Festlich geschmückte Häuser - Fahnen, die im Wind flattern: Nicht nur der Ort Steinberg hatte sich an diesem sonnigen Festtag "herausgeputzt", sondern auch die Bevölkerung. Die Jüngsten präsentierten ihre "Sonntags"-, die Kommunionkinder ihre Festtagskleidung. Der Musikverein Steinberg spielte festliche Blasmusik.

Eine Kirchenparade mit Abordnungen der örtlichen Vereine und Gremien sowie Vertreter der Politik schlängelte sich zum Gotteshaus auf dem hoch aufragenden Schlossberg. Darunter war auch ein besonderer Gast, der von einer freudig gestimmten Pfarrgemeinde herzlich empfangen wurde: Erzbischof Ludwig Schick, der sich in Steinberg zum großen Fest die Ehre gab.

Viele Fans beim Oberhirten

Bereits bei seiner Ankunft war er umringt von großen und kleinen "Fans". Viele Hände galt es zu schütteln. Die Menschen suchten das Gespräch mit dem Bamberger Oberhirten. So nahm er sich auch nach dem Gottesdienst, der sich unter seiner Mitwirkung zu einer unvergesslichen Feierstunde gestaltete, viel Zeit für ein geselliges Beisammensein. Auch während des Pontifikalamts betonte er, wie gerne er nach Steinberg gekommen ist.

"Kirchweih ist vor allem ein Ereignis der Dankbarkeit", so der Erzbischof in seiner Predigt. Ein Fest zu halten, bedeute in Freude und Dankbarkeit "festzuhalten" an Jesus Christus und seiner Botschaft. "Das muss Sinn und Ziel einer Kirchweih sein", war er sich sicher. Kirche mache die Menschen reich durch die Evangelien, die frohe Botschaft und die Sakramente, aber vor allem auch durch den Segen, der uns geschenkt wird. Reichtum stellten aber auch die zahlreichen Vereine dar, die Musikkapellen, die kirchlichen Gremien sowie die vielen Helfer in einer Pfarrgemeinde. "Was falsch in der Kirche läuft, darf nicht verschwiegen werden. Aber wir müssen auch darüber sprechen, was uns die Kirche schenkt und warum sie so wertvoll ist", appellierte er. Wenn sich die Pfarrei Steinberg weiter dieser Schätze bewusst sei, bleibe ihre lebendige Bürger- und Christengemeinschaft bestehen. Der Festgottesdienst wurde auch von Pater Waldemar Brysch, Pater Helmut Haagen, Pater Josef Otto, Pfarrer Alfred Raab sowie Pater Anton Altnöder zelebriert.

Figur des Kirchenpatrons

Im Anschluss an die Heilige Messe weihte Schick die Figur des Kirchenpatrons, die von Gottfried Grau aus Grössau in Sandstein gehauen worden war und nun ihren Platz an der oberen Eingangstreppe zum Gotteshaus einnimmt. "Die Figur schaut so freundlich", stellte der Erzbischof lobend fest, nachdem Gottfried Grau sein Werk enthüllt hatte. Der Weihehandlung schloss sich ein Frühschoppen mit Unterhaltungsmusik durch den Musikverein Steinberg an.

Viel Spaß hatten die Kinder am Nachmittag bei einem abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm. Die Jubiläums-Feierlichkeiten, die seit April mit einer vielseitigen Veranstaltungsreihe begangen worden waren, wurden abends mit einer feierlichen Schlussandacht in der Neuen Kirche beschlossen.

Begonnen hatte das Kirchweih-Wochenende bereits am Freitag mit einem Tag der Jugend. Dabei wurde unter anderem ein Kinderflohmarkt abgehalten. Neben einer Olympiade und einer Rallye fand ein großer Fackel- und Lampionumzug statt und bei Lagerfeuerromantik hieß es "Schule in Flammen". Am Samstag war die Bevölkerung zu einem zünftigen Abend mit Unterhaltungsmusik mit dem Musikverein Steinberg eingeladen.
Am Ende können die Verantwortlichen die - mit einem immensen Engagement auf die Beine gestellten - Feierlichkeiten als sehr gelungen bezeichnen und das 100-jährige Bestehen als markantes Ereignis der Kirchengeschichte niederschreiben.

Grußworte

Die große Bedeutung des Jubiläums stellten die Festredner heraus. Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Martin Ebert erinnerte an die Vorväter, die vor 100 Jahren den Mut hatten, ein solches Projekt in Angriff zu nehmen. Dies gelte es zu erhalten und zu pflegen.

Bürgermeister Wolfgang Förtsch (CSU) war sich sicher, dass den Menschen der Pfarrei Steinberg der Glaube sehr viel bedeute. "Es gibt bei uns keinen feierlichen Anlass, an dem die Kirche nicht beteiligt ist", so der Bürgermeister. Der Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft Steinberg, Johannes Baier, gab einen Einblick in die Geschichte der neuen Pfarrkirche.

Spendenübergaben

Stellvertretender Landrat Gerhard Wunder (CSU) übergab eine Spende - ebenso wie der 1. Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft Steinberg, Alexander Öhring, der einen Spendenscheck von 2500 Euro für die Dachrenovierung der Kirche überreichte. Namens der Eibenberger Bevölkerung bedankte sich der Vorsitzende der Feuerwehr, Josef Jakob, für die seelsorgerische Betreuung durch die Pfarrei. Stellvertretend für die Vereine Eibenbergs bedachte er die Pfarrei mit einer Spende von 600 Euro, die ebenfalls der Dachrenovierung zugute kommt.