswahl nie daran gedacht, die Politik an den Nagel zu hängen?
Doch, zehn Minuten lang. Aber dann hab' ich mich daran erinnert, was ich im Landtagswahlkampf auf die Frage nach meinem Vorbild geantwortet habe: Menschen, die trotz eines starken Niederschlags wieder aufstehen. - Und wer nicht kämpft, hat schließlich schon verloren.

Warum machen Sie gerne Politik?
Weil ich will, dass etwas vorwärts geht und ich sehe, welches Potenzial im Landkreis Kronach steckt. Das muss ausgeschöpft werden.

Sie sind im Kreis in den Ausschüssen Schule, Kultur und Sport sowie Soziales vertreten. Was können Sie dort bewegen?
Im Sozialausschuss möchte ich mich für die Unterstützung der dezentralen Betreuung von Asylbewerbern stark machen. Die Diakonie trägt hierfür die Personalkosten und ich bin der Meinung, die Sachkosten sollte der Landkreis übernehmen, es handelt sich um etwa 2000 Euro im Jahr. Sobald die Diakonie hier ihre Personalkosten beantragt hat, werde ich einen Antrag stellen, dass der Landkreis die Sachkosten übernimmt. Da geht es zum Beispiel um die Kosten für Benzin.
Und im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport will ich das Thema Bildungsregion voranbringen. Davon hätte der Kreis nur Vorteile: Zum einen kann man damit den Ist-Zustand in Sachen Bildung im Kreis ermitteln, zum anderen ist das Prädikat Bildungsregion ein Aushängeschild für den Landkreis. In diesem Zusammenhang unterstütze ich auch Jürgen Baumgärtner (CSU) bei seinem Vorhaben, eine Wirtschaftsschule in Pressig zu installieren. Wir müssen nur aufpassen, dass wir Lichtenfels damit nicht das Wasser abgraben. Unterstützen möchte ich auch das Innovationszentrum, insbesondere den Studiengang Innovationsmanagement. Das bietet nämlich Potenzial, das wir für die Unternehmen ausschöpfen können.

Was sind denn Ihre Ziele mit der FDP?
Prinzipiell müssen wir festigen, dass die FDP wieder in kommunalen Parlamenten vertreten ist. Wir müssen Vertrauen zurückgewinnen und wieder mit einer Stimme im Landtag vertreten sein - bestenfalls aus Kronach.

Das heißt, Sie würden gerne Landtagsabgeordneter werden?
Ja, weil ich gesehen habe, wie viel man für eine Region tun kann, wenn sich die Person in München Gehör verschafft.